Bundesliga

Weinzierl über seine Zeit auf Schalke: „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht“

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Markus Weinzierl ist nun Trainer des VfB Stuttgart – vor rund 15 Monaten wurde er von seiner Aufgabe als Coach von Schalke 04 entbunden.

Weinzierl musste nach nur einer Saison im Sommer 2017 sein Amt als Trainer von Schalke 04 aufgeben. Die Königsblauen hatten die Qualifikation für einen Europacup-Wettbewerb verfehlt.  Auf die Frage des kicker nun, ob er nach seiner Station beim FC Augsburg mit dem Wechsel zu Schalke 04 im Jahr 2016 womöglich zu schnell einen zu großen Schritt in seiner Karriere getätigt habe, antwortete Weinzierl: „Überhaupt nicht. Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht.“ Der Niederbayer führte aus, dass es der wohl einzige Makel gewesen war, mit Schalke 04 die ersten fünf Saisonspiele verloren zu haben („sonst war alles in Ordnung“) – die fünf Start-Pleiten waren demnach eine Hypothek für die komplette Spielzeit. So haderte Weinzierl: „Nach so einem Start hat man als Trainer in einem so großen Verein und einem so emotionalen Umfeld automatisch ein Problem. Anschließend haben wir die Kurve gekriegt. Aber am Ende fehlten uns in der Liga fünf Punkte fürs internationale Geschäft und in der Europa League zehn Minuten zum möglichen Einzug ins Halbfinale. Das genügt, damit so ein Verein etwas Neues machen will.“ Schalke sei dennoch ein großer Klub und er habe zahlreiche Erkenntnisse gewonnen, versicherte der 43-Jährige.

Der Nachteil eines Traditionsklubs

Kurioserweise hat nun zwei Saisons später auch Nachfolger Domenico Tedesco die ersten fünf Saisonspiele mit Schalke verloren. Der junge Coach ist trotz der Vize-Meisterschaft in der vergangenen Saison nun in die Kritik geraten. Für Weinzierl ist es fast schon ein gewöhnlicher Vorgang. Denn: „Traditionsvereine bringen viele Vorteile mit sich, zum Beispiel die enge Verbundenheit mit und die Zuneigung von den Fans. Aber Traditionsklubs sind auch sehr emotional. Dort braucht man Erfolg noch mehr als anderswo. Der Druck ist größer.“ Weinzierl will jedoch die Herausforderung, einen großen Traditionsklub zu coachen, nicht missen. Er resümierte: „Das macht doch den Reiz aus, und es ist für jeden Trainer eine Auszeichnung, dort arbeiten zu dürfen.“ So versucht Weinzierl nun mit dem VfB Stuttgart in die Erfolgsspur zurückzufinden.

About Daniel Michel

Daniel Michel, Jahrgang 1981, gründete im Dezember 2015 das Nachrichtenportal fussball.news. Zuvor war er als freier Journalist u.a. bei Sport1, Eurosport und der Perform Group tätig. Er ist zudem Co-Herausgeber einer Fußball-Buchreihe und Autor mehrerer Bücher und Kalender.

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