1. FC Heidenheim

Roundup: HSV-Pleite macht Bielefeld zum Herbstmeister

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Der Auftakt des 16. Spieltags der 2. Bundesliga am Freitag stand ganz im Zeichen des Fernduells um die Tabellenführung zwischen Arminia Bielefeld und dem Hamburger SV. Beide Aufstiegsaspiranten spielten daheim, gegen den Karlsruher SC beziehungsweise den 1.FC Heidenheim.

Mit dem Tabellenvierten hatte der HSV zumindest auf dem Papier den schwereren Gegner vor der Brust. Doch die Rothosen übernahmen rasch die Spielkontrolle, ohne dabei zu ernsthaften Chancen zu gelangen. Die erste hatte dann der Gast von der Brenz zu verzeichnen: Tim Kleindienst hätte das Publikum im Volkspark beinahe geschockt, sein strammer Volley-Schuss klatschte jedoch vom Pfosten zurück ins Feld (16.). Die Szene stellte nicht etwa den Startschuss für mehr Torgefahr dar. Tatsächlich verlief die 1. Halbzeit weitgehend im Sande. Die Hausherren häuften ein großes Plus an Ballbesitz an, wussten damit aber wenig anzufangen. Heidenheim verteidigte problemlos, sah selbst wenig Anlass für mehr Risiko auf dem Weg nach vorn. Das torlose Remis als Halbzeitergebnis war deshalb mehr als nur folgerichtig. Überraschend kam es nicht unbedingt: Der HSV schießt vor der Pause nur ein Drittel seiner Tore, Heidenheim sogar nur etwa 17 Prozent.

Im zweiten Durchgang schien der Hamburger SV tatsächlich mehr Zielstrebigkeit zu entwickeln. Ein abgefälschter Schuss von Sonny Kittel forderte Torhüter Kevin Müller zu einer starken Parade mit dem Fuß heraus (52.). Bis dahin hatte der kaum ernsthaft eingreifen müssen. Ein wahres Feuerwerk brannten die Teams aber auch jetzt nicht ab. So dauerte es wieder einige Zeit, bis ein Fernschuss von Jeremy Dudziak recht knapp am Tor vorbeizischte (66.). Kleindienst meldete nach Anbruch der Schlussviertelstunde seit längerem gut versteckte Offensiv-Ambitionen der Gäste an, traf allerdings nur das Außennetz (76.). Das Spiel wurde nun endlich lebhaft. Der HSV hatte elf Minuten vor Schluss eine Doppelchance über Martin Harnik und Bakery Jatta, doch die Gäste sollten den ersten Ball im Netz unterbringen. Konstantin Kerschbaumer knallte einen Gewaltschuss an die Latte, den Rebound legte Kleindienst per Kopf zurück auf Jonas Föhrenbach, für den es nur noch einzuschieben galt (82.). Das große Aufbäumen des HSV blieb zunächst aus, Müller parierte in der Nachspielzeit stark gegen Harnik und hatte etwas Glück, dass ein Kopfball des eingewechselten Lukas Hinterseer nicht das Ziel fand.

So blieb es bei der zweiten Niederlage der Hamburger in Folge, noch dazu war es die erste daheim. Die Rothosen bleiben Tabellenzweiter, der VfB Stuttgart könnte aber nach Punkten am Montagabend aufschließen. Bis dahin ist Heidenheim nach dem Überraschungserfolg aber auf dem Relegationsplatz.

Bielefeld verschenkt Herbstmeisterschaft beinahe

Auf der Alm wollten die Gastgeber etwas an der eher schwachen Heimbilanz tun. Nur zwei Siege hatte der DSC seinen Fans bis dato geschenkt. Die Tabellenführung verdankt das Team von Uwe Neuhaus der beeindruckenden Stärke auf fremdem Platz. Die Westfalen übernahmen gegen die Badener früh das Zepter, jedoch mangelte es, wie in Hamburg, an echten Torchancen. Ein bisschen mehr als beim HSV war aber doch los, so kam Marcel Hartel zu zwei Annäherungen (17. und 20.), ehe allerdings die Gäste in Führung gingen. Die Hintermannschaft der Arminia zeigte sich bei einer simplen Flanke von dem rechten KSC-Flügel unorganisiert, Philipp Hofmann legte ab auf Marc Lorenz. Der frühere Bielefelder nagelte das Kunstleder wuchtig in die Maschen (25.), verzichtete danach auf einen ausschweifenden Torjubel. Die Gäste hatten nun Oberwasser, kamen über Marvin Wanitzek (29.), David Pisot (32.) und Daniel Gordon (33.) zu weiteren Gelegenheiten. Langsam berappelte sich auch die Arminia, kam in Person von Andreas Voglsammer per Volley nach einer Ecke zur besten Ausgleichschance (34.). Dennoch ging der KSC dank der Qualität der Torgelegenheiten gar nicht mal unverdient mit der 1:0-Führung in die Pause, wenngleich Bielefeld insgesamt die tonangebende Mannschaft gewesen war.

Nach der Unterbrechung änderte sich das Bild zunächst kaum. Arminia Bielefeld hatte den Ball, aber fand kein Mittel. Der Karlsruher SC ließ sich das Spiel so gefallen, deutete die eigene Gefährlichkeit aber bei gelegentlichen Vorstößen in die gegnerische Hälfte weiter an. So dauerte es bis in die Schlussphase, bis den Hausherren eine gefährliche Aktion gelingen sollte. Voglsammer köpfte den Ball allerdings nur ans Außennetz (74.). Wenig später geriet ein Schuss von Hartel zur Rückgabe für Benjamin Uphoff im Kasten des KSC (76.), im Ansatz war es die beste Chance aus dem Spiel heraus. Die Druckphase sollte sich auszahlen: Wegen eines Arm-Einsatzes von Hofmann entschied Schiedsrichter Martin Petersen auf Strafstoß. Die Entscheidung war zumindest streitbar, Torjäger Fabian Klos ließ sich aber nicht zweimal bitten und schob eiskalt zum Ausgleich ein (81.). Sein Team drückte nun auf den Sieg, während Karlsruhe das Angebot eines frühen Abpfiffs wohl akzeptiert hätte. Doch ein eklatanter individueller Fehler von Joakim Nilsson bescherte den Gästen doch den vermeintlichen späten Sieg. Eine viel zu kurze Rückgabe wurde zur Vorlage für Wanitzek, der vor Manuel Ortega die Nerven behielt und zum 2:1 versenkte (90.+1). Doch die Arminia hatte den letzten Lacher auf der eigenen Seite: Joan Simun Edmundsson traf mit dem letzten Schuss der Partie wuchtig zum 2:2-Endstand (90.+3). Das Joker-Tor hatte der ebenfalls eingewechselte Cebio Soukou clever vorgelegt.

Durch den spätestmöglichen Punktgewinn sicherte sich Arminia dank der Niederlage des HSV die Herbstmeisterschaft, während Karlsruhe auf dem zehnten Rang bleibt.

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