2. Bundesliga

Roundup: Darmstadt schießt St. Pauli ab, Hannover dreht Derby spät

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Der SV Darmstadt 98 hat sich von der Niederlage beim Karlsruher SC nicht verunsichern lassen, im Heimspiel gegen den FC St. Pauli legten die „Lilien“ ein sehr überzeugendes 4:0 hin. Auch Hannover 96 konnte sein Spiel siegreich gestalten, spät aber energisch erzwang der Bundesliga-Absteiger den Sieg im Niedersachsen-Derby gegen den VfL Osnabrück. Weniger spektakulär ging es beim 0:0 zwischen dem SV Sandhausen und Jahn Regensburg zu. Das Roundup zum Samstag des 27. Zweitliga-Spieltags.

Bei der Begegnung zwischen dem SV Darmstadt 98 und FC St. Pauli handelt es sich beinahe um ein Nachbarschaftsduell in der Tabelle. Grund dafür ist zum einen, dass die Darmstädter ihr erstes Spiel nach der Corona-Pause mit 0:2 gegen den Karlsruher SC verloren und damit ihre Ungeschlagen-Serie von zehn Spielen abreißen lassen haben – Platz sieben mit 36 Punkten stand vor dem Spiel zu Buche. Gegner St. Pauli hat sein Spiel am vergangenen Wochenende allerdings mit 1:0 gegen den 1. FC Nürnberg gewonnen und ist damit seit fünf Spielen ohne Niederlage geblieben – mit einem Sieg hätte der Tabellenneunte mit den Hessen gleichziehen können.

Von der ersten Minute an war viel Tempo in der Partie, beide Mannschaften verzeichneten Szenen in der Offensive. So verwundert es nicht, dass das erste Tor des Spiels bereits nach sechs Minuten fiel. Darmstadts Viktor Palsson fand Mitspieler Mathias Honsack im Rückraum des Strafraums – der Torschütze verzögerte noch kurz, um dann zur 1:0-Führung einzuschieben. Die Abwehrreihe der Hamburger sah in dieser Szene unglücklich aus, sowohl auf Passgeber als auch auf Torschütze wurde unzureichend Druck ausgeübt. St. Pauli ließ sich von dem frühen Gegentreffer aber nicht aus dem Konzept bringen, es blieb ein offensiv geführtes Spiel. In der 19. Minute hätten die „Kiezkicker“ beispielsweise die große Gelegenheit zum Ausgleich gehabt, doch verpassten gleich drei Angreifer bei diesem Vorstoß, den Ball über die Linie zu drücken. Aber auch die „Lilien“ schnupperten immer wieder am nächsten Treffer der Partie. So war es eine sehr muntere erste Halbzeit. Gerade, als die Partie etwas ruhiger zu werden schien, hätte der Gastgeber beinahe das 2:0 erzielt, Felix Platte (26. Minute) verzog jedoch freistehend aus 13 Metern. St. Pauli setzte die Gastgeber durch Pressing stetig unter Druck, wurde selbst aber nicht zwingend genug, sodass der Ausgleich nicht wirklich in der Luft lag. Zur Pause hieß es dementsprechend 1:0.

Dem Zwischenstand entsprechend begann der FC St. Pauli die zweite Halbzeit schwungvoller, während die Darmstädter auf ihre gute Defensive und schnellen Konter setzte. Nachdem die erste Druckphase der Gäste wirkungslos blieb, traute sich Darmstadt wieder vermehrt aus der eigenen Hälfte hinaus und erkannte, St. Paulis Defensive Probleme bereiten zu können. Die Phase rund um die 60. Minute war von einer langen Verletzungsunterbrechung und insgesamt fünf Spielerwechseln beherrscht – Spielfluss wollte dort nicht aufkommen. Zwar verbuchte St. Pauli viel Ballbesitz in der gegnerischen Hälfte, klare Torchancen kamen dabei aber nicht herum. Stattdessen kam Darmstadt durch schnelle Vorstöße zu gefährlichen Szenen – Honsak hatte in der 70. Minute die Doppelchance zum Ausbau der Führung. Das 2:0 lag in dieser Phase eher in der Luft als der Ausgleich. Folgerichtig erzielte Yannick Stark in der 74. Minute per strammen Distanzschusses aus 25 Metern die Vorentscheidung – erneut ließ St. Paulis Abwehr dem Torschützen viel zu viel Platz. Wenige Minuten später machte Marvin Mehlem den Deckel auf die Partie: Tobias Kempe brach auf dem linken Flügel durch und bediente im Sechzehner Serdar Dursun, der zu Mehlem weiterleitete. Dessen Linksschuss mit dem ersten Kontakt trudelte unerreichbar für FCSP-Keeper Robin Himmelmann ins Eck (78. Minute).D ie Mannschaft von Trainer Jos Luhukay bemühte sich im Anschluss nicht mehr und ließ die Darmstädter Hausherren ihren Stiefel nur noch herunterspielen. Palsson durfte in der 89. Minute sogar noch das 4:0 erzielen. Sein Volleyschuss aus 15 Metern ließ Himmelmann keine Chance. Den rabenschwarzen Tag seiner Mannschaft machte dann Joker Dimitris Diamantakos perfekt, der einen Handelfmeter in der 91. Minute neben das Tor setze. So endete die Begegnung mit 4:0.

