Borussia Mönchengladbach

Rundumschlag von Ginter – Ist Hecking noch haltbar?

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Der Abwärtstrend von Borussia Mönchengladbach nimmt bedenklich Züge an. Nur zwei Teams sind noch schlechter in das Jahr 2018 gestartet, gegen den VfB Stuttgart (0:1) setzte es am Sonntag die dritte Niederlage in Folge und somit die vierte im fünften Rückrundenspiel. Die Spieler schlagen Alarm, Trainer Dieter Hecking gerät immer stärker unter Druck.

Als Hecking die Arbeit bei Gladbach aufnahm stand der Klub mit 16 Zählern auf Rang 14 und musste mit leichten Sorgen nach unten blicken. Allerdings sorgten ordentliche Auftritte in einer schwierigen Champions-League-Gruppe für Ruhe, zudem kam das Team auch im DFB-Pokal weiter. Unter dem neuen Coach sollte die Leistung in der Rückserie stabiler werden, damit in der darauffolgenden Saison wieder die internationalen Plätze angegriffen werden können.

Ginters Rundumschlag

Rund 13 Monate später kommt die Borussia nicht vom Fleck. Das Team hat bereits neun Saisonspiele verloren, 30 Tore sind ein für das vorhandene Offensivpotential unterdurchschnittlicher Wert, zudem wackelt die Defensive bei 34 Gegentreffern häufig bedenklich. Matthias Ginter holte bei Bild zum Rundumschlag aus: „Wir haben uns das alles ganz anders vorgestellt. Entweder wir kassieren ein frühes oder spätes Gegentor. Das ist auch nicht nur Kopfsache, es ist so viel mehr: Es geht auch um Technik, Taktik und die Physis. Außerdem fehlt uns die Durchschlagskraft – es kommt halt viel zusammen!“

Europacupplätze rücken in weite Ferne

Abwehrkollege Tony Jantschke fasste im kicker zusammen: „Über Europa brauchen wir bei dieser Ausbeute im Moment nicht zu reden.“ Hecking hat dem Team in seiner Amtszeit, die vertraglich bis zum 30. Juni 2019 datiert ist, noch keine Handschrift verpassen können, der Abwärtstrend in der Rückserie nimmt bedenklich Züge an. Hecking selbst wirkte auf der Pressekonferenz ratlos: „Wir haben in der ersten Halbzeit kein gutes Spiel gemacht, wir haben gerade nicht die Leichtigkeit. Wir waren zu langsam im Passspiel, hatten kein gutes Positionsspiel und zu viele technische Fehler. In der zweiten Halbzeit fehlten die Durchschlagskraft und die letzte Konsequenz. Wir haben eine sehr schwierige Phase, das schmeckt uns allen nicht.“

Eberl schweigt

Sportdirektor Max Eberl wollte sich bei Sky nach der Niederlage in Stuttgart nicht äußern – ungewöhnlich für den ansonsten so offenen Ex-Profi. Muss Hecking sorgen haben, wenn Eberl anfängt zu schweigen? Lars Stindl jedenfalls nahm – wie in solchen Situationen gerne üblich – die Mannschaft in die Pflicht: „Wir müssen uns der Situation stellen und weiterarbeiten, um nächste Woche zu siegen.“ Am kommenden Sonntag (18 Uhr) kommt Borussia Dortmund zu Gast. Im Hinspiel endete die Partie 1:6. Ein erneutes Debakel könnte Hecking dann womöglich schon den Stuhl kosten.

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0 Comments

  1. Borusse1972

    12.02.2018 at 13:13

    Wahnsinn wie Hecking sowohl den Spielern und auch den Fans die Lust am Fußball nimmt. Als würden sich ein paar Kumpels zum Kicken treffen. Nur so zum Spaß. Wer den Bal hat muß sich erstmal „orientieren“ was denn so die Mitspieler gerade machen. Nix mt Automatismen oder Matchplan. Keine einstudierte Variente. Immer das Gleiche. Selbst wenn 9 Mann vor dem Ball sind wird zum Torwart zurückgespielt. Ballbesitzstatistik über Alles! Hecking ist in meinen Augen kein Trainer. Er ist ein „am Rand steher“ mit sehr hoher Gage. Aber ein Trainer der die elementaren Automatismen einstudiert, sich auf den Gegner akribisch vorbereitet, das meiste aus dem Kader rausholt, taktisch umstellt, Defizite nicht nur benennt sondern auch beseitigt, Ehrgeiz und Euphorie vorlebt – das ist er nicht.

    Als Beispielhaft für die Wichtigkeit von wirklicher Kompetenz sehe ich die Favre-Ära in M´gladbach. Was der geleistet hat war einfach für jeden zu sehen. Wohlgemerkt mit einem schwächeren Kader als dem Aktuellen. Allerdings auch mit Leadern und richtig harten Hunden, wie Stranzel u.a.

    Und aus der Ferne betrachtet war z.B. Ajax Amsterdam mit Peter Bosz das perfekte Beispiel für die Wichtigkeit von Automatismen und Matchplan. Große Stars hatte der jednfalls nicht, aber scheinbar eine gute Idee und eine geile Truppe.

    • Kajo Kistemann

      13.02.2018 at 10:25

      Sehr gut geschrieben, dem ist nichts hinzuzufügen. 👍👍👍👍👍

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