Bundesliga

Standardspezialist Grifo könnte das Freiburger Offensivspiel auf ein neues Level heben

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Vincenzo Grifo ist zurück beim SC Freiburg. Wie der Verein offiziell mitteilte, wird der Offensivspieler bis Saisonende auf Leihbasis in den Breisgau zurückkehren. Eine Verpflichtung, die Sinn macht, auch weil mit Roland Sallai ein Flügelspieler wohl noch länger fehlt.

Am heutigen Sonntagmittag wurde offiziell verkündet, was sich in den Stunden zuvor schon angebahnt hatte – Vincenzo Grifo kehrt zum SC Freiburg zurück, per Leihe wohl ohne Kaufoption. Der 25-Jährige spielte bereits von 2015-2017 sehr erfolgreich im Breisgau. Ein wenig überraschend ist die Verpflichtung des flexibel einsetzbaren Offensivspielers allerdings doch, zumindest offiziell wurde nämlich nicht kommuniziert, dass der Sportklub nach Verstärkungen sucht. Die Verantwortlichen seien vom „Kader absolut überzeugt“, wie Sportdirektor Klemens Hartenbach unlängst dem kicker sagte. Eine Einschätzung die Trainer Christian Streich teilt, wie Hartenbachs Kollege Jochen Saier an gleicher Stelle bestätigte: „Die Signale aus der Trainerkabine sind auch nicht so, dass wir panisch unterwegs sein müssen, weil wir ein Totaldefizit haben.“

Starke Bilanz in Freiburg

Allerdings ist es auch bekannt, dass der SC Freiburg immer wieder die Augen nach Verstärkungen offen hält, wenn sich auf dem Markt Optionen ergeben. Dass Vincenzo Grifo in diese Kategorie gehört, davon ist Jochen Saier überzeugt: „Wir kennen seine Qualitäten, er kennt unser Umfeld – daher wird er keine lange Anlaufphase benötigen. Wir sind überzeugt, dass Vince unser Offensivspiel bereichern wird.“ Wie sehr er dies in der Vergangenheit bereits getan hat, das zeigt ein Blick in die Statistik. In der Zweitligasaison 2015/2016 trug er mit 14 Toren und 15 Vorlagen zum Aufstieg in die Bundesliga bei. In der folgenden Saison war er mit sechs Toren und elf Vorlagen einer der Hauptgründe für den Klassenerhalt.

Mehr Kreativität und Räume

Die Vorzeichen dafür, dass Grifo die in ihn gesteckten Erwartungen erfüllen kann stehen also gut. Mit seinem Zug zum Tor und seinen Fähigkeiten im Eins-gegen Eins kann der Offensivspieler dicht gestaffelte Abwehrreihen aushebeln, damit hatte der SC in der Hinrunde immer wieder Probleme. Beispielsweise bei der 0:2 Niederlage in Düsseldorf, als die Fortuna dem SC über weite Strecken das Spiel überließ und die Gäste kaum zu Torchancen kamen. Mit seiner Technik und Dribbelstärke könnte Grifo in ähnlichen Situation von außen in die Mitte zum gegnerischen Tor ziehen und so auf den Flügeln mehr Raum für den offensiv durchstartenden Linksverteidiger Christian Günther schaffen. Überdies erweitert Grifo auch die personellen Optionen, nach dem Ausfall Roland Sallais fehlt auf der linken Seite ein etatmäßiger Flügelspieler. Marco Terrazino und Florian Kath sind zwar auf dieser Position beheimatet, konnten aber bislang nicht überzeugen. Sobald Sallai zurückkehrt, könnte er mit Grifo eine gefährliche Flügelzange bilden, beide sind flexibel einsetzbar und können auch die Positionen tauschen.

Standards als großes Plus

Eine weitere Qualität des Italieners sind seine Standards. Besonders in der Zweitligasaison 2015/2016 stellte er dies eindrucksvoll unter Beweis. Damals erzielte er sechs seiner vierzehn Tore per direktem Freistoß. Beim 3:0 gegen den MSV Duisburg am 31. Spieltag traf er so zum 1:0 und ebnete damit den Weg für den Sieg. Standards gehören in dieser Spielzeit nicht unbedingt zu den Stärken der Breisgauer, ein direkt erzieltes Freistoßtor steht zu Buche, bei Elfmetern sieht die Quote besser aus, vier von fünf wurden verwandelt. Doch im Unterschied zur letzten Spielzeit, als der SC fünfzehn seiner insgesamt 26 Saisontore nach Standards erzielte, ist in dieser Saison noch Luft nach oben. Dies könnte sich mit Vincenzo Grifo ab sofort ändern und sich damit die Hoffnung Jochen Saiers und auch vieler Fans bewahrheiten.

About Stefan Katzenbach

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