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Borussia Dortmund

Selbst wenn Reus fit ist: Warum Brandt auf der Zehn bleiben sollte

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Borussia Dortmund hat in den vergangenen Partien ordentlich Selbstvertrauen für den Bundesliga-Schlager beim FC Bayern getankt. Alleine die Personallage trübt das Gemüt vor der Reise in den Freistaat. Mit Marco Reus und Jadon Sancho stehen zwei Unterschiedsspieler auf der Kippe. Gut, dass Julian Brandt immer mehr Verantwortung für das Offensivspiel übernimmt.

Dem Nationalspieler haftet dabei immer noch der Ruf an, so etwas wie ein Enigma zu sein. Beständig sei vor allem seine Unbeständigkeit, sagen Kritiker. Tatsächlich ist der Neuzugang von Bayer Leverkusen bisher nicht in der Lage gewesen, seine herausragenden Qualitäten über 90 Minuten abzurufen. Doch die Intervalle wurden zuletzt eindeutig länger. Das DFB-Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach drehte er mit einem Doppelpack in der Schlussvierstelstunde, beim 3:0 gegen den VfL Wolfsburg zeigte er wie nahezu alle Kollegen eine deutliche Leistungssteigerung nach der Pause.

Auf der Lieblingsposition geht es aufwärts

So geschehen auch am Dienstag beim famosen Comeback-Sieg des BVB gegen Inter Mailand. Dabei hatte der ungemein spielintelligente Brandt nicht nur beim zwischenzeitlichen Treffer zum 2:2 die Füße im Spiel. Mit fortlaufender Spieldauer gelang es ihm immer mehr, das Spiel der Dortmunder aufzuziehen. Für die spektakulärsten Aktionen mögen Doppelpacker Achraf Hakimi und Sancho gesorgt haben, doch Fakt bleibt, dass sich Brandt eindeutig auf dem aufsteigenden Ast befindet. Unübersehbar ist dabei der Zusammenhang zwischen seiner Aufstellung auf der Lieblingsposition hinter dem Stürmer und dem spürbaren Leistungssprung in den vergangenen Partien.

Auch defensiv stärker

Auch auf der Zehn mag Brandt zwar noch nicht alles gelingen, der ein oder andere in den Fuß des Gegners gespielte Fehlpass sorgte so auch am Dienstag in Dortmund für ein Raunen der Massen. Und doch ist ganz offenkundig, dass sich der frühere Leverkusener auf dieser Position nicht nur viel wohler fühlt als auf dem Flügel oder gar in der Stürmer-Rolle. Nein, er spielt auch schlichtweg besser. Das lässt sich nicht nur an mehr Beteiligungen am Offensivspiel ablesen, sondern auch an seiner defensiven Mitarbeit. Brandt macht mehr intensive Läufe und hat mehr Balleroberungen, wenn er im Zentrum spielt.

Was, wenn Reus fit ist?

Dies ist sicherlich auch dem Trainerteam um Lucien Favre ausgefallen, das mit Brandt einen sehr guten Ersatz für Reus hat, sollte der Kapitän auch gegen den FC Bayern ausfallen. In dem Fall (und wenn Sancho ebenfalls fehlt) stellt sich die Dreierreihe hinter dem Stürmer, der wohl Mario Götze heißen wird, mehr oder minder von selbst auf. Links Raphael Guerreiro, in der Mitte der Nationalspieler, rechts Thorgan Hazard. Interessanter wird es, wenn Reus fit sein sollte. Der Kapitän hat unter Favre bei Borussia Dortmund mit einer verschwindend geringen Anzahl von Ausnahmen auf der Zehn gespielt. Wenn nicht, war er als Teil einer Doppelspitze aktiv, wie der BVB ohnehin realtaktisch häufig aufläuft.

Potenziale optimal ausnutzen

Für Brandt bliebe dann für gewöhnlich am ehesten der linke Flügel, wo er sich deutlich erkennbar weniger wohl fühlt und von wo aus er der Mannschaft deutlich erkennbar weniger weiterhilft. Ist das Ziel aber, das beste aus dem Spielerpersonal herauszuholen, sollte sich Favre überlegen, ob er seinem Spielführer Reus nicht lieber den linken Flügel anvertrauen kann. Dort hat der Nationalspieler einen Großteil seiner Karriere verbracht. Er kennt die Abläufe, gerade was das gegen in der Defensive nicht gut besetzte Bayern womöglich besonders wichtige Gegenpressing anbelangt. Zwar erfreut sich Reus, wie Brandt, erklärtermaßen am meisten an einer zentralen Rolle auf der Zehn. Doch im Sinne des Ausnutzens aller Potenziale im Team wäre aktuell wohl besser, er nähme mal wieder mit seinen alten Jagdgründen Vorlieb. Selbst wenn es sich nur um einen psychologischen Effekt bei Brandt handeln sollte, kann dies einen Unterschied machen.

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