2. Bundesliga

Titz zum Rauswurf beim HSV: Wollte nicht in Aktionismus verfallen

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Der Hamburger SV hat seit der Entlassung von Trainer Christian Titz eine positive Entwicklung genommen. Inzwischen steht das Team unter Hannes Wolf an der Tabellenspitze. Sein Vorgänger ist weiterhin von seiner Arbeit überzeugt.

„Du hast immer ein-, zweimal eine Phase in einer Saison, in der drei bis fünf Spiele nicht so gut funktionieren“, so der gebürtige Mannheimer im Interview mit dem kicker. „Dann musst du dir als Trainer genau überlegen: Verfalle ich in Aktionismus? Oder bleibe ich ruhig und gebe meinen Spielern Stabilität und Klarheit?“ Seine Entscheidung in Hamburg sei gewesen, der Mannschaft weiterhin Sicherheit vermitteln zu wollen. Deshalb habe Titz an seinen fußballerischen Grundideen weiter fest gehalten. „Man darf keine Angst haben, seinen Job zu verlieren oder gar aus Angst vorm Jobverlust handeln. Das ist nicht meine Philosophie.“

Titz kritisiert mangelnde Geduld

Dem 47-Jährigen wurde unter anderem vorgeworfen, zu wenig Tempo im Spiel des HSV zu forcieren und zu selten auf Torjäger Pierre-Michel Lasogga gesetzt zu haben. „Ich weiß, dass meine Mannschaft zuletzt zum Teil auf einen Spielstil reduziert wurde“, so Titz. „Aber ich wäre ja wahnsinnig, wenn auch ich selbst das machen würde.“ Er habe durchaus versucht, auf Probleme zu reagieren. Allerdings habe die Geduld gefehlt, dieser Entwicklung die nötige Ruhe zu geben. „Wenn man in eine andere Liga geht, benötigt es immer Zeit, sich den Umständen anzupassen. Das konnte man in den letzten Jahren bei fast allen Absteigern beobachten.“

Titz lässt Zukunft offen

Titz bleibt derweil vom direkten Wiederaufstieg des HSV fest überzeugt. Seine persönliche Zukunft hält er offen. „Wie mein Weg nun weitergeht, wird die Zukunft zeigen. Ich bin ein Typ, der gerne tief in einen Verein eintaucht, sich mit dem Verein und den Menschen identifiziert.“ Der vor seinem Engagement bei den Rothosen weitgehend unbekannte Trainer dürfte angesichts der Umstände seiner Entlassung keine Probleme haben, einen Job zu finden. Schließlich hatte Titz wenige Monate zuvor beinahe das Wunder des Klassenerhalts geschafft.

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