Bundesliga

Taktikcoup: Hütter erfindet Hasebe und die Eintracht neu

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Aus der Commerzbank Arena in Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Die Hinserienkrise überwunden, der Mannschaft die Viererkette implementiert und mit bestimmten Personalentscheidung den Weg zurück in die Erfolgsspur gefunden: Adi Hütter ist bei Eintracht Frankfurt der Mann der Stunde und zeigte zuletzt immer wieder taktische Finessen. Mit Makoto Hasebe gelang ihm nun erneut ein Coup.

Die Umstellung auf die Viererkette kostete Libero Makoto Hasebe in der Rückserie bei Eintracht Frankfurt zunächst seinen Stammplatz. Der Japaner musste zunächst auf der Bank Platz nehmen, wobei der Adi Hütter schon damals erklärte, dass er noch ein „wichtiger Mann“ sei. Im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen RB Leipzig setzte er den Defensivallrounder dann auf der Sechserposition ein – und wurde mit einem 3:1-Sieg belohnt. Es ist eine Position, die der mittlerweile 36-Jährige laut dem Österreicher aufgrund der Anforderungen an Laufstärke nicht mehr dauerhaft spielen kann. Doch Hütter dachte weiter und brachte neben der Systemvariabilität zwischen Dreier- und Viererkette nun auch die Komponente der Variabilität während des Spiels ein.

Hasebe als Zwitter zwischen Libero und Sechs

Damit er weiter auch auf die Stärken Hasebes in Sachen Übersicht, Zweikampfstärke und Spielaufbau setzen kann, hat er den Defensivmann zum polyvalenten Spieler erklärt. Immer wieder lässt sich Hasebe von der Sechs in die Zwischenräume fallen und stellt dadurch situativ auf eine Dreierkette um. In der Vorwärtsbewegung rückt der ehemalige Kapitän der japanischen Nationalmannschaft dann wieder ins Mittelfeld, um dort Überzahl zu schaffen und den gegnerischen Spielmacher aus der Partie zu nehmen. Erneut lässt sich festhalten: Hütter ist der nächste Taktikkniff gelungen, mit dem er damit wieder den Überraschungsmoment auf seiner Seite hatte.

Gegen Dortmund wurde Hasebes Fehlen deutlich

Bei Borussia Dortmund, als die Hessen mit 0:4 unter die Räder gerieten, saß Frankfurts Vize-Kapitän 90 Minuten auf der Bank. Das Ergebnis ist bezeichnend, weil der Japaner gerade in der Europa League gegen den FC Salzburg zeigte, dass er für Stabilität steht, der Mannschaft Halt und Ordnung geben kann. Dadurch, dass er sich aber auch immer wieder in die Dreierkette einordnen kann, erhält er gleichzeitig mehr Verschnaufpausen, als wenn er dauerhaft auf der Sechs spielen würde. Gerade gegen spielstarke Gegner könnte dieser Taktikcoup ein echter Faustpfand für die Eintracht werden – und der Beleg, dass die geforderte Variabilität inzwischen tatsächlich vorhanden ist.

About Benjamin Heinrich

Benjamin Heinrich, Jahrgang 1990, ist Mitglied im Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) und zählt seit der Saison 2019/20 zum Autorenteam von fussball.news.

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