Bundesliga

Statistik: Sind die Schalke-Profis die größten Glücksritter der Bundesliga?

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Die Winterpause der Bundesliga hat am Freitagabend ein Ende. Der FC Schalke 04 empfängt Borussia Mönchengladbach zum Spitzenspiel zwischen dem Tabellenfünften und dem aktuell ärgsten Verfolger von Herbstmeister RB Leipzig. Dabei ginge es nach so mancher Statistik gar nicht um ein Duell zweier Top-Mannschaften.

Selbst Fans der Königsblauen dürften zugeben, dass ihr Team in der Hinrunde sehr nah am Optimum performt hat. Geht es nach der expected-Goals-Statistik, hat es sogar über alle Maßen abgeliefert. Die Metrik berechnet anhand von Tausenden Events in vergangenen Spielen für jede Angriffssituation, die zum Abschluss kommt, einen Erfahrungswert. Wenn ein Torschuss einen geringen xG-Wert aufweist, war es kein Hochkaräter, sondern eher ein optimistischer Versuch. Für Schalke weisen die meisten Anbieter eine sogenannte Overperformance in vielerlei Hinsicht auf.

Overperformance wohin das Auge sieht

Das Portal Understat etwa spricht S04 den sechs-harmlosesten Angriff der Bundesliga zu. In 17 Spielen kommt das Team von David Wagner da auf einen Erwartungswert von knapp 21,5 Toren. In Wahrheit hat Schalke aber 29 Treffer erzielt. Nur Erzrivale Borussia Dortmund hat seinen xG-Wert noch mehr übertroffen. Auch in Sachen erwartete Gegentore präsentieren sich die Knappen für die Statistik nur als Mittelfeld-Team. Sieben Mannschaften haben einen geringeren Erwartungswert für die kassierten Tore. Schalkes Overperformance fällt hier nicht ganz so gravierend aus, statt etwa 26,5 kassierte das Team nur 21 Gegentreffer. Dennoch ist nur beim SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach die Diskrepanz größer.

Zehn Zähler mehr als errechnet

Einen happigen Effekt hat die Zahlenspielerei zusammengerechnet für die Tabelle nach Erfahrungswerten. Dort steht Schalke nicht etwa an der Schwelle zur Champions League, sondern hätte eher mit Abstiegssorgen überwintert. Das Modell berechnet gemessen an den Leistungen des FC Schalke 04 in der Hinrunde knapp unter 20 Punkte als angemessen. In Wahrheit holte das Team aber 30 Zähler. Die Overperformance von mehr als zehn Punkten ist die größte der gesamten Bundesliga. Wenn man so will, handelt es sich bei Schalke also um die Glücksritter des Oberhauses.

Fußball ist keine Mathematik

Freilich ist einschränkend zu erwähnen, dass expected-Goals-Modelle besser funktionieren, je länger die Zeiträume sind, über die sie zur Beobachtung heranreichen. Bei lediglich 17 Spiele lassen sich allenfalls Trends ablesen, keine stichhaltigen Wahrheiten. Hinzu kommt, dass es schon immer Teams gegeben hat, die mit ihrer Spielweise von den Modellen nicht korrekt beschrieben werden. Die Mannschaften von Lucien Favre etwa, bei Gladbach vor allem, hatten eigentlich dauerhaft eine Overperformance, für die die Theoretiker keine rechte Erklärung fanden. Und so ist auch festzuhalten: Kein Fan muss sich schlecht fühlen, weil seine Mannschaft womöglich Glück hatte. Wichtig ist eben doch, das weiß man im Ruhrgebiet, auffem Platz. Und da kann der FC Schalke 04 am Freitagabend richtig Druck auf Gladbach, den BVB und den FC Bayern ausüben.

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