Borussia Dortmund

Vier Spieler, die den BVB im Winter verlassen sollten

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Borussia Dortmund hinkt seinen Zielen für die laufende Saison hinterher, ohne sie dabei schon komplett aus der Sichtweite verloren zu haben. Die im Sommer allseits gelobte Kaderplanung offenbart in der aktuellen Runde mehr Lücken als zuvor angenommen. Es scheint wahrscheinlich, dass der Klub im Winter nachlegt. Dafür könnten vier Profis Platz schaffen.

Klar scheint, dass die Suche nach einem neuen Stürmer Priorität hat. Paco Alcacer gehört zur Bundesliga-Spitze, wenn er fit ist. Das ist aber zu selten der Fall, um ihn als einzigen gelernten Mittelstürmer zu belassen. Das hat sogar der Klub zuletzt recht offensiv kommuniziert. Gute Angreifer sind aber teuer, noch dazu im Winter. Es ist deshalb ziemlich unrealistisch, dass ein Stürmer sozusagen obendrauf auf den bestehenden Kader neu hinzukommt. Vielmehr muss, auch angesichts ausufernder Personalkosten, wohl jemand weichen. Kandidaten gibt es einige.

Marcel Schmelzer

Zunächst wäre da Marcel Schmelzer. Der Ex-Kapitän spielt unter Trainer Lucien Favre quasi keine Rolle mehr. Beim Sieg bei Hertha BSC am Samstag kam er erst zum zweiten Mal diese Saison für die Schlussminuten von der Bank. Der Linksverteidiger wurde selbst da in seinem einzigen Laufduell vom Gegenspieler regelrecht stehen gelassen. Dass sich die Situation des ehemaligen Nationalspielers nach einem Trainerwechsel nachhaltig bessern würde, scheint schwer vorstellbar. Sein Wert bezieht sich heute fast ausschließlich auf die Kabine. Selbst beim Aufwärmen fungiert Schmelzer als eine Art Motivationstrainer. Mit im Januar 32 Jahren dürfte er aber noch den Anspruch haben, einige Zeit lang zu spielen. In Dortmund ist das trotz Vertrags bis 2021 kein realistisches Szenario mehr. Die Bild-Zeitung berichtete im Sommer von einem Jahresgehalt von vier Millionen Euro. Diese Einsparung käme dem BVB gut zupass.

Jacob Bruun Larsen

Ein Senkrechtstarter der starken Hinrunde 2018/19, läuft die aktuelle Saison für Jacob Bruun Larsen enttäuschend. Stets dabei aber kaum mittendrin, so ließe sie sich zusammenfassen. Er stand bei mehr Pflichtspielen im Kader als so manche Stammkraft, die mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Kommt aber nur auf 114 Minuten auf dem Feld. Obwohl Alcacer häufig fehlt und dadurch Konkurrenten des Dänen in den Sturm gerückt sind, haben sich seine Aussichten durch die Verpflichtungen von Julian Brandt, Thorgan Hazard und auch Nico Schulz nachhaltig verschlechtert. Der 21-Jährige stand seit Juni nicht mehr im Kader der A-Nationalmannschaft, für eine Teilnahme an der EURO 2020 bräuchte er dringend mehr Spielanteile. Weil die in Dortmund kaum denkbar sind, aber womöglich eine ordentliche Ablösesumme für das Talent zu erzielen wäre, scheint ein Verkauf eine allseitig sinnvolle Lösung.

Mahmoud Dahoud

Das Warten auf den Durchbruch des ausnehmend begabten, aber auch ausnehmend inkonstanten Mahmoud Dahoud stellt die Fans und Verantwortlichen bei Borussia Dortmund auch im dritten Jahr auf eine harte Geduldsprobe. Wer dachte, der Mittelfeldmann werde sich unter seinem ehemaligen Coach in Gladbach, Lucien Favre, zum späten Nachfolger von Ilkay Gündogan entwickeln, sieht sich seit 18 Monaten weitgehend getäuscht. Dahoud kommt über gute Ansätze zu selten hinaus, seinem Spiel wohnt weiterhin eine unerklärliche Fehleranfälligkeit an. Damit steht er nicht alleine im Kader, doch sind gerade im Mittelfeld die Chancen rar gesät. Mehr als bei anderen Profis mag seine Situation im Winter mit den Planungen anderer Transfers zusammen hängen. Sollte, wie durchaus hartnäckig in Medien berichtet wird, etwas am Gerücht um Emre Can dran sein, wäre Dahoud wohl endgültig zu einem Tapetenwechsel zu raten. Laut Bild wäre auch hier eine Gehaltsersparnis von immerhin vier Millionen Euro drin, wenngleich Can sicher teurer wäre.

Leonardo Balerdi

Als der BVB im Januar 2019 Leonardo Balerdi von den Boca Juniors aus Argentinien verpflichtete, galt er als perspektivische Verpflichtung für die neue Saison. Einen Monat vor Ende der Hinrunde lässt sich festhalten, dass diese Perspektive zu optimistisch war. Der 20-Jährige wartet weiter auf sein erstes Profi-Pflichtspiel. Dass es dazu auch in Berlin nicht kam, wo mit Mats Hummels ein Innenverteidiger vom Platz flog und der BVB eine Führung über die Zeit bringen wollte, spricht womöglich Bände. Dabei machte Balerdi im Sommer bei Testspielen einen vielversprechenden Eindruck. Ohne jede Spielpraxis lässt der sich aber nicht weiter verfestigen. Eine Leihe, die Dortmund im Sommer nach Anfrage des VfB Stuttgart abgelehnt haben soll, wäre nun sicher sinnvoll. Immerhin glaubt der Klub an das Talent des immerhin über 15 Millionen Euro teuren Verteidigers. Der hat übrigens zwei A-Länderspiele auf dem Buckel, eher er auch nur einmal für Borussia Dortmund auf dem Feld stehen durfte.

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