Bundesliga

Von einem Angreifer zum „Trio Infernale“: So entwickelte Hütter den Angriff weiter

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

29 Treffer hat die Frankfurter Eintracht nach dem 3:1-Sieg beim FC Augsburg inzwischen erzielt, 23 davon davon gehen auf Sebastien Haller, Luka Jovic und Ante Rebic zurück. Auch in der Fuggerstadt war das „Trio Infernale“ nicht zu stoppen. Trainer Adi Hütter erklärte, wie die Idee entwickelt wurde.

Keine 60 Sekunden waren gespielt, da lag der Ball gegen den FC Augsburg im Netz. Makoto Hasebe hatte einen perfekten langen Ball auf Sebastien Haller gespielt, der sofort in den Lauf von Jonathan de Guzman weiterleitete und der Niederländer ließ sich die Chance nicht nehmen. Und die „Büffelherde“, wie Torhüter Kevin Trapp das „Trio Infernale“ taufte, war maßgeblich dran beteiligt.

Perfektes Verhalten ohne Ball

Haller als direkter Vorbereiter und die Sturmkollegen Luka Jovic und Ante Rebic durch perfektes Verhalten ohne Ball. Vize-Weltmeister Rebic zog Martin Hinteregger aus dem Zentrum raus, wodurch de Guzman in den freien Raum stoßen konnte. Der Mittelfeldspieler hätte sogar quer legen können, weil sich Jovic perfekt frei lief und das Leder nur noch über die Linie hätte schieben müssen.

Oktober und November ungeschlagen überstanden

Fest steht: Die Eintracht bleibt nach dem Oktober auch den gesamten November über ungeschlagen. In den vergangenen zehn Pflichtspielen holte das Team wettbewerbsübergreifend 28 Punkte, der vorläufige Sprung auf Tabellenplatz zwei ist die Krönung dieser überraschenden Entwicklung. Danach sah es im Sommer nicht aus: Die Vorbereitung? Verlief nach dem Umbruch teils chaotisch ab! Die beiden Niederlagen im Supercup-Finale gegen den FC Bayern München (0:5) und als Titelverteidiger im DFB-Pokal gegen den SSV Ulm (1:2) taten ihr übriges. Ante Rebic? Verletzt! Wer sollte es also richten?

Von einem Stürmer…

„Wir haben anfangs nur mit einer Spitze im 4-2-3-1-System gespielt“, erklärte Hütter im Aktuellen Sportstudio. Diese hieß Haller und der glänzte – aus Eintracht-Sicht glücklicherweise – mit Effizienz. Dennoch agierten die Frankfurter in vielen Situationen zu ungefährlich und waren hinten wackelig. Die Abstände? Zu groß! Das Pressing? Funktionierte nur zu selten! Die Viererkette? Ließ zu viele Torchancen zu!

… zur Doppelspitze…

Den „Befreiungsschlag“ gab es nach einer 1:3-Auswärtsniederlage bei Borussia Mönchengladbach im dararuffolgenden Heimspiel gegen Hannover 96 (4:1). Hütter brachte erstmals zwei Spitzen von Beginn an, neben Haller lief Rebic auf. „Ich bin es grundsätzlich gewohnt mit zwei Stürmern zu spielen. Das hat super funktioniert“, stellte der Coach fest.

… und zum „Trio Infernale“

Es klappte so hervorragend, dass Hütter förmlich dazu gezwungen wurde, alle drei gemeinsam von Beginn an auflaufen zu lassen. Bis zur Partie gegen den VfB Stuttgart ließ der der Trainer immer einen der Stürmer draußen sitzen. So war auch Jovic nach seinem Fünferpack (7:1) gegen Fortuna Düsseldorf nicht automatisch gesetzt. In der Auswärtspartie bei den Schwaben entschied sich der Österreicher dann für die Variante, alle zusammen stürmen zu lassen – und hält seitdem daran fest: „Sie haben da super zusammengespielt und wir haben 3:0 gewonnen. Gegen Schalke hat es auch gut geklappt und dann jetzt gegen Augsburg wieder.“

Sonderlob für das Trio

Hütter lobte sein Trio: „Sie spielen miteinander, kombinieren und legen sich Tore gegenseitig auf.“ In der Fuggerstadt waren Haller, Jovic und Rebic wieder an allen Treffern – und somit an insgesamt 28 der 29 Tore – der Frankfurter beteiligt. „Wir haben die komplette Balance im Spiel und stehen dazu noch defensiv stabil“, analysierte Hütter. Dies ist auch ein Verdienst der „Büffelherde“, die viele Meter macht, den Gegner unter Druck setzt und permanent beschäftigt.

Ritterschlag von Hinteregger

Hinteregger, der bei Augsburg eigentlich für die Stabilität verantwortliche Abwehrchef, wirkte ratlos: „Du kannst dich kaum auf sie einstellen. Sie sind allesamt körperlich robust und können was mit dem Ball. Sie können alle Positionen spielen und du weißt einfach nicht, wie du sie verteidigen sollst.“ Zudem habe die Eintracht – Hinteregger und Hütter kennen sich aus der Zeit bei RB Salzburg – einen „Toptrainer. Er weiß, wie man als mit den Spielern umgehen muss.“

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