2. Bundesliga

Vergebener Sieg: Hecking sieht „Lernschritte, die wir gehen müssen“

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Der Hamburger SV hat trotz drückender Überlegenheit in Überzahl einen Pflichtsieg bei Schlusslicht SV Wehen Wiesbaden in der Nachspielzeit aus der Hand gegeben. Dieter Hecking zeigte sich im Nachgang nicht etwa sonderlich verärgert, sondern darf sich in seinen wiederholten Mahnungen bestätigt fühlen.

„Überall, wo der HSV auftaucht, ist Großkampftag“, so der Chefcoach gegenüber dem Radiosender NDR2. „Da wird alles versucht, uns den Schneid abzukaufen. Das sind die nächsten Lernschritte, die wir gehen müssen.“ Der erfahrene Übungsleiter hatte zuletzt immer wieder davor gewarnt, den Erfolg des Aufstiegsfavoriten als selbstverständlich hinzunehmen, weil die Qualität im Kader enorm ist. „Wir wissen, dass wir vom Leistungsvermögen vorne mit dabei sein werden, wenn wir das weiterhin genauso abrufen“, so Hecking. „Aber wir wissen eben auch, dass wir solche Spiele wie heute immer wieder auch drin haben.“

„Wir lassen sie am Leben“

Dabei scheint die Partie beim bisherigen Schlusslicht weniger grundsätzliche Probleme zum Vorschein gebracht zu haben, als womöglich eine einmalige Angelegenheit darzustellen. Denn der HSV scheiterte in erster Linie an der Chancenverwertung. Angesichts der nun 29 Treffer nach zwölf Spielen ist das Toreschießen aber keineswegs eine Sache, mit der sich die Rothosen bis dato schwergetan haben. „Mit dem 1:0, den Großchancen und dem Platzverweis denkst du schon, dass du das Spiel in deine Richtung gelenkt hast“, so Hecking. „Aber wir machen eben das 2:0 nicht, lassen Wehen am Leben.“

Hecking erinnert an „brutale Effizienz“ gegen Stuttgart

Zu hart ging der Castrop-Rauxeler mit seinen Spielern wegen des Chancenwuchers nicht ins Gericht. Zu frisch war dafür wohl die Erinnerung an das famose 6:2 gegen den VfB Stuttgart in der Vorwoche. „Da haben wir eine brutale Effizienz gehabt, da ist fast jeder Schuss drin gewesen“, erinnert Hecking. Bei Wehen Wiesbaden habe die letzte Konzentration im Abschluss gefehlt. Bisweilen habe das Team auch den richtigen Moment für den letzten Pass verfehlt. Es gab eine Vielzahl von Faktoren für die ausgelassene Entscheidung. „Aber klar, das zweite Tor hätte fallen müssen.“ Dennoch bleibt der Hamburger SV an der Tabellenspitze. Die muss er sich jetzt allerdings mit Arminia Bielefeld teilen.

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