Bundesliga

Schalke-Ausgliederung „eine Mär“: So tönte Tönnies vor fünf Jahren

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Der FC Schalke 04 befindet sich an einem Scheideweg. In sportlicher Hinsicht hat Trainer David Wagner nach der 0:4-Schlappe im Revierderby eine englische „Woche der Vorentscheidung“ ausgerufen. Neben dem Platz toben Diskussionen um das Thema Ausgliederung. Die schloss Clemens Tönnies vor fünf Jahren mit markigen Worten aus.

„Wir haben unsere Ziele nicht erreicht und in den letzten Spielen einen grottenschlechten Fußball gespielt. Er war nicht zum Ansehen“, zitiert die Vereinshomepage den Aufsichtsratsvorsitzenden. Was durchaus auch als Kommentar auf die jüngsten Darbietungen zu münzen wäre, stammt aus einer Mitgliederversammlung von 2015. Die Königsblauen hatten seinerzeit nach drei Jahren erstmals die Champions-League-Teilnahme verpasst. Platz sechs galt als Misserfolg. Heute wären Fans und Verantwortliche damit wohl äußerst zufrieden.

Von Corona besonders betroffen

Doch gerade beim Anhang gerät die sportliche Lage derzeit immer mehr in den Hintergrund, weil Tönnies und andere Chefs auf Schalke eine Ausgliederung der Profiabteilung diskutieren wollen. Die Knappen gelten als von der Coronakrise besonders betroffen, zumal schon der Jahresabschluss für das vorherige Geschäftsjahr kein gutes Licht auf die Klub-Finanzen wirft. Für die Öffnung gegenüber Investoren lässt der Klub nun seine Kontakte spielen, lanciert scheinbar freundliche Medienberichte und spannt sogar Legenden wie Rüdiger Abramczik und Klaus Fischer ein. Bei Fans ist der potenzielle Schritt weg vom eingetragenen Verein zumindest umstritten, vielerorts sogar verpönt.

„Solange ich auf Schalke bin, bleibt Schalke ein eingetragener Verein“

Das weiß sicher auch Tönnies. Und machte sich dies 2015 wohl aus politischem Kalkül zunutze. „Ich möchte mit einer Mär aufhören, die von bestimmten Leuten ständig verbreitet wird und diese ein für alle Mal begraben: Ich bin nicht für die Ausgliederung. Ich bin dafür, alles zu tun, dass wir ein eingetragener Verein bleiben. Solange ich auf Schalke bin, bleibt Schalke ein eingetragener Verein. Das ist eine feste Zusage“, so der Fleisch-Fabrikant auf der damaligen Mitgliederversammlung. ‚Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern‘, soll der erste Bundeskanzler Konrad Adenauer einst gesagt haben. Das Zitat lässt sich übrigens nicht belegen. Die von Tönnies schon. Dass ihm die Fans des FC Schalke 04 die Vorbereitung des Wortbruchs durchgehen lassen, ist schwer vorstellbar.

About Lars Pollmann

Lars Pollmann begann sein Autorendasein als englischsprachiger Blogger (Bleacher Report, Yellowwallpod). Seit 2018 zählt er zur Redaktion von fussball.news. Seine Leidenschaft gehört darüber hinaus dem italienischen Fußball (vor allem Inter Mailand) sowie dem Radsport.

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