2. Bundesliga

Unruhe im HSV-Vorstand: Darum gibt es Streit zwischen Hoffmann und Boldt

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Die blamable 2:5-Niederlage des Hamburger SV beim VfB Lübeck ist noch gar nicht wirklich verdaut, als Bernd Hoffmann schon die nächste Negativ-Meldung managen musste. Auf einer Zugfahrt zwischen Frankfurt und Hamburg wurde dem Vorstandsboss vergangene Woche der Laptop entwendet, berichtete die Bild-Zeitung.

Die Diebe hätten dem 56-Jährigen seinen Laptop zum Kauf angeboten, woraufhin Bernd Hoffmann die Polizei verständigte. Die Täter konnten nach kurzen Ermittlungen gefasst werden. „Die Polizei hat sehr schnell und professionell reagiert. Ich bin sehr froh, dass die Sachen so schnell wiederbeschafft wurden“, sagte der Präsident des Hamburger SV der Bild. Viel Zeit zum Durchschnaufen blieb allerdings nicht. Denn in der Zwischenzeit war ein noch viel größeres Problem an die Öffentlichkeit gelangt: Im Vorstand des HSV kriselt es!

Uneinigkeit bei der Suche nach neuem Stürmer

Was war passiert? Bei der Suche nach einem neuen Stürmer soll es zwischen Hoffmann und Sportvorstand Jonas Boldt zu Differenzen gekommen sein. Sogar der Aufsichtsrat habe sich daraufhin eingeschaltet. Während Boldt den Slowaken Robert Bozenik (wechselt wohl zu Rotterdam) bevorzugte, habe Hoffmann sich für Kölns Simon Terodde stark gemacht und selbst bei Effzeh-Manager Horst Heldt angerufen. Am Ende wurde es keiner von beiden. Stattdessen verpflichtete der HSV den Leverkusener Joel Pohjanpalo bis zum Ende der Saison. Boldt musste nach der öffentlichen Verkündung des Transfers dennoch Stellung zum Streit zwischen Hoffmann und ihm beziehen: „Im Vorstand wird durchaus kontrovers diskutiert. Das ist selbstverständlich. Ich weiß nicht, von welchen Fronten geredet wird“, so Boldt.

Verhältnis zwischen Hoffmann und Boldt ist vorbelastet

Fakt ist, dass es zwischen den beiden in der Vergangenheit schon einmal heftig gekracht hat. Im Sommer 2019 kam es beim Verkauf des Brasilianers Douglas Santos zu Zenit Sankt Petersburg für zwölf Millionen Euro zu einem Streit, weil Boldt den Transfer ohne die Hilfe eines Vermittlers abwickeln wollte. Hoffmann wiederum hatte den Berliner Rechtsanwalt Marcus Haase zwischengeschaltet, weil die Verhandlungen mit den Russen zu platzen drohten. Letztlich bezahlte der HSV den Vermittler nicht, der nun vor Gericht eine Provision von 1,2 Millionen Euro einfordert. Ein Vergleichsangebot ist wegen der Uneinigkeit im HSV-Vorstand kurz vor Weihnachten abgelehnt worden. Jetzt werden Richter klären müssen, ob dem Vermittler die Provision zusteht.

About Daniel Jovanov

Daniel Jovanov zählt zu den führenden Reportern in Sachen Hamburger SV. Er berichtet unter anderem für die ZEIT und NDR.de. Seit Sommer 2019 zählt er auch zum Autorenteam von fussball.news. Sein Buch über den HSV „Der Abstieg: Wie Funktionäre einen Verein ruinieren“ (Rowohlt-Verlag; 2018) zählte zu den Bestsellern im Bereich Fußball-Bücher.

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