Bundesliga

Zidane, Alonso, Klopp und Nagelsmann: Die wahren Wunschtrainer des FC Bayern

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Der FC Bayern sucht nach einem neuen Cheftrainer, die Auswahl hält sich in Grenzen. Die echten Wunschtrainer der Bayern-Funktionäre sind derzeit nicht verfügbar.

Was ist der Unterschied zwischen einem gut und einem sehr gut organisierten Top-Klub? Der sehr gut organisierte Verein hat bereits vor der Entlassung des amtierenden Coaches zwei Nachfolger in der engeren Auswahl stehen. Dass der FC Bayern nun laut zahlreichen Medienberichten mit sehr vielen Trainern Kontakt aufgenommen hat – u.a. Ralf Rangnick, Luis Enrique und Thomas Tuchel – spricht ähnlich wie bei der Transferpolitik dafür, dass die Münchner schon wieder nicht genau wissen, wo die Reise künftig hingehen soll.

Beckenbauer setzt auf Klopp

Allerdings stecken die Roten in einem großen Dilemma: Ihre wahren Wunschtrainer sind gar nicht erst zu haben – und spätestens seit der Wahl von Niko Kovac weiß der Klub, dass eben doch nicht jeder schnell aufstrebende Coach einen Ausnahme-Klub wie Bayern München konstant gut trainieren kann. So lautet der Wunschtrainer von Ehrenpräsident Franz Beckenbauer eindeutig Jürgen Klopp. Beckenbauer sagte im Juni der Bild-Zeitung: „Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass er eines Tages zum FC Bayern kommt.“ Klopp ist allerdings mit dem FC Liverpool amtierender Champions-League-Sieger und auf bestem Wege, die englische Meisterschaft zu gewinnen. Jetzt ist Klopp nicht zu bekommen.

Kahn schätzt Zidane

Sicherlich: Franz Beckenbauer hat im aktiven Tagesgeschäft des Klubs nahezu nichts mehr zu sagen. Aber was denkt zum Beispiel Oliver Kahn über die T-Frage? Der künftige Vorstandschef des FC Bayern sagte 2018 im ZDF, dass eine Mannschaft wie der FC Bayern einen Trainer wie Zinedine Zidane brauche. Der französische Weltmeister von 1998 war einst der beste Fußballer der Welt und führte Real Madrid drei Mal in Folge zum Gewinn der Champions League. Derzeit ist Zidane erneut bei den Königlichen unter Vertrag und steht den Münchnern ebenfalls nicht zur Verfügung.

Rummenigge schwärmt von Xabi Alonso

Über den aktuellen Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge heißt es oftmals, sein Wunschtrainer laute Thomas Tuchel. Der „deutsche Guardiola“ coacht derzeit Paris Saint-Germain und könnte ab Sommer 2020 möglicherweise zur Verfügung stehen. Öffentlich geschwärmt hat Rummenigge von Tuchel aber selten. Ganz anders hörte er sich im Fall von Ex-Spieler Xabi Alonso an. Rummenigge bezeichnete den Welt- und Europameister, der von 2014 bis 2017 beim FC Bayern aktiv war, in der Bild am Sonntag als „klügsten und besten Strategen, den ich je bei uns im Mittelfeld gesehen habe“. Und: „Meiner Meinung nach müssen wir uns bemühen, dass er irgendwann nach München zurückkehrt.“ Derzeit coacht Xabi Alonso die zweite Mannschaft seines Heimatvereins San Sebastian.

Hoeneß sieht die Zukunft in Nagelsmann

Und selbst Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat einen Wunschtrainer. Bereits 2017 sagte er über Julian Nagelsmann im Interview mit Sport1: „Er ist sicherlich einer der Trainer, die irgendwann einmal für Bayern infrage kommen.“ Zuletzt betonte Hoeneß dies sinngemäß im September 2019 in der Abendzeitung, auch wenn der scheidende Bayern-Präsident stets die Einschränkung macht: Der 32-jährige Nagelsmann, derzeit Trainer von RB Leipzig, sei noch zu jung für den FC Bayern.

Ziemlich sicher kann gesagt werden: Ihren wahren Wunschtrainer können die Bayern-Funktionäre für die aktuelle Saison nicht verpflichten. Womit man wieder beim Unterschied zwischen einem gut und sehr gut organisierten Top-Klub angekommen ist.

About Daniel Michel

Daniel Michel, Jahrgang 1981, gründete im Dezember 2015 das Nachrichtenportal fussball.news. Zuvor war er als freier Journalist u.a. bei Sport1, Eurosport und der Perform Group tätig. Er ist zudem Co-Herausgeber einer Fußball-Buchreihe und Autor mehrerer Bücher und Kalender.

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