Champions League

Tor-Flaute bei Top-Spielen: Warum es eher auf Robben als auf Lewandowski ankommt!

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München – Beim FC Bayern hofft alles auf die Rückkehr von Robert Lewandowski. Der an der Schulter lädierte Top-Stürmer soll mit seinen Toren den FC Bayern doch noch ins Halbfinale der Champions League schießen. Die Münchner wollen bei Real Madrid den 1:2-Rückstand noch umbiegen.

Müller konnte Lewandowski nicht adäquat ersetzen

Sicherlich: Im Hinspiel war das Fehlen von Robert Lewandowski offensichtlich. Mittelstürmer-Ersatz Thomas Müller fehlte gegen Real Madrid und Abwehrchef Sergio Ramos die Qualität, um sich im Strafraum durchzusetzen oder auch nur Mitspieler in Szene zu setzen. Seitdem wird mehr denn je über die Abhängigkeit der Münchner von Robert Lewandowski berichtet. Sein Einsatz im Rückspiel sollte glücken. Doch wie fussball.news auch Mitte 2016 schon darlegte: Auch Lewandowski hat markante Schwächen, weshalb er eben sich noch nicht mit den Weltfußballern Cristiano Ronaldo und Lionel Messi auf Augenhöhe sehen sollte – zumindest bislang.

Lewandowski mit schwacher Bilanz

Denn Lewandowski hat im Trikot des FC Bayern bei Top-Spielen eine Tor-Flaute. Besonders markant ist diese in Champions-League-Auswärtsspielen – vor allem in der K.o.-Phase der Königsklasse, wenn es ans Eingemachte geht. So glückten Lewandowski in der K.o.-Phase der Champions League 2015/16 in sechs Spielen nur zwei Treffer, beide davon zu Hause in der Allianz Arena.

Großchance gegen Barcelona vergeben

Auch in der Champions-League-Saison 2014/15 hatte Lewandowski kaum Glück. Im Halbfinal-Hinspiel beim FC Barcelona traf er aus fünf Metern das leere Tor nicht. Als Entschuldigung kann angeführt werden, dass der Pole damals mit Gesichtsmaske spielte, da er zuvor im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Dortmund schwer verletzt wurde. Jedoch: Auch 2014/15 gelang ihm in der K.o.-Runde auswärts kein Tor in der Champions League. In der aktuellen Saison traf Lewandowski bei Arsenal London im Achtelfinal-Rückspiel (5:1) immerhin ein Mal, es war der Elfmeter zum 1:0.

Auch gegen die Top-Teams der Bundesliga läuft es kaum

Und: Sieben Mal spielte der FC Bayern in der Bundesliga in dieser Saison gegen ein Team, das vor Spielbeginn einen Platz in den Top Vier der Tabelle belegte. Lewandowski traf nur in zwei dieser sieben Spiele – jeweils in Heimspielen. Zudem: 2015/16 traf Lewandowski gegen die Top Vier der Tabelle (Dortmund, Leverkusen, Gladbach) nur in einem der sechs Duelle, auch im Pokal-Finale gegen Dortmund blieb „Lewy“ darüber hinaus ohne Treffer. Wenn sich Lewandowski fragt, warum er bei der Weltfußballer-Wahl stets weit abgeschlagen von den Top Fünf liegt, sollte er seine Leistung in Top-Spielen mit dem FC Bayern hinterfragen. Natürlich kann Lewandowski seine Bilanz in jedem neuen Spiel aufbessern, doch es gibt schon einen Trend festzustellen: Im Dress des FC Bayern kommt er in Top-Spielen seiner Hauptaufgabe – dem Tore-Schießen – kaum nach, obwohl er durchaus Chancen dazu hat.

Glückt Robben ein weiteres Highlight?

Womöglich muss es mit dem Toreschießen für den FC Bayern deshalb ein anderer Star richten: Arjen Robben. Seit zehn Jahren hängt es in der Regel am Niederländer, ob der FC Bayern auf europäischer Ebene und in Top-Spielen Erfolge einfahren kann. Ist der Flügelstürmer verletzt, ist für die Münchner meist vorzeitig in der Königsklasse Schluss. Vergibt er Großchancen wie im Champions-League-Finale 2012, dann reißt die Partie auch kein anderer Star herum. Doch ist Robben „on fire“, dann läuft es beim FC Bayern in der Regel. Legendär sein Auswärtstor per Linksschuss 2010 bei Manchester United im Viertelfinale. Erst im Finale wurde der FCB damals von Inter Mailand gestoppt, weil der Niederländer in der Regel von drei Gegenspielern umstellt war, Teamkollege Franck Ribery gesperrt fehlte und sonst kein Bayern-Star Final-Niveau besaß. Als Highlight in der Karriere von Robben gilt natürlich das Finale der Königsklasse 2013, als er den Siegtreffer zum 2:1 gegen Borussia Dortmund erzielte.

Robben bläst zur Attacke

Robben war es nun am Sonntag, der seit einer Woche geknickt wirkende Bayern zur Aufholjagd anstachelte. „Die erste Chance am Dienstag muss ein Tor sein!“, betonte der Niederländer. Die Vergangenheit besagt, dass es dabei eher auf Robben als auf Lewandowski ankommen wird.

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