Borussia Dortmund

Zorc: „England und Spanien sind uns mehr als nur einen Schritt voraus“

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Wo steht die Bundesliga im europäischen Vergleich? Der Blick auf die Bilanz in den vergangenen zehn Jahren ist mager. Michael Zorc, Sportdirektor von Borussia Dortmund, sieht Premier League und Primera Division deutlich im Vorteil.

2013 erlebte die Bundesliga ihre Sternstunde im Wembley-Stadion. Der FC Bayern München setzte sich am Ende ganz knapp gegen Borussia Dortmund im Champions-League-Finale durch. Nachdem das DFB-Team ein Jahr später noch in Brasilien triumphierte und Weltmeister wurde, schienen die Weichen für goldene Jahre von Deutschland und der höchsten Liga gestellt.

„Still ruht der See“

Sechs Jahre später stellt Michael Zorc etwas ernüchtert im kicker fest: „Bayern München hat sich 2013 durchgesetzt, als Borussia Dortmund im Endspiel stand, ansonsten gilt: Still ruht der See.“ Der FC Bayern München stand noch in den 2010 und 2012 im Finale der Königsklasse, doch seit dem Sieg in London glückte ihnen kein Endspiel-Einzug mehr.

England und Spanien enteilt

Im vergangenen Jahr schied das Bundesliga-Trio sang- und klanglos im Achtelfinale gegen englische Teams aus. „Das spiegelt die Realität wider“, sagte Zorc über die aktuelle Leistungsstärke. Er blickte in die beiden Topligen nach England und Spanien: „Ich glaube schon, dass wir mit der Leistungsstärke der Bundesliga ausreichend selbstkritisch umgehen. Es gehören aber nicht viel Fantasie und Fachwissen dazu, wenn man feststellt, dass die Leistungsspitze in der Premier League breiter ist als bei uns. Und dann muss man nur sehen, wie viele Titel die drei spanischen Topklubs – Atletico Madrid zähle ich ausdrücklich dazu – international geholt haben.“

Zorc will  international eine „bessere Visitenkarte abgeben“

Zorc suchte nach Gründen: „Natürlich sind uns England und Spanien in der Spitze enteilt. Das hat sehr wahrscheinlich auch mit den Geldzuflüssen zu tun. Es gibt da schon einen Zusammenhang. Wer das verneint, ist naiv.“ Er betonte daher: „Diese beiden Ligen sind uns mehr als nur einen Schritt voraus.“ Einen Erfolg im Europapokal – sei es Champions- oder Europa-League, fände Zorc „komplett hilfreich“ für das Ansehen der Liga: „Schon vor diesem Hintergrund muss es in Champions League und Europa League unsere besondere Anstrengung sein, eine bessere Visitenkarte abzugeben.“ Mit Ausnahme von Eintracht Frankfurt, das in der vergangenen Saison nur gänzlich knapp im Halbfinale am FC Chelsea im Elfmeterschießen scheiterte, herrscht in diesem Wettbewerb meistens Frust vor.

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