Bundesliga

Warum sich der FC Bayern an die Saisons 2001/02 und 2004/05 erinnern sollte

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Zahlreiche Berichte erwecken den Eindruck, dass FC-Bayern-Trainer Niko Kovac kurz vor der Entlassung stehen könnte. Damit würde der deutsche Rekordmeister jedoch zu diesem Zeitpunkt einen weiteren Fehler begehen.

Niko Kovac ist noch nicht mal 100 Tage im Amt und hat sicherlich einige Fehler begangen beim FC Bayern. Aber ist es jetzt schon an der Zeit, ihm den Laufpass zu geben? Dazu sollte die FC-Bayern-Führung sich an die Saisons 2001/02 und 2004/05 zurückerinnern.

Kovac-Brüder erlebten ähnliche Krise 2001/02

Rein zufällig kamen die Kovac-Brüder als Spieler zur Saison 2001/02 nach München. Der FC Bayern war damals Champions-League-Sieger und galt als nahezu unbesiegbar. Selbst mit einer B-Elf räumten die München in Liga und Königsklasse zunächst alles ab. Es gab Lobpreisungen von der Konkurrenz und den Medien – bis kleine Unachtsamkeiten ab dem 13. Spieltag einen Negativlauf einläuteten. Die Krise der Bayern hielt bis Februar 2002 an und war nahezu unerklärlich. Danach erholten sich die Münchner und hatten sogar bis zum letzten Spieltag noch eine Chance auf die Meisterschaft. Die Hauptursache damals für das Leistungstief: Die Generation um Kapitän Stefan Effenberg war nach drei erfolgreichen und aufreibenden Jahren mental ausgelaugt – und der Klub hatte im Sommer 2001 kaum neue Spieler verpflichtet, um einen Generationswechsel einzuleiten. Der Klub wollte sich gegenüber den Königen Europas dankbar zeigen. Das Problem wurde mit der Verpflichtung von Michael Ballack erst ein Jahr später gelöst. Die Kovac-Brüder holten mit Ballack dann das Double 2003. Um die Überleitung zur Saison 2018/19 zu finden: Es ist naheliegend, dass die Generation Manuel Neuer nach sechs erfolgreichen Jahren mental ausgelaugt sein könnte – und erneut hat die Klub-Führung im Sommer nur wenige neue Spieler verpflichtet (genua genommen: nur Leon Goretzka).

Lucio plante 2004/05 wohl Aufstand gegen Magath

Und noch eine Saison sollte der FC-Bayern-Führung zu denken geben. 2004 holten die Münchner Trainer Felix Magath, der zuvor in Stuttgart erfolgreich gearbeitet hatte. Gleich zu Beginn gab es eine deftige Niederlage gegen Bayer Leverkusen. Ein Teil der Spieler, angeführt wohl von Verteidiger Lucio, planten gegen „Quälix“ Magath den Aufstand. Doch die FC-Bayern-Führung mit Uli Hoeneß machte den Profis klar, dass man Magath großes Vertrauen schenke und eine Meuterei der Spieler nicht hingenommen werde. Lucio und Kollegen fügten sich dem Machtwort von Hoeneß – die Münchner holten (mit Robert Kovac) das Double! Parallelen von 2004/05 sind auch in der aktuellen Spielzeit zu finden: Einige FC-Bayern-Profis sollen Medienberichten zufolge intern gegen Coach Kovac poltern. Was nun erstmal fehlt, ist das Machtwort der Vereinsführung. Danach gilt es für den Klub, radikal den Umbruch einzuleiten.

About Daniel Michel

Daniel Michel, Jahrgang 1981, gründete im Dezember 2015 das Nachrichtenportal fussball.news. Zuvor war er als freier Journalist u.a. bei Sport1, Eurosport und der Perform Group tätig. Er ist zudem Co-Herausgeber einer Fußball-Buchreihe und Autor mehrerer Bücher und Kalender.

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