Borussia Dortmund

Trotz Formschwäche: Warum Favre an Akanji festhalten wird

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Borussia Dortmund ist bis zur Partie bei Union Berlin, zumindest was die Ergebnisse angeht, perfekt in die neue Saison gekommen. Nach dem 1:3 in der Hauptstadt hat die Bewertung der Mannschaft und einzelner Akteure eine dramatische Wende genommen. Viel Kritik gibt es etwa an Manuel Akanji. Lucien Favre dürfte aber weiter auf ihn setzen.

„Wir kommen nicht weiter, wenn wir diese Niederlage an Einzelnen festmachen“, zitiert der kicker Michael Zorc nach der Pleite gegen den Aufsteiger, bei der sich der BVB ziemlich blamierte. „Er kann es besser“, sagt der Sportdirektor in Bezug auf den Innenverteidiger aus der Schweiz aber doch. Damit rief er nicht nur in Dortmund beinahe legendäre Worte in Erinnerung. Thomas Tuchel hatte sie nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale 2016 gegenüber Mats Hummels gesagt. Zorc bringt auch zum Ausdruck, was für jeden Beobachter offensichtlich ist: Akanji steckt in einer veritablen Formkrise.

Auftreten in der Kritik

Es handelt sich dabei nicht nur um ein Problem zum Saisonstart. Der 24-Jährige war schon in der Rückrunde eher Unsicherheitsfaktor als Stabilisator. Sein selbstbewusstes Auftreten wird für Akanji nun in manchen Medien zum Bumerang. In „Selbstüberschätzung umgeschlagen“ sei es, schreibt etwa das Fachmagazin. Tatsächlich stehen die Leistungen des Nationalspielers seit seiner Rückkehr von einer Hüftverletzung im Februar im krassen Gegensatz zum Führungsanspruch, den er öffentlich immer wieder durchblicken lässt. Auch nach dem Rücktritt aus dem Mannschaftsrat, den Akanji gegenüber Schweizer Medien vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Irland nicht weiter kommentieren wollte.

An Hummels liegt es nicht

Die Innenverteidigung sollte nach der Rückkehr von Hummels ein absolutes Prunkstück sein. Am Weltmeister von 2014 liegt es nicht, dass diese Hoffnung bisher unerfüllt bleibt. In der Gesamtschau der drei bisherigen Bundesligaspiele darf Hummels durchaus als bislang bester Dortmunder gelten. Dass Trainer Favre nun aber seine auserkorene Paarung sprengt, etwa um Akanji eine Denkpause zu geben, ist nicht sehr wahrscheinlich. Die eigene Personalplanung von Borussia Dortmund gibt den entscheidenden Fingerzeig für diese nicht sehr mutige Prognose.

Alternativen rar

Als der Klub in Ömer Toprak den stärksten Innenverteidiger der Vorbereitung an Werder Bremen abgab, ging auch die größte Alternative zu Akanji auf der Position halb rechts in der Viererkette. Der logische Ersatzkandidat wäre nun Leonardo Balerdi, der im Sommer einen Schritt nach vorn machte, aktuell sogar bei der argentinischen Nationalmannschaft weilt, aber seit seinem Wechsel im Januar noch nicht eine Pflichtspielsekunde absolviert hat. Dan-Axel Zagadou steht in der Hackordnung vor ihm, ist aber Linksfuß. Allenfalls theoretisch denkbar scheint eine Versetzung von Hummels von der linken auf die rechte Innenverteidiger-Position. Auch Julian Weigl ist aktuell im Mittelfeld zu wichtig, um ihn, wie in der Vorsaison, nach hinten zu ziehen.

Hartes Programm nach der Länderspielpause

Der BVB dürfte also weiter auf Akanji setzen und eine Leistungssteigerung hoffen. Es wäre bitter nötig, dass sich der Mann aus dem Kanton Zürich schnell an sein eigentliches Vermögen erinnert. Denn seine Wackler leistete er sich zuletzt gegen Klubs wie den 1.FC Köln und Union Berlin. Nach der Länderspielpause stehen andere Kaliber auf dem Programm. Gegen Bayer Leverkusen, den FC Barcelona und bei Eintracht Frankfurt würde mit den bisherigen Vorstellungen Ungemach drohen.

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