Borussia Dortmund

Zweikämpfer und Kommunikator: So prägt Can den BVB schon

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Borussia Dortmund hat nach einer Woche, die von großer Kritik und Spekulationen um die Zukunft von Lucien Favre geprägt war, die perfekte Antwort gegeben. Gegen Eintracht Frankfurt gelang am Freitagabend bei einem 4:0 die vielleicht souveränste Saisonleistung. Das lag nicht zuletzt an Emre Can.

Die Winter-Leihgabe von Juventus Turin war dabei an den Toren allenfalls in der Entstehung beteiligt, nicht etwa mit einem Sonntagsschuss wie bei seinem Bundesliga-Debüt im BVB-Dress bei Bayer Leverkusen am vergangenen Wochenende. Dennoch gab der 26-Jährige schon bei seinem zweiten Startelfeinsatz bei den Schwarzgelben die Richtung vor. Dass die Mannschaft eine deutliche Verbesserung in der Arbeit gegen den Ball an den Tag legte, darf durchaus nicht zuletzt auf die Präsenz von Can zurückgeführt werden. Gemeinsam mit Axel Witsel arbeitete er im defensiven Mittelfeld nahezu alles weg, was Frankfurt in Richtung des BVB-Strafraums zustande brachte.

Nicht eine gefährliche Abschlusssituation zugelassen

Das war freilich nicht sonderlich viel, sodass die Frage nach der Henne und dem Ei erlaubt scheint: Zogen Can und Dortmund Frankfurt mit ihrer Aggressivität den Zahn? Oder machten es die Hessen den Gastgebern von vorherein mit Zahnlosigkeit leicht? Fakt ist, dass der BVB nicht eine gefährliche Abschlusssituation zuließ. Tatsächlich hatte Eintracht nicht einmal einen Angriff, der gefährlich im Strafraum hätte enden können. Mats Hummels sprach anschließend bei DAZN korrekterweise davon, dass es kein Zu-Null-Spiel der Abwehr, sondern der gesamten Mannschaft gewesen sei.

„Wichtig, als Mannschaft verteidigt zu haben“

Die Kompaktheit der mannschaftlichen Leistung gegen Frankfurt ward vom BVB in dieser Spielzeit in den seltensten Fällen gesehen. Sie mag sogar ein Stück weit zulasten der eigenen Offensive gegangen sein, die sich trotz vier Treffern vergleichsweise diskret präsentierte. Diesen Tausch würden sie in Dortmund wahrscheinlich allzu gerne wiederholen. „Es war wichtig, dass wir alle zusammen als Mannschaft verteidigt haben. Das haben wir sehr, sehr gut gemacht“, zitiert der Westfälische Anzeiger das Lob von Can selbst. Der Neuzugang wiederum erhielt großen Zuspruch von Favre.

„Oder der andere kann nicht weiter“

„Sehr gut“, habe der Nationalspieler ihm bei seinem Heimdebüt gefallen, sagte der Schweizer auf der Pressekonferenz nach der Partie. „Er kämpft, er geht in den Zweikampf, um den Zweikampf zu gewinnen. Entweder mit einer Balleroberung, oder der andere kann nicht weiter.“ Darüberhinaus spreche er viel mit den Mitspielern, „das ist sehr, sehr wichtig“. Tatsächlich ist Can immer wieder in seiner Rolle als Kommunikator zu beobachten. Er scheut sich nicht davor, nach wenigen Trainingseinheiten mit den neuen Kollegen Kommandos zu verteilen, verschob mit seinen Handbewegungen am Freitagabend bisweilen sogar Spielführer Lukasz Piszczek oder Abwehrchef Mats Hummels.

Skepsis dürfte weichen

Vor seinem Heimdebüt hatte Can davon gesprochen, sein erstes Spiel als BVB-Profi vor der Gelben Wand könne „nur etwas Besonderes“ werden. Für das Besondere im Spiel der Schwarzgelben ist der gebürtige Frankfurter aber gar nicht zuständig. Vielmehr legt er den Grundstein dafür, dass die Vorderleute ihre Kreativität ausleben können und das Besondere heraufbeschwören. Mit grundsolider Arbeit, beinahe ausnahmslos exzellentem Timing in Zweikämpfen und viel Kommunikation. Die Skepsis, die so mancher Fan bei der Verpflichtung des Nationalspielers von der Tribüne von Juventus verspürte, dürfte bei vielen am Freitag einem anderen Gefühl gewichen sein. Dieser Emre Can kann Borussia Dortmund extrem guttun.

About Lars Pollmann

Lars Pollmann begann sein Autorendasein als englischsprachiger Blogger (Bleacher Report, Yellowwallpod). Seit 2018 zählt er zur Redaktion von fussball.news. Seine Leidenschaft gehört darüber hinaus dem italienischen Fußball (vor allem Inter Mailand) sowie dem Radsport.

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