Bundesliga

„Sehr wichtiger Spieler“: Klettert Gacinovic in der Hierarchie nach oben?

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Das Spiel von Mijat Gacinovic zu schauen und zu verstehen, ist nicht immer einfach. Man kann es sich auch gegen den VfL Wolfsburg leicht machen und die beiden vergebenen Chancen auf ein „typisch“ reduzieren. Doch der Serbe ist für Eintracht Frankfurt gerade in dieser Saison-Phase ein ganz wichtiger Baustein. Trainer Adi Hütter lobte die „Fleißbiene“, die noch mehr Verantwortung übernehmen möchte, vor dem Duell bei Werder Bremen.

Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Als Mijat Gacinovic im Auswärtsspiel von Eintracht Frankfurt beim VfL Wolfsburg (2:1) das Spielfeld nach 84 Minuten entkräftet verließ, lagen 10,35 Kilometer Laufarbeit, 45 Prozent gewonnene Zweikämpfe und zwei vergebene Topchancen hinter dem Serben. Der Mittelfeldspieler war mit 35 Ballkontakten kaum eingebunden in das Spiel und stellte sich vollständig in den Dienst der Mannschaft. „Mijat hat für mich die Aufgabe in Wolfsburg sensationell gut gemacht, auch deshalb, weil er die Aufgabe hatte, Maximilian Arnold aus dem Spiel zu nehmen, was ihm sehr gut gelungen ist“, lobte ihn Adi Hütter auf der virtuellen Spieltagspressekonferenz auf Nachfrage von fussball.news. Den Bewertungen der meisten Experten, die den Auftritt von Gacinovic mit schwachen Noten versahen, wollte sich der Coach nicht anschließen.

Gacinovic als „Kettenhund“

Auffällig ist, wie sich das Pressingverhalten der Eintracht mit „Kettenhund“ Gacinovic verändert! Die gegnerische Abwehrreihe wird gezielter unter Druck gesetzt, der Stressfaktor erhöht. „Mijat war auch immer ein Unruheherd, der im Spiel gegen den Ball unglaublich giftig ist. Er ist ein richtiger Pressingspieler, weil er ein gutes Gefühl und die Schnelligkeit dazu hat“, erkannte Hütter.

Auf und neben dem Platz wichtig

Der Österreicher stellte zudem fest: „Er ist auch ein guter Spieler im Umschaltspiel.“ Gacinovic vereint viele Dinge, die ihn zu einem der auffälligen Gesichter der Eintracht haben heranreifen lassen. Der Offensivmann spielt seit 2015 für die Hessen und ist nach fussball.news-Informationen auch in der Kabine hoch anerkannt. Neben seinem bedingungslosen Einsatz auf dem Platz trägt überdies seine ausgeprägte Sozialkompetenz dazu bei. Gacinovic begegnet seinen Mitmenschen demütig und voller Respekt, er füllt jede Rolle klaglos aus und hat so gut Deutsch gelernt, dass er beinahe als Muttersprachler durchgehen kann.

Gacinovic schon seit 2015 bei der Eintracht

Da der 25-Jährige als Typ eher ruhig auftritt und nach vergebenen Chancen teilweise verunsichert wirkt, wird der Familienpapa intern möglicherweise auch unterschätzt. Dabei wäre Gacinovic als einer der Publikumslieblinge – die Anhängerschaft der Eintracht hat den 70-Meter-Lauf im DFB-Pokal-Finale gegen den FC Bayern München (3:1) oder seine entscheidenden Aktionen in der Relegation 2016 stets vor Augen – und „Ur-Gesteine“ (nur Marco Russ, Makoto Hasebe und Timothy Chandler sind länger dabei) prädestiniert für den Status eines Führungsspieler. Gacinovic weiß sich klar zu positionieren, er kann auch Ziele äußern und ist beliebt bei seinen Mitspielern. Seine Identifikation mit der Mainmetropole und dem Klub ist zudem sehr groß, schon im Dezember 2018 verlängerte er vorzeitig bis 2022. Obwohl ihm die Torgefahr teilweise abgeht, bringt er viele andere wichtige Eigenschaften konstant ein in die Mannschaft.

Auch ohne Torgefahr Führungsspieler?

Hütter wünscht sich freilich mehr Treffer, doch der 50-Jährige adelte Gacinovic auch: „Seine Laufbereitschaft und sein Einsatzwillen sind unglaublich. Er setzt viele Dinge hervorragend um. Er ist schon knapp fünf Jahre bei der Eintracht und  ein sehr wichtiger Spieler im Team und im Verein.“ Klettert Gacinovic in der Hierarchie nun endgültig nach oben? Zuletzt zählte Hütter noch andere Akteure auf: „In diesem Zusammenhang ist wichtig, dass erfahrene Spieler wie David Abraham, Martin Hinteregger, Makoto Hasebe, Kevin Trapp oder Sebastian Rode den Mund aufmachen.“ Möglicherweise hat sich Gacinovic durch seine zuletzt sehr engagierten und für das Team so wichtigen Auftritte belohnt. Im Schlüsselspiel bei Werder Bremen jedenfalls wird der Trainer an einem fitten Gacinovic erneut nicht vorbeikommen und ihm so seinen 20. Bundesliga-Saisoneinsatz ermöglichen.

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