Mit dem überzeugenden Heimsieg rückt der SV Darmstadt mit nun 39 Zählern zunächst einmal auf den fünften Rang vor. Der FC St. Pauli hingegen muss den Blick wieder nach unten richten, Platz elf ist es nach 27 Spieltagen.

Sandhausen und Regensburg trennen sich torlos

Für den SV Sandhausen begann der Restart des Spielbetriebs denkbar unglücklich. Gegen Erzgebirge Aue fand sich der SVS frühzeitig in Unterzahl wieder und verlor das Spiel anschließend mit 1:3. Nur ein Punkt trennte die Sandhäuser vor der Partie vom Relegationsrang. Die Gäste aus Regensburg standen sichtlich besser da, nach dem Unentschieden gegen Holstein Kiel (2:2) belegte der Jahn Rang zehn mit 33 Punkten. Beide Mannschaften waren allerdings daran interessiert, das Punktepolster auf den 16. Platz auszubauen.

Die Gastgeber fanden etwas besser ins Spiel, es war mehr Struktur als beim Jahn zu erkennen. Nach den ersten Minuten stabilisierte sich aber auch Regensburg, sodass sich eine Begegnung auf Eigenhöhe entwickelte. Beide Mannschaften verbuchten schon früh erste Torchancen, zwingend wurde es aber auf beiden Seiten nicht. Es war ein intensiv geführtes Spiel, dass von seiner Aggressivität und den vielen Zweikämpfen lebte. Was fehlte, war die Präzision im Spiel nach vorne, sodass Strafraumszenen eigentlich nur durch Standardsituation zustande kamen, aber auch diese strahlten wenig Gefahr aus. Regensburgs Max Besuschkow verbuchte in der 26. Minute noch die beste Chance, sein direkter Freistoß segelte nur sehr knapp am Tor vorbei. Von dahinplätschern konnte angesichts des recht hohen Tempos der Partie nicht die Rede sein, aber vor dem Halbzeitpfiff sollte nicht mehr allzu viel passieren. So ging es leistungsgerecht mit 0:0 in die Pause.

Auch im zweiten Durchgang blieb es eine umkämpfte Partie, in der zwar beide Mannschaften etwas bewirken wollten, jedoch weiter ohne Durchschlagskraft blieben. Die Anfangsviertelstunde der zweiten Halbzeit hatte wenig Sehenswertes parat, viele Zweikämpfe und einige gelbe Karten prägten diese Phase des Spiels. Quasi aus dem Nichts hatte dann Sandhausens Philipp Klingmann in der 61. Minute die große Chance auf den Führungstreffer, der Außenverteidiger scheiterte jedoch am glänzend reagierenden Jahn-Schlussmann Alexander Meyer. In Folge wurde Sandhausen stärker und verbuchte ein paar gute Gelegenheiten. Zahlreiche personelle Wechsel und gelbe Karten nahmen der Partie jeglich übrig gebliebenen Rhythmus – erneut waren es lediglich Standards, die für etwas Nervenkitzel sorgten. Ein wenig unterhaltende Begegnung endete verdientermaßen mit 0:0 – beide Teams ließen nicht den unbedingten Willen und einen klaren Plan erkennen, um die drei Punkte an sich zu reißen. Ein Punktgewinn, mit dem beide leben können.

Der SV Sandhausen holt einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf, bleibt diesem aber weiter erhalten. 30 Punkte und Platz 13 sind es nach 27 Spielen. Die Gäste aus Regensburg verharren weiter im Tabellenmittelfeld, es bleibt bei Rang zehn.

