Borussia Mönchengladbach

Statistik: Warum Gladbachs Hofmann Kandidat für die DFB-Elf sein muss

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Borussia Mönchengladbach hat im Sommer viel richtig gemacht. Die Verpflichtung von Alassane Plea war ein Volltreffer, Thorgan Hazard halten zu können genau so wichtig. Als großer Erfolgsfaktor gilt zudem die Systemumstellung von Dieter Hecking. Im 4-3-3 blüht vor allem Jonas Hofmann auf. Das könnte ihn in die Nationalmannschaft spülen.

Schon ein oberflächlicher Blick auf die Zahlen des 26-Jährigen sprechen eine eindeutige Sprache. Mit je sechs Toren und Vorlagen spielt der Mittelfeldmann mit Abstand seine stärkste Saison im Profi-Bereich. Insgesamt hatte er wettbewerbsübergreifend vor dieser Spielzeit in seiner Karriere nur sieben Treffer erzielt. Auch in Sachen Spielzeit ist Hofmann im Begriff, einen neuen Rekord aufzustellen: Bisher liegt seine persönliche Bestmarke bei 1386 Minuten in der Saison 2016/17. Momentan steht er bereits nach elf Spieltagen bei 873 Minuten.

Als Achter stärker involviert

Noch beeindruckender werden die Daten des gebürtigen Heidelbergers allerdings bei einer tiefergehenden Analyse. Sie zeigt, wie stark Hofmann sein Spiel umgestellt hat, seit Trainer Hecking ihn als Achter aufbietet. Alleine die Passstatistik belegt die um ein vielfaches gestiegene Bedeutung des ehemaligen U21-Nationalspielers für das Spiel der Fohlen. Laut Daten des Statistikportals WhoScored.com spielt der 26-Jährige auf 90 Minuten gerechnet in der Bundesliga in der laufenden Saison genau 50 Pässe. In den beiden Vorjahren lag der Wert bei 31,7 und 31,5 Pässen pro 90 Minuten.

Bessere Passquote, mehr Torschüsse

Das größere Volumen geht aber keineswegs zulasten seiner Genauigkeit. Obwohl er beinahe 20 Pässe mehr versucht, misslingen nur marginal mehr Anspiele als zuvor. 8,8 Fehlpässe zählt das Portal für Hofmann in der laufenden Bundesliga-Saison auf 90 Minuten gerechnet. In den beiden Vorjahren waren es 7,1 und 8,3 Fehlpässe. Der Achter kreiert aber nicht nur für andere, er wird auch selbst torgefährlicher. Das zeigen nicht nur seine sechs Saisontore, sondern auch ein signifikanter Anstieg in Torschüssen. 2,4 Versuche pro 90 Minuten bedeuten ein klares Plus gegenüber 1,6 und 1,7 in den Vorsaisons. Die vermeintlich defensivere Rolle bekommt Hofmann also auch vor dem gegnerischen Tor.

Kaum noch Dribblings

Bemerkenswerterweise hat er dabei Dribblings nahezu komplett aus seinem Repertoire gestrichen. Versuchte er in den Vorjahren noch vier und 3,4 Dribblings pro 90 Minuten, ist es aktuell nur noch eines. Seine Erfolgsquote liegt auch nur bei 20 Prozent, bewegt sich damit auf ähnlich niedrigem Niveau. Hecking tat also gut daran, Hofmann von der Außenbahn in die Mitte zu ziehen. Dass im zentralen Mittelfeld eine besonders große Konkurrenz im Kampf um einen möglichen Platz in der Nationalmannschaft herrscht, spricht vermutlich gegen Hofmann.

Kein Talent mehr

Mit 26 Jahren gehört er nicht mehr zu der Sorte von Talenten, denen beim Umbruch von Joachim Löw die Zukunft gehört. Wenn der Bundestrainer Hofmann wegen seiner starken Saison einfach mal mitnehmen hätte wollen, wäre dafür vermutlich in der gerade abgelaufenen Länderspielpause die beste Gelegenheit gewesen. Doch wenn der frühere Dortmunder und Mainzer die ganze Saison auf diesem hohen Niveau spielt, könnte Löw um ihn irgendwann nicht mehr herum kommen.

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