Bundesliga

Warum „Zugang“ Trapp die Eintracht auf ein anderes Niveau hebt

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Kevin Trapp stand nach mehrmonatiger Schulterverletzung gegen die TSG Hoffenheim (2:1) wie geplant wieder auf dem Feld. Und der Torhüter von Eintracht Frankfurt zeigte auf mehreren Ebenen, warum er für die Hessen so wichtig ist.

Kevin Trapp ist in diesem Winter wie ein Neuzugang für Trainer Adi Hütter und Eintracht Frankfurt. Der Schlussmann wurde nach einem Jahr auf Leihbasis im vergangenen Sommer für rund acht Millionen Euro fest verpflichtet, verletzte sich aber am 6. Spieltag beim Duell gegen Union Berlin (2:1) schwer an der Schulter und fiel monatelang aus. So richtig helfen konnte der Ex-Spieler von Paris Saint-Germain, obwohl er bei den bisher einzigen beiden Bundesliga-Auswärtssiegen zwischen den Pfosten stand, daher noch nicht. Das soll sich 2020 aber ändern.

a) Starke Paraden gegen Hoffenheim

Als Eintracht Frankfurt nach ordentlicher Anfangsphase und 1:0-Führung bei der TSG Hoffenheim erstmals etwas wackelte, war Trapp bei einem tollen Kopfball von Benjamin Hübner mit einer Glanzparade zur Stelle. Kurze Zeit später wehrte der Schlussmann noch einen Distanzschuss von Konstantinos Stafilydis zur Seite ab. Als die TSG den Druck nach dem Ausgleich in der zweiten Halbzeit erhöhte, beherrschte Trapp seinen Strafraum und war bei einem weiteren Abschluss hellwach. Die lange Verletzungspause war ihm kaum anzumerken, das Vertrauen in den eigenen Körper ist – wie vor allem die Flugparade gegen Hübner zeigte – vollständig zurück.

b) Andere Ausstrahlung als Ex-PSG-Spieler und Nationalspieler

Frederik Rönnow hat Trapp während dessen Verletzungspause hervorragend vertreten. Der Däne konnte sich in seiner Zeit als Reservist bei der Eintracht in Ruhe weiterentwickeln und glänzte vor allem gegen Bayer Leverkusen oder in der Europa League bei Arsenal mit ganz starken Szenen auf der Linie. Doch Ex-Profi Rene Adler sprach bereits im Dezember bei Sky an, weshalb Trapp der Eintracht fehlt: „Es geht auch darum, Dinge klar anspruchen und vorher schon auf Dinge hinzuweisen. Da fehlt er definitiv.“

Trapp konnte sich bei Paris Saint-Germain mit den besten Fußballern in Europa messen, hat Zlatan Ibrahimovic, Neymar und Kylian Mbappe aus nächster Nähe erleben und deren Torschüsse im Training parieren dürfen. Zudem war der Schlussmann Teilnehmer der Weltmeisterschaft 2018 und will bei der Europameisterschaft im Sommer zwischen den Pfosten stehen. Die Gegner in der Bundesliga wissen um dieses Gesamtpaket und haben durchaus Respekt vor der Führungspersönlichkeit der Frankfurter. So mahnte er auch nach dem ersten Sieg nach sieben sieglosen Partien in Hoffenheim: „Wir haben insgesamt eine gute Leistung gezeigt. Dennoch gibt es Dinge, die wir verbessern können. Als Torhüter spiele ich natürlich am liebsten zu Null, aber der Sieg steht über allem und gibt uns Selbstvertrauen.“

c) Große Erfahrung mit viel Konstanz

154 Bundesliga-, 63 Ligue-1-, 22 Europa-League-, zwölf Champions-League- und drei Länderspiele: Die Vita von Trapp ist reichlich bestückt, er hat sich in den vergangenen Jahren mit einigen Stars aus den europäischen Topligen gemessen. Der gebürtigen Saarländer hat den Sprung in die Weltklasse zwar verpasst, doch insgesamt zählt Trapp durchaus zu den europäischen Toptorhütern. Er agiert seit Jahren schon konstant und patzte dabei äußerst selten gravierend. Seine Ruhe und Erfahrung strahlt automatisch auch auf die Vorderleute aus. Mit Trapp im Tor holten die Hessen in der Bundesliga bislang 13 von 21 möglichen Zählern.

d) Spielaufbau mit neuer Note

In der 27. Minute war es ein langer Ball von Trapp, der punktgenau bei Mijat Gacinovic landete. Der Serbe schien davon überrascht, sein Querpass wurde von Hübner in letzter Sekunde neben das eigene Gehäuse gegrätscht. Natürlich landete nicht jedes riskante Zuspiel von Trapp beim Mitspieler und sicherlich besteht auch in dieser Disziplin nach langer Pause Nachholbedarf. Doch mit jeder Partie mehr wird die Sicherheit zurückkehren. Dem Spielaufbau der Hessen jedenfalls tut die fußballerische Qualität von Trapp gut.

e) Ehrgeiz und hohe Motivation

Trapp will es allen zeigen und sich erneut für einen Platz hinter seinem Kumpel Manuel Neuer und Marc-Andre ter Stegen bei Bundestrainer Joachim Löw bewerben. Doch wer den Keeper kennt, der weiß auch, dass die Saison mit der Eintracht für ihn noch nicht abgehakt ist. Trapp hat das internationale Geschäft stets als Ziel, er will sich auf europäischem Boden mit den stärksten Teams und Akteuren messen. Sollten in der Liga die nötigen Punkte schnellstmöglich eingefahren werden können, wird er den Blick sicherlich schnell nach oben richten und für viel Spannung in allen drei Wettbewerben (DFB-Pokal, Europa League, Bundesliga) kämpfen.

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