Bundesliga

Sechs Trainer, die der Bundesliga gut tun würden

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Unter den 18 Bundesliga-Trainern findet sich kein Übungsleiter, der international als Star gelten würde. Das muss nichts schlechtes sein, schließlich geht gute Arbeit vor Star-Appeal. Allerdings würde dem Oberhaus mehr Abwechslung auf den Trainerbänken nicht schaden.

Sowohl in personeller Hinsicht, schließlich sind es häufig die gleichen Namen, die bei einem offenen Job schnell zur Diskussion stehen. Allerdings eben auch in fußballerischer Sicht. Mut zum Risiko, mit Taktikern aus dem Ausland, die die bisweilen statische Bundesliga aufmischen könnten, wäre zumindest spannend zu verfolgen. fussball.news nennt sechs Trainer, die der Bundesliga gut tun würden. Dabei verzichten wir auf die ganz offensichtlichen Namen Jürgen Klopp, Pep Guardiola und Thomas Tuchel und zählen auch nicht bloß die gemeinhin als beste Trainer der Welt anerkannten Coaches auf.

Eine Zusammenstellung von fussball.news-Redakteur Lars Pollmann

Mauricio Pochettino

Gleich mit dem ersten Namen verstoßen wir gegen die Regel, die besten Trainer der Welt außen vor zu lassen. Jedoch ist der seit Mitte November vereinslose Argentinier eine zu gute Option, um sie nicht zu erwähnen. Der 48-Jährige verbindet hervorragende fußballerische Arbeit mit einem gewissen Star-Appeal, der aus seiner langen Zeit bei den Tottenham Hotspur in der Premier League rührt. Der einstige Innenverteidiger Pochettino lässt für gewöhnlich erfrischend nach vorn spielen und erreichte so im Jahr 2019 das Champions-League-Finale gegen Klopps Liverpool. Mit seinem Standing käme wohl nur der FC Bayern, vielleicht auch noch Borussia Dortmund in naher Zukunft in Frage. Beide Klubs könnten sich aber glücklich schätzen.

Ralph Hasenhüttl

Einer der Nachfolger von Pochettino auf dem Posten beim FC Southampton, blickt der Österreicher auf eine erfolgreiche Vergangenheit in Deutschland zurück. Mit dem FC Ingolstadt gelangen ihm der historische Aufstieg und, noch höher zu bewerten, der souveräne Klassenerhalt. Anschließend führte er RB Leipzig als Aufsteiger zur Vizemeisterschaft. Hasenhüttl lässt seine Teams leidenschaftlichen Fußball spielen, hat aber gerade beim FCI auch nachgewiesen, dass er Abwehrreihen stabilisieren kann. In der Bundesliga kämen auch für den 52-Jährigen wohl nur die absoluten Top-Klubs FC Bayern und BVB augenblicklich in Frage.

Andre Villas-Boas

Dass der Portugiese immer noch erst 42 Jahre alt ist, lässt einen beinahe fassungslos zurück. Immerhin liegt sein Triumph in der Europa League mit dem FC Porto bereits neun Jahre zurück. Seinerzeit ging Villas-Boas zum FC Chelsea, der Schritt kam wohl zu früh. Auch bei Tottenham hielt er sich nicht dauerhaft. Über Stationen in Russland und China ist der Weltenbummler inzwischen bei Olympique Marseille angekommen. Den seit Jahren strauchelnden Giganten hat er in der Ligue 1 zur Vizemeisterschaft geführt, steht nun laut Medienberichten aber vor einem Abschied. Die Bundesliga wäre für den Kosmopoliten durchaus ein logisches nächstes Ziel. In der Vergangenheit kokettierte er schon mal damit, dass er Deutsch lernen wolle.

Michael Laudrup

Der einstige Weltklasse-Profi unter anderem von Juventus Turin und dem FC Barcelona hat in seiner Trainerkarriere schon einiges erlebt. Die Liste seiner Klubs bildet dabei nicht die Qualität seines Coachings ab. Mit Bröndby, dem FC Getafe, Spartak Moskau, RCD Mallorca, Swansea City und zwei katarischen Vereinen steht nicht eben ein who-is-who der Fußball-Elite in der Vita von Laudrup. Dennoch würde er der Bundesliga gut zu Gesicht stehen. Denn vor allem bei Swansea, damals noch in der Premier League vertreten, ließ er ein äußerst ansehnliches Offensivspiel aufziehen, das dem walisischen Klub unter anderem seinen ersten Titel überhaupt einfahren ließ (Ligacup 2013). Der Däne ist aktuell frei verfügbar und wäre womöglich selbst für Teams aus dem Bundesliga-Mittelfeld zu haben.

Marcelo Bielsa

Waren wir bisher bei (halbwegs) realistischen Namen, verlassen wir diese Schiene beim exzentrischen Argentinier, der aktuell Leeds United an die Schwelle der Rückkehr in die Premier League geführt hat. Dass ein Bundesliga-Klub ‚El Loco‘, wie Bielsa in seiner Heimat ob seiner Detailversessenheit genannt wird, verpflichtet, scheint kaum vorstellbar. Spannend wäre es aber allemal. Seine Teams stehen vor allem für aggressives Pressing und immense Flexibilität. Sein Stil ist anstrengend, auf und neben dem Platz. Bei Bielsa gibt es keine Grauzone, sondern nur Extreme. Auch in Deutschland gäbe es entweder einen Bielsa-Kult. Oder er würde nach wenigen Monaten vom Hof gejagt. Und dann wohl selbst das Weite suchen. So geschehen bei Lazio Rom im Jahr 2016. Nach zwei Tagen (!) im Amt.

Jorge Sampaoli

In mancherlei Hinsicht ist der 60-Jährige in die Fußstapfen seines argentinischen Landsmanns getreten. Auch Sampaoli – mit Chile Copa-America-Sieger 2015 – hat sich unter Taktik-Fachleuten einen großen Namen erworben, der zumindest auf Klubebene in Europa nicht in großen zählbaren Erfolg gemündet ist. Seine einzige europäische Station beim FC Sevilla verließ er 2017 nach einer Saison, um die argentinische Nationalelf zu übernehmen. Dort folgte das Aus gegen den späteren Weltmeister Frankreich nach einer insgesamt enttäuschenden WM in Russland. Seit 2019 ist Sampaoli bei den brasilianischen Top-Klubs Santos und Atletico Mineiro aktiv. Dass es ihn nochmal nach Europa und dann auch noch in die Bundesliga zieht, scheint fraglich. Interessant aber wäre das. Weil seine Teams einen eigenwilligen Stil verfolgen, der sich gleichermaßen auf Pressing und Spielstärke beruft.

About Lars Pollmann

Lars Pollmann begann sein Autorendasein als englischsprachiger Blogger (Bleacher Report, Yellowwallpod). Seit 2018 zählt er zur Redaktion von fussball.news. Seine Leidenschaft gehört darüber hinaus dem italienischen Fußball (vor allem Inter Mailand) sowie dem Radsport.

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