Borussia Dortmund

Warum der BVB bei Haaland kein großes Risiko eingeht

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Borussia Dortmund hat das Rennen um die Unterschrift von Erling Haaland gewonnen. Der Norweger kommt von RB Salzburg ins Ruhrgebiet, band sich bis 2024 an den Klub. Während die Anhänger den Transfer feiern, gibt es auch kritische Stimmen und Unkenrufe. Doch das vermeintliche Risiko der Verpflichtung hält sich in Grenzen.

Eine Analyse von fussball.news-Redakteur Lars Pollmann

Mit einer kolportierten Ablösesumme von etwa 20 Millionen Euro ist Haaland für den BVB ein Schnäppchen. Treffsichere Stürmer kosten für gewöhnlich mehr, erst recht im Wintertransferfenster. Möglich macht den Deal eine Ausstiegsklausel, die sich der Clan des Norwegers vorausschauend in Salzburg in den Vertrag schreiben ließ. Mit der Entourage des Jungstars dürfte sich auch die Führung des BVB über kurz oder lang befassen müssen. Die Unkenrufe lauten nun, man habe sich in Person von Mino Raiola geradezu mit dem Teufel ins Bett gelegt.

Zwischenschritt Dortmund

Klar ist, der Super-Agent bereitet den Klubs seiner Schützlinge häufig Kopfzerbrechen. Er bekommt, was er will und holt dabei für seine Klienten häufig das Optimum heraus. Unausgesprochen aber allen Beteiligten bewusst ist nun auch, dass Haaland sich nicht der schönen Gegend wegen auf ewig an Borussia Dortmund bindet. Vielmehr liegt auf der Hand, dass sich der 19-Jährige beim BVB am perfekten Ort für die Weiterentwicklung wähnt, ehe es zu einem Klub aus dem obersten Regal des internationalen Fußballs geht. Solange das allen Beteiligten klar ist, und Haaland die Leistungen zeigt, die er für einen späteren Wechsel in die Weltspitze zeigen muss, muss hier aber kein Nachteil für Dortmund entstehen.

Er gehört nicht zu den absoluten Top-Verdienern

Größer scheint das Risiko eher in wirtschaftlicher Hinsicht. Da sind die 20 Millionen Euro Ablöse zwar ein Schnäppchen, das Gesamtpaket beläuft sich aber je nach Lesart verschiedener Medien auf eine Summe von 80 bis 100 Millionen Euro. Darin sind Gehalt für viereinhalb Jahre, Handgeld, Ablöse und Honorare für Agenten zusammengefasst. Die Summe schreckt auf den ersten Blick ab, sie ist aber allenfalls für einen so jungen Spieler außergewöhnlich. Mit hoher Wahrscheinlichkeit gehört Haaland aber mit einem kolportierten jährlichen Salär von acht Millionen Euro nicht zur obersten Etage der BVB-Verdiener. Mehr noch: Stimmen Medienberichte, verdient er weniger als Mario Götze.

Verbleib von viereinhalb Jahren unrealistisch

Dessen Vertragsverlängerung ist durch die Verpflichtung von Haaland nochmal unwahrscheinlicher geworden. Es ist also durchaus vorstellbar, dass Dortmund durch den gedanklichen Tausch vom Weltmeister zum Jungstar an laufenden Kosten sogar einspart. Hinzu kommen drei wichtige Faktoren. Erstens ist wohl unwahrscheinlich, dass Haaland viereinhalb Jahre Gehalt beim BVB beziehen wird. Sie würden sich in Dortmund kaum dagegen wehren, die Karriereplanung des Stürmers dürfte aber anders aussehen. Insofern schrumpft das Paket womöglich signifikant.

Wiederverkaufswert über Einkaufspreis

Zweitens, und der wohl wichtigste Punkt, liegt der Wiederverkaufswert von Haaland mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit über dem Einkaufspreis. Junge Stürmer, die wissen wo das Tor steht, und das hat der Norweger für Salzburg sogar in der Champions League eindrucksvoll bewiesen, sind extrem gefragt und extrem teuer. Es sei nur daran erinnert, dass die Konkurrenz vor dem Transfer nach Dortmund unter anderem Juventus Turin und Manchester United, also europäischen Fußball-Geldadel beinhaltete. Selbst wenn Haaland sich beim BVB nur zu einem guten Spieler entwickeln sollte, und nicht zum Superstar, den viele Experten in ihm sehen, würde Dortmund bei einem eventuellen Weiterverkauf ein sattes Plus machen. Drittens ist der Transfer durchaus auch als Vorgriff auf den Sommer zu verstehen. Da dürfte Jadon Sancho dem Ruf der heimischen Premier League erliegen, wenn er nicht nach Spanien wechselt.

Sancho-Einnahmen werden helfen

Wie es auch kommen mag, Borussia Dortmund wird eine Summe ins Haus flattern, die wohl deutlich im neunstelligen Bereich liegen wird. Der Engländer und Haaland spielen zwar nicht auf der gleichen Position, dennoch darf die Verpflichtung des Norwegers auch in der Hinsicht verstanden werden, dass der BVB die Produktivität von Sancho ersetzen muss. Natürlich würden die seriösen Kaufleute Hans-Joachim Watzke und Thomas Treß als zwei der Geschäftsführer des Klubs nie einen Transfer tätigen, den sie sich nur mit noch nicht fest einzuplanenden Einnahmen leisten könnten. Doch hilft die hohe Wahrscheinlichkeit des Abgangs von Sancho dennoch dabei, das stattliche Paket für Haaland zu schultern. Dass diesem ein sonderlich größeres Risiko beiwohnt als jedem anderen ambitionierten Transfer, ist aber ein eher abwegiger Gedanke.

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1 Comment

  1. Hartmut Schin

    29.12.2019 at 23:22

    Bla Bla lass den jungen besser wie lewi werden

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