Bundesliga

So hat die Eintracht Inter Mailand besiegt

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Eintracht Frankfurt zieht durch ein 1:0 gegen Inter Mailand ins Viertelfinale der Europa League ein und setzt damit die beeindruckende Reise durch Europa fort. Dies ist vor allem bedingt durch die Souveränität, die das komplette Team im Mailänder Giuseppe Meazza Stadion ausstrahlte. So konnte nach Spielende sogar über die vergebenen Chancen gescherzt werden.

Fredi Bobic war nur scheinbar unzufrieden: „Er hat mir vor dem Spiel drei Tore versprochen“, sagte der Frankfurter Sportvorstand gegenüber RTL über seinen Stürmer Luka Jovic, nachdem die Hessen wieder einmal eine magische Europapokalnacht erlebt hatten. Getroffen hat Jovic nur einmal, allerdings zum Tor des Abends, sein 1:0 sicherte der Eintracht das Weiterkommen. Der 21-Jährige nutzte den Fehler Stefan de Vrijs, dessen Kopfballrückgabe zu kurz geriet, überlief den Inter-Verteidiger und hob den Ball ganz lässig über Torwart Samir Handanovic ins Netz (6.).

Jovic scheitert mehrmals

Grund zur natürlich scherzhaft gemeinten Kritik hatte Bobic deswegen, weil der serbische Angreifer sein Versprechen durchaus hätte halten können, wenn er seine Chancen besser genutzt hätte. So aber vergab er noch in der ersten Halbzeit die Chance auf sein zweites Tor, als er einen Distanzschuss über das Mailänder Tor platzierte (40.). Auch nach 68 Minuten durfte er kein zweites Mal jubeln, ein Konter wurde zu unpräzise ausgespielt. Pech hatte er dann in der ersten Minute der Nachspielzeit, als er eine Flanke des eingewechselten Jonathan de Guzman gegen die Laufrichtung Handanovics köpfte, dank dessen schnellen Reflexes aber dennoch scheiterte.

Chancenvielfalt und Abwehrleistung zeigen Überlegenheit

Der beste Frankfurter Torschütze (7 Europa-League-Treffer) aber war nicht allein mit seinen vergebenen Chancen, Filip Kostic, Mijat Gacinovic und Sebastian Haller vergaben weitere gute Möglichkeiten. So traf die milde Kritik Fredi Bobics nach Spielschluss durchaus zu, der anmerkte, es habe Chancen gegeben, die Partie 3, 4, oder 5:0 zu gewinnen. Anders als im Hinspiel nämlich hatte Inter Mailand kaum klare Torchancen. Ein Schlenzer von Matteo Politano (57), der knapp am Frankfurter Tor vorbeistrich sowie ein Versuch von Milan Skriniar waren die besten Mailänder Chancen. Dies war auch der starken Frankfurter Defensive geschuldet. Martin Hinteregger hatte in fast sämtlichen Duellen die Lufthoheit, Makoto Hasebe dirigierte die Abwehr umsichtig und Evan N‘Dicka zeigte sich besonders in den direkten Zweikämpfen extrem routiniert, indem er die Inter-Angreifer entweder direkt stellte oder ein ums andere Mal einfach ablief.

Umstellung im Mittelfeld verläuft erfolgreich

Auch als mit Gacinovic und Willems zwei Drittel der Frankfurter Mittelfeldzentrale nach 59 bzw. 73 Minuten verletzungsbedingt ausgewechselt wurden, kam kein Bruch ins Frankfurter Spiel. De Guzman und Marc Stendera agierten umsichtig und halfen dabei Inter Mailand nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Sinnbildich dafür eine Szene im Mittelkreis, in der sich Marc Stendera eines anstürmenden Inter Spielers dadurch erwehrte, dass er sich einmal um die eigene Achse drehte, den Gegner so ins Leere laufen ließ und den Ball ganz entspannt zu einem Mitspieler passen konnte. Doch es war nicht nur die kluge taktische Arbeit, sondern auch die körperliche, die die Eintracht an diesem Abend ins Viertelfinale brachte. Neben Dauerläufer Filip Kostic, der trotz seiner zahlreichen offensiven Vorstöße immer wieder Zeit für die Defensive fand, tat sich hier vor allem Sebastian Rode hervor. Der 28-Jährige lief immer wieder Lücken im Mittelfeld zu und hielt trotz Magenproblemen 89 Minuten durch. Beispielhaft für seinen Einsatz war eine Szene, die abseits des Spielfeldes stattfand. Gezeichnet von körperlichen Strapazen ließ sich Rode von Fitnesstrainer Markus Murrer den malträtierten Rücken wieder einrenken.

Souverän in allen Mannschaftsteilen

Schlussendlich war dieser Sieg Resultat einer Souveränität, die sich über neunzig Minuten lang durch alle Mannschaftsteile zog, von der stabilen Abwehr, dem kreativ und kämpferisch klug agierenden Mittelfeld hin zum Angriff, der trotz der vielen vergebenen Chancen immer wieder seine Klasse unter Beweis stellte. Diese ist aber auch in der gesamten Mannschaft mittlerweile so hoch, das man sich auf Seiten der Eintracht nach einem Sieg über Inter Mailand sogar über die vergebenen Chancen „beschweren“ darf.

About Stefan Katzenbach

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