Bundesliga

Torro: Schnell wichtig geworden

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Die Fußstapfen, in die Lucas Torro bei Eintracht Frankfurt treten musste, waren groß: Omar Mascarell verließ den Klub nach zwei Jahren in Richtung FC Schalke 04. Der Spanier war zwar häufig verletzt, doch wenn er spielte, hob er die Qualität merklich an. Torro geht derweil einen guten Weg, diese Lücke zu schließen.

Torro zählte lange Zeit zu den Gewinnern der Vorbereitung, es schien, als könne der Neuzugang vom Zweitligisten CA Osasuna sofort einschlagen und sich auf hohem Niveau behaupten. Doch die Testspiele im Trainingslager in Gais verliefen ernüchternd, er konnte weder gegen den FC Empoli (1:2) noch gegen SPAL Ferrara (1:2) überzeugen. Es fehlte an Frische und Gedankenschnelligkeit, der Spanier kam immer einen Schritt zu spät und rannte so dem Gegner hinterher.

Kopfball- und Zweikampfstärke als Merkmale

Rund zwei Monate später lässt sich festhalten: Die ersten positive Eindrücke von Torro bestätigen sich inzwischen Stück für Stück. Der 24-Jährige überzeugt bislang vor allem mit Zweikampfstärke, 56 Prozent der gewonnenen Duelle sind für einen defensiven Mittelfeldspieler ein überdurchschnittlich guter Wert. In der Europa League gegen Olympique Marseille (2:1) ließ der 1,90-Meter-Mann zudem seine Klasse beim Kopfballspiel aufblitzen und netzte zum Ausgleich ein. In den Wochen zuvor wurde es teilweise schon gefährlich, wenn Torro bei Standardsituationen im gegnerischen Strafraum gesucht und gefunden wurde.

Unter Druck noch zu hektisch

Spielerisch wird der bei Real Madrid ausgebildete Torro immer stärker, wobei seine Passquote von 73 Prozent noch Luft nach oben aufweist. Auch seine gelegentlichen Unkonzentriertheiten muss der robust agierende Defensivspezialist abstellen, nach einem gravierenden Fehlpass hätte etwa Marseille auf 2:0 davonziehen können. Bereits in den Partien zuvor hatte er diese Unsicherheiten in seinem Spiel, teilweise agiert der 3,5-Millionen-Euro-Mann unter Druck noch zu hektisch.

Das unterscheidet Torro und Mascarell

Torro traut sich auf Sicht dennoch zu, Mascarell zu ersetzen, wie er vor einigen Wochen sagte: „Omar ist ein sehr kompletter Spieler: technisch stark, gut im Spielaufbau. Ich würde es ihm gerne gleichtun und auf sein Niveau springen.“ Allerdings sei er vom Profil „her etwas defensiver.“ Eine Doppelsechs mit Gelson Fernandes wirkt dann etwas destruktiver, beide Akteure stehen weniger für den gepflegten Spielaufbau, sondern mehr für Kampf, Zweikämpfe und Willenskraft – wobei Torro technisch der stärkere Akteure ist.

Ausfall würde schmerzen

Wann er das wieder kann, ist aktuell noch fraglich. Fiel er gegen RB Leipzig (1:1) noch wegen muskulärer Probleme aus, könnte inzwischen das Schambein betroffen sein. Der Einsatz gegen Borussia Mönchengladbach am Mittwoch (20.30 Uhr) ist fraglich. Noch befürchtet Trainer Adi Hütter keine langfristige Verletzung und ließ daher den Einsatz gegen die Fohlenelf offen: „Das kann ich jetzt noch nicht beantworten.“ In der Form der letzten Partien wäre eine längere Pause für die Eintracht nicht leicht zu verkraften. Denn Torro ist es gelungen, schnell wichtig zu werden.

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