Hannover dreht Derby überraschend

Der VfL Osnabrück ist gut aus der langen Spielpause gekommen – auswärts bei Arminia Bielefeld (1:1) hat der Aufsteiger immerhin einen Punkt entführen können. Dennoch befindet sich der VfL weiter im Abstiegskampf, zwei Zähler trennen ihn nur vom Relegationsrang. Auch für Gegner Hannover 96, für den es die gar erste Partie nach der Unterbrechung des Liga-Betriebs ist, ist es eine brenzliche Lage. Zwar haben die 96er vor der Pause ihre letzten zwei Spiele gewonnen, mit 32 Punkten müssen sie aber nach wie vor nach unten gucken. Das Niedersachsen-Duell als Kracher im Abstiegskampf.

Nach gerade einmal sechs Minuten verbuchte die Begegnung ihren ersten Höhepunkt. Hannovers Dominik Kaiser brachte Gegenspieler Felix Agu im Strafraum unfair zu Fall – Konsequenz war folgerichtig Elfmeter, den Assan Ceesay zum 1:0 verwandelte. Die Gäste aus Hannover steckten allerdings nicht auf und glichen in der elften Spielminute per Standard aus. VfL-Verteidiger Joost van Aken bekam den Freistoß Kaisers über Umwege unglücklich an den Kopf, von dort prallte der Ball zum 1:1 ins Tor – Keeper Phillp Kühn war machtlos. Im Anschluss an den Ausgleich entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe, beide Teams versuchten weiter, nach vorne zu spielen. Meist ging es bei beiden Mannschaften aber nicht über Ansätze hinaus. Dass zum Ende des ersten Durchgangs starker Regen einsetze, half der Qualität der umkämpften Partie nicht.  Zwar übernahm Hannover wenige Minuten vor dem Halbzeitpfiff immer mehr die Kontrolle, das 1:1 zur Pause ging aber in Ordnung.

Nach dem Anpfiff der zweiten Hälfte dauerte es erneut nicht lang bis zum Tor. Nach Zusammenspiel mit Ceesay und Ulrich Taffersthofer brach Etienne Amenyido in der 47. Minute nach halblinks durch. Sein strammer Schrägschuss zum 2:1 schlug an 96-Torwart Ron-Robert Zieler vorbei flach im rechten Eck ein. Hannover war nun angehalten, mehr in die Offensive zu investieren und der Bundesliga-Absteiger versuchte auch genau dies. Mit Marvin Ducksch und Henrik Weydandt wechselte 96-Trainer Kenan Kocak in der 58. Minute zwei neue Mittelstürmer ein – der Ausgleichstreffer sollte nun erzwungen werden. Aber auch die personellen Veränderungen bewirkten nichts, denn nach wie vor fehlte es an einer klaren Idee, wie man die VfL-Abwehr knacken will. Osnabrück verließ sich auf seine kompakte Defensive und versuchte, Nadelstiche in der Offensive zu setzen. Die 74. Minute stellte den Spielverlauf allerdings etwas auf den Kopf: Hannovers Genki Haraguchi legte sich im Strafraum den Ball mit dem Kopf an Amenyido vorbei und wurde gelegt – Elfmeter. Joker Ducksch trat an und erzielte das 2:2. Ein mehr als ärgerlicher Gegentreffer für Osnabrück, das die Begegnung eigentlich gut im Griff hatte. Die 96er nutzten das Momentum eiskalt aus und schoben den Treffer zum 2:3 direkt hinterher. In der 80. Minute bediente Weydandt seinen Sturmpartner Ducksch, der in den Strafraum geeilt kam und den Ball wuchtig ins Tor schoss. Osnabrück verlor in dieser Phase jeglichen Zugriff auf die Begegnung und musste in der 85. Minute sogar das 2:4 schlucken. Haraguchi wurde in seinem Dribbling überhaupt nicht angegriffen und durfte den Ball ungestört ins rechte Toreck bugsieren. Mit diesem energischen Schlussspurt drehte Hannover das Niedersachsen-Derby noch zu seinen Gunsten -nach diesem Spielverlauf sah es lange Zeit nicht aus, doch die Effizienz der 96er gepaart mit den kapitalen Abwehrfehlern Osnabrücks macht es möglich.

Hannover 96 gestaltet seine Rückkehr in den Ligabetrieb somit erfolgreich. Die drei Punkte verhelfen dem Bundesliga-Absteiger zu 35 Punkten und dem neunten Tabellenplatz. Der VfL Osnabrück hat hingegen nicht auf seinen Punkt bei Bielefeld aufbauen können und taumelt den Abstiegsrängen immer näher entgegen.

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