2. Bundesliga

Vierte Niederlage im fünften Spiel: VfB-Chancenwucher wird chronisch

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Der VfB Stuttgart hat am Samstag beim VfL Osnabrück die vierte Niederlage in den letzten fünf Spielen in der 2. Bundesliga kassiert. Mit Ausnahme des Hamburger SV ging es dabei ausschließlich gegen Teams, die ein Aufstiegsfavorit wie die Schwaben für gewöhnlich beherrschen sollte. Der Chancenwucher scheint eines der größten Probleme zu sein.

Die Niederlage an der Bremer Brücke war erneut davon gekennzeichnet, dass die VfB-Profis trotz teilweise bester Chancen vor dem gegnerischen Tor versagten. „Immer die gleichen Fragen, immer die gleichen Antworten“, zitieren die Stuttgarter Nachrichten den genervten Sportdirektor Sven Mislintat. „Wir kommen sechsmal frei vors Tor, da musst du den Ball einfach mal reinschießen.“ Mit 20 Saisontoren liegt der VfB nicht nur hinter den Konkurrenten vom HSV (30) und Arminia Bielefeld (24, ein Spiel weniger) zurück. Auch Jahn Regensburg, der Karlsruher SC (jeweils ein Spiel weniger) und sogar der VfL Bochum (24) auf dem 16. Tabellenplatz haben mehr Treffer erzielt.

„Man muss es auch erzwingen“

„Im Torabschluss hat nicht nur das Glück, sondern auch die letzte Konsequenz gefehlt“, monierte Cheftrainer Tim Walter nach der Partie. „Manchmal muss man ein Tor auch erzwingen“, zitiert ihn die Vereinshomepage. Ins gleiche Horn blies Torhüter Gregor Kobel. „Uns fehlen im Abschluss immer die letzten ein, zwei Prozent“, bemängelt der Schlussmann. Die Hintergründe sind undurchsichtig. Schließlich kann es am Personal kaum liegen, der VfB Stuttgart stellt den wohl besten Kader der 2. Bundesliga. Auch ist die Spielweise unter Walter nicht etwa risikoarm und deswegen nach vorne harmlos.

„Kopf- und kein Qualitätsproblem“?

„Schlimmer wäre es, wenn wir hier überhaupt keine Torchance gehabt hätten“, sagt auch Philipp Klement. „Dass wir sie nicht nutzen, ist womöglich eher ein Kopf- und kein Qualitätsproblem“, so seine durchaus naheliegende Mutmaßung. Cheftrainer Walter jedenfalls will das Thema in der Länderspielpause intensiv angehen. „Wir haben heute gesehen, dass in der 2. Bundesliga jeder jeden schlagen kann, dessen müssen wir uns noch mehr bewusst sein“, sagte er nach der Partie. Die Unterbrechung im Spielrhythmus dürfte den Schwaben dabei gut tun. Stellt sich anschließend im Derby gegen den KSC jedoch keine Besserung ein, dürfte die Lage langsam aber sicher ungemütlich werden.

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