2. Bundesliga

Warum Hecking das frühe Pokal-Aus in die Karten spielt

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Cheftrainer Dieter Hecking sieht im frühen Pokal-Aus des Hamburger SV gegen den VfB Stuttgart einen Vorteil für den Aufstiegskampf. In einer Presserunde nach dem Spiel lieferte der 55-Jährige eine Erklärung ab, die unter den Fans für Diskussionsstoff sorgt.

„Ich habe mal geschaut, wann die dritte und vierte Pokalrunde stattfinden: Das ist im Frühjahr, wenn es in der Meisterschaft um alles geht. Ich wäre trotzdem gerne weitergekommen. Wenn ich es jetzt berücksichtige, was für uns vielleicht im Frühjahr auf dem Spiel steht, und ich heute durch die medizinische Abteilung gehe und sechs angeschlagene Spieler sehe, dann weiß ich, dass ich das im Frühjahr nicht gerne hätte. Man sieht, was solche intensiven Pokalspiele, die jetzt ja noch intensiver werden, für Körner kosten“, sagte Hecking.

Hat er recht?

Einerseits hat er mit seiner Einschätzung recht. In der vergangenen Saison erreichten die Rothosen das Halbfinale des DFB-Pokals, was möglicherweise Kraft und Konzentration für den Aufstiegskampf gekostet hat. Aber darf man von Profifußballern denn nicht erwarten, auch unter der Woche Vollgas geben zu können? Zumal der HSV in dieser Saison trotz einiger verletzter Spieler über einen breiteren Kader verfügt. Bedenkt man, dass andere Clubs sogar in drei Wettbewerben vertreten sind, macht es sich Hecking mit seiner Erklärung zu leicht. Andererseits muss der HSV aus wirtschaftlichen und sportlichen Gründen alles dem Ziel Wiederaufstieg unterordnen. Und man kann der Mannschaft wahrlich nicht vorwerfen, das Weiterkommen im Pokal abgeschenkt zu haben. Ein zusätzliches Pokalspiel dürfte angesichts der Belastung aber auch für HSV-Profis drin gewesen sein.

About Daniel Jovanov

Daniel Jovanov zählt zu den führenden Reportern in Sachen Hamburger SV. Er berichtet unter anderem für die ZEIT und NDR.de. Seit Sommer 2019 zählt er auch zum Autorenteam von fussball.news. Sein Buch über den HSV „Der Abstieg: Wie Funktionäre einen Verein ruinieren“ (Rowohlt-Verlag; 2018) zählte zu den Bestsellern im Bereich Fußball-Bücher.

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