Bayer 04 Leverkusen

Wende im Transfer-Poker: BVB hat gute Karten bei Havertz!

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Bayer Leverkusens Kai Havertz steckt im Formtief. Dennoch bleibt der 20-Jährige auf dem Transfermarkt die wohl spannendste deutsche Personalie.

Mitte Mai berichtete fussball.news exklusiv, dass es sich nach aktuellem Stand bei Kai Havertz auf ein Transferduell zwischen dem FC Bayern und dem FC Barcelona zubewegt. Auch andere Medien berichteten in der Folge von einer ähnlichen Konstellation. Zuletzt betonte am Montag TV-Sender Sky nochmal sinngemäß, dass zahlreiche Top-Klubs Interesse an einer Verpflichtung von Havertz zeigen würden, doch die Optionen Bayern und Barca seien am ehesten wahrscheinlich. Im Fußballgeschäft kann sich allerdings täglich etwas ändern – und wie fussball.news erfahren hat, wendet sich offenbar das Blatt im Transfer-Poker um Kai Havertz. Borussia Dortmund belegt nun offenbar die Pole Position! Die Gründe dafür:

Beraterteam will behutsame Entwicklung von Havertz fördern

Havertz lässt sich von der Spielerrat GmbH managen. Das Beraterteam besteht zum Teil aus früheren Fachkräften des adidas-Konzerns und gilt als ehrgeizig, allerdings auch als sehr besonnen in seiner Vorgehensweise. Man denke an die Entwicklung von Nationalspieler Serge Gnabry, der erst noch für Werder Bremen und die TSG 1899 Hoffenheim auflief, bevor er endgültig den Schritt zum FC Bayern wagte. Nach fussball.news-Informationen soll es nun die Überlegung geben, Kai Havertz im Jahr 2020 doch noch nicht zu einem ganz großen Top-Klub in Europa zu transferieren. Ein Zwischenschritt wird für eine durchaus passende Option gehalten. Ins Profil passt dabei ein Klub, der eine ernsthafte Chance auf Titel besitzt, aber jungen Spielern bewährte Rahmenbedingungen bietet, um sich behutsam in Richtung Weltklasse zu entwickeln. Für dieses Profil ist Borussia Dortmund in Fußball-Europa bekannt und eine der ersten Adressen.

Brandt und Reus stehen im Austausch mit Havertz

Hinzu kommt: Spitzenspieler des BVB buhlen recht offen um die Gunst von Havertz. Anfang September hatte Dortmunds Marco Reus gegenüber Sport1 gesagt: „Ich werde alles versuchen, ihn nach Dortmund zu lotsen.“ Einen Tag später beschwichtigte zwar Sportdirektor Michael Zorc in der Bild-Zeitung: „Die Sache ist geklärt. Ich habe mit Marco gesprochen und er hat mir gesagt, dass es nur ein flapsig gemeinter Spruch war, der leider falsch interpretiert wurde.“ Doch nach fussball.news-Informationen ist aus Spaß Ernst geworden. Zumal der BVB mit dem Ex-Leverkusener Julian Brandt einen besonders guten Draht zu Havertz besitzt. Brandt und Havertz brillierten vergangene Saison im Mittelfeld von Bayer Leverkusen und gelten als sehr enge Freunde – die sportliche Zukunft von Havertz soll in der Kommunikation mit Reus und Brandt auch weiter Thema sein.

Bei Sancho-Verkauf: Wenn holt der BVB als Ersatz?

Und: Dem Vernehmen nach geht Borussia Dortmund davon aus, Flügelstürmer Jadon Sancho kommenden Sommer verkaufen zu müssen. Die Ablösesumme für den 19-jährigen Engländer soll deutlich über 100 Millionen Euro liegen – Geld, dass dann in einen neuen Superstar für das Mittelfeld investiert werden soll. Dabei wollen die Borussen dem Vernehmen nach von ihrer Strategie abkehren, Talente aus dem Ausland günstig zu kaufen. Denn bei positiver Entwicklung wollen die Legionäre Dortmund meist schnell wieder verlassen. Mit einem deutschen Superstar wie Kai Havertz erhofft man sich wohl eine etwas längere Zusammenarbeit – und auch in Sachen Marketing einen nachhaltigen Schub.

BVB als lachender Dritter?

Was den Dortmundern zudem noch in die Karten spielt: Bayern München schwächelt nicht nur sportlich, auch in Sachen Kommunikation und Kaderplanung geben die Münchner ein immer schwächeres Bild ab. So soll es in der deutschen Beraterszene nicht gut angekommen sein, wie Leipzigs Sturmtalent Timo Werner von den Münchnern erst umworben, dann aber fallen gelassen wurde. Auch diverse flapsige Sprüche über mögliche Transfers sorgen bei manchen Verantwortlichen für Verwunderung. So gilt als gesetzt, dass Bayer Leverkusen eine Ablösesumme von 100 Millionen Euro plus X für Kai Havertz erwartet, Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß sagte dagegen im November über einen möglichen 100-Millionen-Transfer im Vereinsmagazin Säbener 51: „So eine Summe wäre stemmbar. Aber ich glaube nicht, dass sie fällt, wenn man geschickt genug vorgeht.“ Man kann nicht zocken wollen, wo es nichts zu zocken gibt, zumal so ein Verhalten auch schnell in Verbindung mit fehlender Wertschätzung gebracht werden kann. Viel bedeutender aber noch: Erneut kann Bayern München in den Gesprächen mit Spielerberatern nicht sagen, wer künftig die Mannschaft trainieren wird, was einen großen Unsicherheitsfaktor darstellt. Schließlich wollen Top-Talente wissen, wohin sie ein Star-Trainer sportlich führen kann, unabhängig von möglichen Titelgewinnen mit der Mannschaft. In Dortmund entwickeln sich dagegen Top-Talente fast unabhängig vom jeweiligen Trainer in atemberaubender Weise. So könnte Borussia Dortmund der lachende Dritter im Transfer-Poker um Kai Havertz werden, auch wenn dafür eine Meisterleistung in Sachen Lobbyarbeit erforderlich ist.

About Daniel Michel

Daniel Michel gründete im Dezember 2015 das Nachrichtenportal fussball.news. Er ist zudem Co-Herausgeber einer Fußball-Buchreihe und Autor mehrerer Bücher und Kalender.

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