Borussia Dortmund

Schließt Schulz die größte BVB-Baustelle?

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Borussia Dortmund hat übereinstimmenden Medienberichten zufolge den ersten Neuzugang für die kommende Saison unter Dach und Fach gebracht. Nico Schulz kommt von der TSG Hoffenheim, kostet dem Vernehmen nach 25 Millionen Euro. Es ist eine große Investition für einen Außenverteidiger. Entsprechend groß dürften die Erwartungen sein.

Auch wenn andere Redaktionen die Exklusivmeldung der Bild-Zeitung bezüglich einer Ausstiegsklausel des Nationalspielers nicht bestätigen, herrscht Einigkeit darüber, dass der Wechsel nur noch der Verkündung bedarf. Das Interesse des BVB am gebürtigen Berliner ist ohnehin schon länger hinlänglich bekannt, seinen Flirt mit dem Tabellenzweiten verbarg Schulz zuletzt nicht mehr. Rein von der Ablöse setzt Dortmund mit der Verpflichtung ein klares Statement. Nur fünf Linksverteidiger wechselten in den letzten Jahren für eine solche oder noch höhere Summe den Klub.

Elitärer Kreis in Sachen Ablöse

Die aufnehmenden Vereine lesen sich wie die absolute Oberklasse der internationalen Fußballbranche. Manchester City holte Benjamin Mendy, Stadtrivale Manchester United Luke Shaw, Real Madrid Fabio Coentrao, Juventus Turin Alex Sandro und Paris Saint-Germain Layvin Kurzawa. Mit Ausnahme von Alex Sandro schlugen die so teuren Linksverteidiger bisher nicht vollumfänglich ein. Vorsicht ist auch bei Schulz geboten, der schließlich als Karriere-Spätzünder bislang auf Klub-Ebene nur unter Julian Nagelsmann in Hoffenheim höchsten Ansprüchen genügte. Hoffnung macht dem BVB allerdings, dass der 26-Jährige auch in der Nationalmannschaft einen guten Eindruck hinterlässt.

Dortmunder Flickenteppich auf links

Die Erwartungshaltung an Schulz muss sein, dass er die womöglich größte Baustelle im Kader dauerhaft schließt. Auf der linken Seite hat Trainer Lucien Favre in dieser Saison nichts unversucht gelassen. Rechtsfuß Achraf Hakimi überzeugte zeitweise, wechselt aber nach der kommenden Saison zurück zu Real Madrid und wird ohnehin womöglich auf der gegenüberliegenden Seite gebraucht. Abdou Diallo musste häufig von innen nach außen rücken, um Abhilfe zu schaffen. Nicht zuletzt, weil Marcel Schmelzer erst verletzt fehlte und anschließend das Vertrauen des Schweizers nie zurückgewann. Zuletzt zog Favre Raphael Guerreiro aus der Offensive eine Position zurück. Der Europameister könnte den Klub allerdings noch im Sommer verlassen und hat seine Stärken eindeutig nicht im Verteidigen.

Bisher am besten im System mit Dreierkette

Schulz hat also den klaren Weg zum absoluten Stammplatz, den seine Ablösesumme auch eindeutig einfordert. Bisher hat er seine besten Leistungen als Flügelspieler im Nagelsmann-System mit drei Innenverteidigern gezeigt. Fraglich, ob diese Variante dauerhaft beim BVB Einzug erhalten wird. Mit seinem Tempo und einer gewissen Grundaggressivität sollte Schulz dennoch auch bei Beibehaltung der Viererkette ein belebendes Element auf der Außenbahn darstellen können. Wahrscheinlich im Zusammenspiel mit Thorgan Hazard, dessen Wechsel von Borussia Mönchengladbach nach Dortmund ebenfalls kurz nach Saisonende perfekt werden dürfte.

BVB gönnt sich eine neue linke Seite

Insgesamt lässt sich der BVB die Auffrischung der linken Seite dadurch dem Vernehmen nach etwa 55 Millionen Euro kosten. Eingedenk der 64 Millionen, die alleine der Verkauf von Teilzeitkraft Christian Pulisic einbringt, ist es ein sinnhaftes Vorhaben, unabhängig womöglich berechtiger Zweifel Teilbereichen im Profil beider Neuzugänge. Im modernen Fußball gibt es jedenfalls wenige Positionen, die so schwer zufriedenstellend zu besetzen sind, wie die defensiven Außenbahnen. Wenn Schulz die Erwartungen erfüllt und sich die Dortmunder Entscheider für einige Jahre keine großen Sorgen machen müssen, wird er die Investition wert sein.

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