2. Bundesliga

Sportrechtsexperte Breucker sieht „eher geringe Chancen“ für VfB-Protest

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Der VfB Stuttgart hat Protest gegen die Wertung des Spiels beim SV Wehen Wiesbaden am Sonntag eingelegt. Durch einen Strafstoß in letzter Sekunde verloren die Schwaben und rutschten vom direkten Aufstiegsplatz. Die Hoffnung auf Erfolg sollte beim Tabellendritten aber nicht zu groß sein.

„Ich sehe eher geringe Chancen. Es geht tatsächlich um die Frage Tatsachenentscheidung oder Regelverstoß“, so der Stuttgarter Anwalt und Sportrechtsexperte Marius Breucker gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Gegen eine Tatsachenentscheidung ist kein Kraut gewachsen, einen Regelverstoß nachzuweisen ist mitunter sehr schwierig. Dem Blatt zufolge bedürfte es wohl eines Eingeständnisses von Schiedsrichter Sascha Stegemann, dass er das folgenschwere Handspiel von Hamadi Al Ghaddioui selbst nicht auf den Videobildern erkannt habe.

Bei Regelverstoß bekäme der VfB eine zweite Chance

„Wenn ein Schiedsrichter die Regel kennt, sie anwendet, aber die Tatsache falsch beurteilt, führt das nicht zum Erfolg eines Einspruchs“, erklärt Breucker. Folglich steht nicht die Richtigkeit der Entscheidung im Fokus, sondern die Frage, ob der korrekte Prozess zu ihr geführt hat. Nur wenn das nicht der Fall wäre, hätte der VfB Aussichten auf Erfolg und würde wohl in einer Neuansetzung die Chance erhalten, nochmal gegen den SV Wehen Wiesbaden anzutreten. Dass davon ab die Verärgerung der Schwaben durchaus nachvollziehbar ist, steht auf einem anderen Blatt. „Auch wenn ein Vergehen tatsächlich schwer zu erkennen ist, ist das nicht entscheidend für die Offensichtlichkeit einer Fehlentscheidung“, ordnet Breucker jedoch ein.

Review für den DFB „nicht angebracht“

Ein schwacher Trost für Stuttgart dürfte dabei sein, dass auch der für die Unparteiischen zuständige DFB durch die Blume Kritik an der folgenschweren Entscheidung von Stegemann übt. „Wir erachten die getroffene On-Field-Review-Empfehlung des Video-Assistenten vor dem Hintergrund des Ermessensbereichs als nicht angebracht“, verlautbarte es in einer Stellungnahme gegenüber dem Lokalblatt. Will sagen: Eigentlich hätte die Szene gar nicht zu einem Videobeweis führen sollen, da kein unmissverständlich eindeutiges Vergehen von Al Ghaddioui vorlag. Die letztliche Entscheidung jedoch sieht der DFB als vertretbar an.

About Lars Pollmann

Lars Pollmann begann sein Autorendasein als englischsprachiger Blogger (Bleacher Report, Yellowwallpod). Seit 2018 zählt er zur Redaktion von fussball.news. Seine Leidenschaft gehört darüber hinaus dem italienischen Fußball (vor allem Inter Mailand) sowie dem Radsport.

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