Eintracht Frankfurt

Trapp lobt „Mister Europa League“: „Das sollte Kamada beflügeln“

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Aus Frankfurt berichten die fussball.news-Reporter Christopher Michel und Benjamin Heinrich

Daichi Kamada hat sich im Jahr 2020 bei Eintracht Frankfurt zurückgemeldet. Mit einem Dreierpack war der Japaner der „Man of the Match“ beim Hinspiel des Europa-League-Sechzehntelfinales gegen den FC Salzburg (4:1). Trainer Adi Hütter wollte gegen den Gegner überraschen – was ihm prima gelungen ist. Vor allem Kevin Trapp fand lobende Worte.

Daichi Kamada und die Europa League: Das passt bei Eintracht Frankfurt bislang einfach hervorragend zusammen. Auf Nachfrage von fussball.news hatte Adi Hütter bereits am Mittwoch bei der Pressekonferenz durchblicken lassen: „Natürlich hat ihn die Verletzung zurückgeworfen. Aber er ist auf einem sehr guten Weg und für mich immer ein Thema.“ Der Japaner hatte sich in der Vorbereitung in den USA am Fuß verletzt und enttäuschte bei seinem ersten Comeback-Versuch am 20. Spieltag bei Fortuna Düsseldorf (1:1). In den drei darauffolgenden Partien war der 23-Jährige außen vor und musste auf der Bank schmollen. Doch gegen den FC Salzburg war Kamada dann da – und wie!

Hütter überrascht Salzburg

Beim 1:0 nahm der „Mister Europa League“ den Pass von Almamy Toure hervorragend mit und brachte den Ball gekonnt im Tor unter, den zweiten Treffer veredelte er nach einem Zuspiel in die Tiefe mit einem eleganten Lupfer und beim dritten Tor zeigte er nach Traumflanke von Evan N’Dicka auch noch ungeahnte Qualität beim Kopfball. „Er stand für viele überraschend in der Startelf. Ich wollte einen Spieler haben, der sich in der Halbspur gut bewegt. Daichi kann sehr gut mit dem Ball umgehen. Wenn wir die erste Pressinglinie der Salzburger überspielt haben, konnte er den Ball halten und Pässe spielen. Das war der Grund, weshalb ich mich für Daichi entschieden habe“, erklärte Adi Hütter seine Idee und lobte auch sich und sein Trainerteam: „Da hatten wir ein gutes Händchen. Wir wollten den Gegner überraschen. Das ist uns gelungen. Mit seinen drei Toren hat er uns den Weg zum Sieg geebnet.“

Kamada international stark unterwegs

Während Kamada in der Bundesliga bislang noch nicht als Torschütze in Erscheinung getreten ist, klappt es beim Nationalspieler auf internationaler Ebene wie am Schnürchen: Inzwischen durfte der Offensivmann über sechs Tore jubeln, zudem glückten ihm zwei Assists. Kamada war somit an acht von insgesamt zwölf Eintracht-Toren in der Europa League beteiligt – eine starke Bilanz für den im Sommer von der Leihe aus St. Truiden zurückgekehrten Asiaten.

Trapp lobt Kamada

Torhüter Kevin Trapp freute sich für seinen Teamkollegen: „Er hatte nach der Verletzung seinen Rhythmus noch nicht gefunden. Für ihn persönlich ist es deshalb schön, dass er drei Tore erzielt hat.“ Dies sei für die Eintracht „extrem wichtig“ gewesen: „Wenn wir immer von Mut sprechen: Das zweite Tor haben wir schön von hinten herausgespielt. Das brauchen wir.“

„Sollte ihn beflügeln

Doch was zeichnet Kamada, diesen häufig doch etwas zurückhaltend wirkenden Edeltechniker, denn aus? Trapp erklärte: „Daichi hat eine starke Technik und ein super Auge. Er spielte Bälle, die nicht viele spielen können. Das Spiel darf und sollte ihn beflügeln.“ Kamada wusste mit seinen 39 Ballkontakten enorm viel anzustellen, die Salzburger bekamen ihn auch auf engstem Raum kaum in den Griff. Freilich fehlt ihm in manchen Momenten weiterhin die körperliche Präsenz. Doch mit seinen kurzen Bewegungen und seiner Spielintelligenz ist er ein wichtiger Baustein gewesen. Sportdirektor Bruno Hübner wünscht sich nun auch in der heimischen Liga den Durchbruch: „Wenn er jetzt noch nicht der Bundesliga so trifft, dann wäre es gut. International ist Kamada schon voll angekommen.“ Dies bekam nach Arsenal (Doppelpack beim 2:1) nun auch der österreichische Meister zu spüren.

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