1. FC Köln

Schmadtke kritisiert Köln-Struktur, „durch die keine Ruhe einkehren kann“

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Am Samstag empfängt der 1.FC Köln zum Rückrundenauftakt den VfL Wolfsburg. Es klingt wie ein gewöhnliches Bundesliga-Spiel, birgt aber doch eine gewisse Brisanz. Jörg Schmadtke kehrt erstmals nach seinem Ausscheiden bei den Geißböcken zurück.

Der Sportgeschäftsführer der Wölfe war im Oktober 2017 im Unfrieden von den Rheinländern geschieden. Seinerzeit bedachten ihn die Fans kurz vor der endgültigen Trennung mit Pfiffen, der Empfang am Wochenende treibt den Ex-Profi aber nicht in schlaflose Nächte. „Bei mir ist hängengeblieben, dass während meiner Zeit in Köln Ziele größtenteils erfüllt oder sogar übererfüllt wurden“, sagt Schmadtke gegenüber dem Bonner General-Anzeiger. „In der Wahrnehmung des Umfelds in der Stadt allerdings ging es letztlich nur um die letzten vier Monate.“

„Mit einer großen Öffentlichkeit am Tisch“

Nach wie vor will der frühere Bundesliga-Keeper nicht ins Detail gehen, warum genau es zum Bruch kam. Sehr wohl aber traut sich Schmadtke eine Kritik der Kölner Verhältnisse zu. „Die Hauptproblematik ist für mich, dass dem Club eine Struktur übergestülpt wurde, durch die keine Ruhe einkehren kann. Ein Fußballverein sollte kein demokratisch geführtes Unternehmen sein.“ Beim 1.FC Köln tragen Mitgliederrat und Gemeinsamer Ausschuss viel Macht, für Schmadtke geht es zulasten der Beweglichkeit des Klubs. „In Köln sind es relativ große Gruppen, die informiert werden müssen und mitsprechen wollen. Da jeder dieser Teilnehmer für sich noch einmal eine Vernetzung in der Stadt hat, sitzt man mit einer relativ großen Öffentlichkeit am Tisch.“

„In der Krise wird es schwierig mit dem Weglächeln“

In Zeiten des Erfolgs lasse sich das strukturelle Problem des Vereins überwinden, in Zeiten der Krise jedoch zeige es seine Fratze. „Solange es einigermaßen läuft, herrscht etwas mehr Gelassenheit. Da kann man auch manche Dinge weglächeln. In der Krise wird es schwierig mit dem Weglächeln“, so Schmadtke. Der Aufsteiger hat einmal mehr ein turbulentes Jahr hinter sich. Köln verschliss mit Markus Anfang und Achim Beierlorzer zwei Trainer, mit Armin Veh einen Geschäftsführer und wählte nach dem Abgang von Werner Spinner auch einen neuen Vorstand. Aus dem Team von Präsident Werner Wolf ist Vizepräsident Jürgen Sieger im Dezember nach nicht einmal 100 Tagen schon wieder ausgeschieden.

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