Bundesliga

Warum Mainz beim Wettbieten um Top-Talente nicht mitmacht

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Die atemberaubende Entwicklung der Ablösesummen für Profis hat in den vergangenen Jahren auch Auswirkungen auf den Nachwuchsbereich gehabt. Nicht selten wechseln heute schon Teenager für hohe sechsstellige Beträge die Klubs. Bei diesem Wettbieten macht der 1.FSV Mainz 05 ganz bewusst nicht mit.

„Wir würden im Nachwuchsbereich nie einen ausländischen Spieler oder auch innerdeutsch einem unserer potenziellen selbstausgebildeten Jungs auf der jeweiligen Position vor die Nase setzen“, sagt Rouven Schröder dazu gegenüber Sport Bild. Tatsächlich stehen im aktuellen Profikader gleich zehn Spieler, die der Verein bereits im Nachwuchsbereich gefördert hat. Hinzu kommen einige ausländische Spieler jungen Alters, in die die Rheinhessen durchaus kräftig investiert haben.

„Nicht in der Lage zu hoffen, dass einer funktioniert“

Aaron Martin, Jeremiah St. Juste und Jean-Philippe Mateta etwa kosteten den Klub etwa 25 Millionen Euro. Der Unterschied zum Nachwuchsbereich: Die drei hatten ihre Tauglichkeit im Profifußball bereits nachgewiesen oder wenigstens angedeutet. „Wir sind finanziell gar nicht in der Situation und Lage, vier Spieler zu holen und zu hoffen, dass einer davon funktioniert“, so Schröder in Bezug auf die Jugendarbeit. Für Volker Kersting ist es darüber hinaus auch eine philosophische Frage.

„Oder haben wir vorher etwas falsch gemacht?“

„Wenn man für viel Geld einen Jugendspieler holt, ist der so viel besser als die vorhandenen Spieler, oder haben wir da vorher etwas falsch gemacht?“, so der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums. Für ihn wären teure Investitionen in Spieler aus der Ferne „Wetten auf die Zukunft“, die nicht zum 1.FSV Mainz 05 passen. Dass dieser Weg trotzdem funktionieren kann, zeigen nicht nur die vielen Eigengewächse im Profikader. Auch die Nachwuchsabteilung des Klubs lässt immer wieder aufhorchen. Aktuell steht etwa die U19 in der Bundesliga Süd/Südwest vor stets hochgehandelten Teams vom FC Bayern, VfB Stuttgart oder der TSG Hoffenheim.

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