Bundesliga

Saison-Abbruch? DFB-Vize Koch widerspricht Idee vom Aue-Boss

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Die Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf den Profifußball werden immer umfassender. In vielen europäischen Ligen fallen Spiele aus oder werden ohne Zuschauer als Geisterspiele ausgetragen. Darunter fallen auch alle neun Spiele des 26. Spieltags der Bundesliga am Wochenende. Mit Helge Leonhardt fordert nun ein erster Klubverantwortlicher den Abbruch der Saison. Rainer Koch widerspricht der Idee.

„Man sollte einheitlich präventiv handeln, sowohl aus sportlicher als auch aus wirtschaftlicher und vor allem aus gesundheitlicher Sicht“, sagte Leonhardt, Präsident von Erzgebirge Aue, gegenüber dem SID. Er „empfehle“ deshalb, die Saison abzubrechen. Dies wolle er auch auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der DFL am Montag zur Sprache bringen. Ob der Chef der Veilchen dabei auf Gehör stoßen wird, ist noch unklar. Schwer vorstellbar allerdings, dass das Thema bis zu dieser Sitzung nicht weiter an Fahrt aufnehmen wird.

Leonhardt bezweifelt „einheitliche Lösung“ bei Einzelfallentscheidungen

Immerhin gibt es seit dem heutigen Mittwoch mit Timo Hübers von Hannover 96 einen ersten bestätigten Corona-Fall im deutschen Profifußball. „Sobald sich ein Spieler infiziert, muss die Mannschaft zwei Wochen aus dem Spielbetrieb genommen werden“, hatte Leonhardt vor Bekanntwerden der Infektion des Abwehrspielers geunkt. „Wie will man da eine einheitliche Lösung finden?“ Viele Vereine, gerade außerhalb der Bundesliga, erhoffen sich dabei eine klarere Vorgabe durch die Liga und den DFB als Dachorganisation.

Koch scheut Vergleich mit der DEL

Dessen Vizepräsident Rainer Koch hat der Vorstellung, die gesamte Saison könne abgebrochen werden, im Gespräch mit dem BR entschieden widersprochen. Die Situation sei beispielsweise nicht vergleichbar mit der Deutschen Eishockey Liga, die ihre Playoffs abgesagt hat und die Saison ohne die Vergabe des Meistertitels abschließt. „Der Bundesliga-Spielbetrieb erstreckt sich noch viel weiter. Das hat auch wirtschaftlich eine ganz andere Bedeutung für die Bundesligavereine als im Eishockey“, so Koch.

Untere Ligen stärker von Einnahmen im Spieltagsumfeld abhängig

Gerade die Vereine unterhalb der Bundesliga hängen mit ihrer gesamten wirtschaftlichen Planung stark an den Einnahmen aus dem Ticketverkauf und generell dem Spieltagsumfeld. Bei den 18 Teams in der höchsten deutschen Spielklasse ist die Abhängigkeit dank der hohen TV-Gelder weniger stark ausgeprägt. Koch deutete aber an, dass die Verbände sich fraglos an Empfehlungen der Gesundheitsbehörden halten werden. Dabei gelte es aber auch, seitens des Fußballs nicht einseitig zum zum Erliegen Kommen des gesellschaftlichen Lebens beizutragen.

About Lars Pollmann

Lars Pollmann begann sein Autorendasein als englischsprachiger Blogger (Bleacher Report, Yellowwallpod). Seit 2018 zählt er zur Redaktion von fussball.news. Seine Leidenschaft gehört darüber hinaus dem italienischen Fußball (vor allem Inter Mailand) sowie dem Radsport.

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