2. Bundesliga

Seeler verzweifelt am HSV: „Frage mich, wie wir da wieder rauskommen wollen“

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Bei seiner legendären Wutrede nach einem 0:0 gegen Island im Jahr 2003 prägte Bundestrainer Rudi Völler den Ausdruck vom „tieferen Tiefpunkt“. Er hat Einzug gehalten in den Sprachgebrauch von Fußballfans, die ihn freilich häufig ironisch meinen. Beim Hamburger SV kann frei von jedwedem Sarkasmus vom „tieferen Tiefpunkt“ die Rede sein.

Die Teilnahme an den Relegationsspielen verpasst zu haben, ist die eine Sache, dass dies wegen einer 1:5-Heimniederlage gegen den SV Sandhausen passiert, ist eine andere. Der HSV hat die Latte der Peinlichkeiten in den vergangenen Jahren sehr hoch angesetzt, übersprang sie am Sonntag aber mühelos. Wer sich darüber nicht belustigen kann, verspürt wohl Mitleid mit einem Traditionsverein, der sich immer wieder selbst im Weg steht. Und auch mit großen Persönlichkeiten wie Uwe Seeler. Der Ehrenspielführer der Nationalmannschaft verzweifelt regelrecht an seinem Klub.

„Jedes Jahr schwieriger“

„Die Truppe hat uns bis auf die Knochen blamiert. So eine Vorstellung ist unverständlich und nicht zu tolerieren“, zitiert ihn die Bild-Zeitung. „Ich frage mich, wie wir da aus der S…… wieder rauskommen wollen“, so ‚Uns Uwe‘. Schließlich werde es „jedes Jahr schwieriger“, den Aufstieg zu schaffen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass jede Saison in der 2. Bundesliga geringere Einnahmen mit sich bringt. Aktuell springen dem HSV dem Vernehmen nach reihenweise Top-Partner ab, der Etat für die Mannschaft sinkt laut des Boulevardblatts von 30 auf 23 Millionen Euro.

„Einmal HSVer, immer HSVer“

„So tief und kaputt war der HSV noch nie“, sagt Seeler. Womit wir wieder beim „tieferen Tiefpunkt“ von Rudi Völler wären. Für die 83-Jährige Klublegende bleibt zu hoffen, dass die Rothosen wie die Nationalmannschaft von 2003/04 tatsächlich am absoluten Nullpunkt angekommen sind. Das DFB-Team schaffte den Turnaround im Hinblick auf die Heim-WM 2006, schaffte bis zum Debakel von Russland vor zwei Jahren bei jedem Turnier mindestens das Halbfinale. Seeler hält seinem Verein derweil trotz allen Enttäuschungen die Treue. „Einmal HSVer, immer HSVer“, so der frühere Präsident.

About Lars Pollmann

Lars Pollmann begann sein Autorendasein als englischsprachiger Blogger (Bleacher Report, Yellowwallpod). Seit 2018 zählt er zur Redaktion von fussball.news. Seine Leidenschaft gehört darüber hinaus dem italienischen Fußball (vor allem Inter Mailand) sowie dem Radsport.

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