Borussia Dortmund

Warum der BVB bei Weigl umdenken könnte

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Borussia Dortmund hat am Freitag einen Doppeltest gegen die niederländischen Erstligisten Willem II und Feyenoord mit Siegen (3:2 und 2:1) bestritten. Julian Weigl kam dabei gegen den namhafteren Gegner aus Rotterdam über 90 Minuten zum Einsatz. Das dürfte allerdings kein Fingerzeig für die Rückrunde sein: Er half in der Innenverteidigung aus.

Der 22-Jährige hatte bereits zum Hinrundenabschluss gegen Borussia Mönchengladbach in der Verteidigung gespielt, weil die Stammspieler Manuel Akanji, Abdou Diallo und Dan-Axel Zagadou fehlten. Die beiden Franzosen sind aber auf Kurs, zum Rückrundenauftakt bei RB Leipzig spielfähig zu sein. Für Weigl dürfte das eine Rückversetzung auf die Ersatzbank bedeuten. Mit Ausnahme des 2:1-Siegs gegen Gladbach kam der Sechser auf nur drei Einsätze in der Bundesliga-Hinserie. Dennoch will der BVB ihn nach Aussage von Sportdirektor Michael Zorc partout nicht im Winter abgeben. Nun soll aber Paris Saint-Germain sein Werben nochmals intensiviert haben.

Macht PSG Ernst?

Dies berichtet Sky Sport. Demnach arbeite PSG-Direktor Antero Henrique „mit Hochdruck“ daran, den Wunschspieler von Thomas Tuchel aus Dortmund loszueisen. Tuchel hatte Weigl in seinen zwei Spielzeiten in Dortmund gefördert und bis in die Nationalmannschaft gebracht. Im auf große Dominanz im Ballbesitz ausgelegten System kam er bestens zur Entfaltung. Unter den Trainern Peter Bosz, Peter Stöger und Lucien Favre sind die Qualitäten des Oberbayern hingegen weniger gefragt. Deshalb soll sich Weigl selbst einen Wechsel schon im Winter gut vorstellen können.

Tuchel fordert seit Monaten Verstärkung im Mittelfeld

Dafür bräuchte es aber ein Umdenken beim Herbstmeister. Anzeichen gibt es dafür aktuell keine. Allerdings werden sich die BVB-Bosse bei einem entsprechend werthaltigen Angebot aus Paris sehr wohl überlegen müssen, ob sie es ablehnen wollen. Denn die akute Not auf der Sechser-Position, die Tuchel im Saisonverlauf immer wieder betont hat, wird PSG so oder so schließen wollen. Kommt Weigl nicht, kommt eben ein anderer Mittelfeldmann. Damit würde sich gegebenenfalls aber auch für den Sommer ein Fenster schließen. Dortmund könnte es dann schwer haben, einen zahlungskräftigen Abnehmer für einen scheinbar wechselwilligen Spieler zu finden.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Klar ist, dass eine weitere Halbserie als Reservist nicht eben zur Wertschöpfung beiträgt. Der BVB dürfte nie wieder eine so hohe Ablösesumme für Weigl fordern können, wie in diesem Winter vom beinahe verzweifelt wirkenden Nobelklub aus der französischen Hauptstadt. Nun sind die Schwarzgelben keine Bank, wie Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zu sagen pflegt. Und dass Dortmund der Möglichkeit, um die Meisterschaft zu spielen, alles unterordnet, ist auch mehr als verständlich.

Innenverteidiger-Engpass legt sich

Allerdings ist fraglich, wie sehr der Verein Weigl wirklich braucht, um das große Ziel zu erringen. Schließlich ist der Engpass in der Innenverteidigung bald Geschichte, vor allem, wenn der Transfer von Leonardo Balerdi von den Boca Juniors endgültig abgeschlossen ist. Sodann wird sich Weigl wieder hinter Thomas Delaney und Axel Witsel sowie vermutlich auch Mahmoud Dahoud einreihen. Natürlich bietet der 22-Jährige eine herausragende Versicherung für den Fall, dass sich eine Stammkraft verletzen sollte. Ob die aber wertvoller wäre als eine hohe Ablöse, ist die Frage, die sich die BVB-Bosse stellen müssen.

Nur zweimal als Sechser gebraucht

In der Hinrunde setzte Favre in der Bundesliga nur zweimal von Beginn an auf den Mittelfeldspieler Weigl. In beiden Spielen (4:3 gegen den FC Augsburg, 3:2 gegen den FC Bayern) standen allerdings sowohl Delaney als auch Dahoud zur Verfügung. Es handelte sich also nicht um eine Not, sondern Entscheidungen des Schweizers. Dass er mit der Nominierung Weigls gegen die Münchner komplett daneben lag und ihn nach 45 Minuten regelrecht erlösen musste, tut dabei sein Übriges. Auch der Rotationsbedarf dürfte durch den Eintritt in die K.o.-Phase der Champions League eher geringer denn höher werden. Unersetzlich ist der fünffache Nationalspieler jedenfalls keineswegs. Und ersetzliche Spieler haben beim BVB noch immer einen Preis gehabt. Wenn Paris ihn trifft, muss Dortmund eine Grundsatzentscheidung treffen.

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