2. Bundesliga

Trotz 91 Millionen Euro Verbindlichkeiten: HSV schließt neue Kredite nicht aus

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Sollte der Aufstieg in die Bundesliga gelingen, geht es beim Hamburger SV um große Fragen. Nicht zuletzt: Wie wollen die Rothosen eine konkurrenzfähige Mannschaft finanzieren?

Die vergangenen Jahre haben in der Kasse des HSV tiefe Spuren hinterlassen. Auch im laufenden Geschäftsjahr rechnen die Verantwortlichen mit Verlusten, der Stand der Verbindlichkeiten lag im Juni 2019 bei 91 Millionen Euro. Selbst durch steigende Erlöse aus der TV-Vermarktung im Aufstiegsfall hätte der Club nur wenige Mittel zur Verfügung, um den Kader adäquat zu verstärken. Bereits die aktuelle Zweitligamannschaft kostet im Jahr 30 Millionen – nur der VfB Stuttgart gibt in der zweiten Liga mehr Geld für seine Profis aus.

Gibt es bald neue Gespräche mit Kühne?

Klar ist, dass die Hamburger mehr Geld investieren müssen, damit sich der HSV in der Bundesliga etablieren kann. Deshalb schließt Vorstandsboss Bernd Hoffmann die Aufnahme neuer Kredite nicht aus. „Das macht jeder erfolgreiche Fußballclub, sehen wir mal von der Bayern ab. Fremdkapital und Verbindlichkeiten sind kein Drama“, so der 56-Jährige auf der Mitgliederversammlung am vergangenen Samstag. Außerdem gab es ein paar nette Worte in Richtung Investor Klaus-Michael Kühne. Hoffmann wünscht sich auch für die Zukunft eine Partnerschaft mit dem Logistik-Milliardär: „Herr Kühne hat unseren HSV in den letzten zehn Jahren in einer Art und Weise wirtschaftlich unterstützt wie es für eine Einzelperson in der HSV-Geschichte einmalig ist. Ich wünsche mir sehr, dass die Partnerschaft auf Augenhöhe beibehalten wird.“ Spätestens im Frühjahr werden sich Hoffmann und Kühne wieder an einen Tisch setzen müssen. Dann geht es um eine mögliche Verlängerung des Namenssponsorings am Stadion.

About Daniel Jovanov

Daniel Jovanov zählt zu den führenden Reportern in Sachen Hamburger SV. Er berichtet unter anderem für die ZEIT und NDR.de. Seit Sommer 2019 zählt er auch zum Autorenteam von fussball.news. Sein Buch über den HSV „Der Abstieg: Wie Funktionäre einen Verein ruinieren“ (Rowohlt-Verlag; 2018) zählte zu den Bestsellern im Bereich Fußball-Bücher.

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