Bundesliga

Zahlenspiele: Warum Freiburg ein Rückrunden-Absturz droht

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Der SC Freiburg kann mit seiner Hinrunde mehr als zufrieden sein. Zwischenzeitlich schnupperte die Mannschaft von Christian Streich an mehreren Spieltagen an der Tabellenführung, gegen Ende der Halbserie ging ihr etwas die Luft aus. Womöglich handelt es sich dabei um einen Vorboten für die Rückrunde.

Die Breisgauer sind fraglos eines der positiven Überraschungsteams der bisherigen Saison. Doch spielte bei den guten Resultaten des Sportclubs ebenso unzweifelhaft das ein oder andere Mal Glück eine Rolle. Ein Blick auf die sogenannten ‚expected Goals‘ legt sogar nahe, dass keine andere Mannschaft soviel Glück hatte wie Freiburg. Bei den eigenen Treffern hält es sich noch im Rahmen. Daten des Anbieters Understat zufolge wären 23 oder 24 Tore der Qualität der Torchancen der Breisgauer angemessen gewesen, es wurden 27. Es handelt sich um das, was der Statistiker ‚overperformance‘ nennt.

Abwehr auf Absteiger-Niveau

Neun Teams, also die halbe Bundesliga haben ihre Erwartungswerte übertroffen. Borussia Dortmund etwa um gleich mehr als acht Tore. Doch das größte Pfund an Glück haben die Freiburger in der Defensive gehabt, wenn man den Zahlen glauben schenken möchte. Erwartet hätten die Zahlenspieler knapp 34 Gegentore, in der Realität kassierte Freiburg aber nur 23. Im Klartext: Understat betrachtet die Abwehrarbeit des SC in der Hinrunde auf dem Niveau eines Absteigers. Nur Fortuna Düsseldorf hat einen schlechteren Wert bei den zugelassenen expected Goals. Eine overperformance von über elf Toren findet sich in der Bundesliga in keiner anderern Statistik.

Auch Schalke droht die Regression

Sie hat naturgemäß Auswirkungen auf die Erwartungswerte in Sachen Punkte. Dort rangiert der SC Freiburg auf Relegationsplatz 16, ließe nur Düsseldorf und den SC Paderborn hinter sich. Acht Punkte mehr als erwartet holten die Breisgauer, der FC Schalke 04 führt die overperformance mit mehr als zehn Punkten an. Beide Teams haben somit sozusagen über ihre Verhältnisse gespielt und somit droht ihnen eine Rückkehr auf den Boden der Tatsachen im Kalenderjahr 2020. Der Statistiker würde das als ‚Regression zur Mitte‘ bezeichnen. Auf Dauer ist overperformance schwer durchzuhalten. Diese Regression hat Freiburg wohl schon zum Ende der Hinrunde eingeholt.

About Lars Pollmann

1 Comment

  1. G. Rampelt

    31.12.2019 at 06:22

    Gut, dass Fussball auf dem Platz und nicht in einer Datenbank stattfindet.

    Und die fehlgeschlagenen Statistiken erneut als Evidenz ins Feld zu führen, nachdem sie offensichtlich daneben lagen, ist schon was ungewöhnlich, wenn auch nicht ungewöhnlich.

    Was die „Regression der Mitte“ angeht, sollten man sich mit den Rahmenumstände beschäftigen wie Rotsperre und Krankenstand. Ganz zu schweigen von den Gegnern in der ersten und in der zweiten Hälfte.

    Das scheint aber zu komplex zu sein, was zeigt, dass diese Statistik eher Populismus ist als objektive Analyse.

    In dem Sinne: nur der SCF! Auch in der Rückrunde!

    PS: das der Effzeh anscheinend über dem SCF stand, macht die zitierte Prognose nicht zwingend glaubwürdiger. Waren wohl kölsche Statistiker… (-;

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