Borussia Mönchengladbach

Rotsünder Rose sah keinen Bedarf für Entschuldigung

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Borussia Mönchengladbach hat zum zweiten Mal innerhalb zwei Wochen ein starkes Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund hingelegt und doch knapp verloren. Nach dem 0:1 in der Bundesliga schmerzte das 1:2 im DFB-Pokal am Mittwochabend besonders. Marco Rose erlebte die Nachspielzeit nicht mehr von der Seitenlinie.

Schiedsrichter Benjamin Cortus hatte den Chefcoach in den letzten Augenblicken der regulären Spielzeit mit der Roten Karte belegt. Seit dieser Saison können auch Teamoffizielle persönliche Strafen sehen. Als erster Coach hatte Sandro Schwarz von Mainz 05 Ende September einen Platzverweis erhalten, er sah Gelb-Rot. Stein des Anstoßes für den Ärger von Rose war ein fälschlich ausgesprochener Eckball für den BVB. Julian Brandt hatte den Ball per Kopf ins Toraus befördert. „Viele im Stadion haben in der Szene einen Abstoß und keine Ecke gesehen“, zitiert die Rheinische Post Rose. „Ich habe dann überreagiert und Worte gefunden, die nicht die richtigen waren.“

„Bin eigentlich der Typ, der sich persönlich entschuldigt“

Was genau der Ex-Profi lautstark mitgeteilt hat, ist nicht überliefert. Da er dafür glatt Rot sah, muss es aus Sicht des Schiedsrichtergespanns um Cortus aber ein schwerwiegendes Vergehen gewesen sein. Rose hatte bereits im Bundesligaspiel in Dortmund die Gelbe Karte gesehen. Er selbst war nach dem Pokalaus allerdings der Ansicht, sich nicht zu schlimm im Ton vergriffen zu haben. „Ich bin eigentlich ein Typ, der sich persönlich entschuldigt, wenn er zu sehr drüber war. Aber es gab so ein, zwei Momente, nach denen ich nicht die Notwendigkeit gesehen habe.“

Eberl hätte sich „Fingerspitzengefühl“ gewünscht

Auch Max Eberl äußerte sich nach der Partie zu der Szene. Er hätte sich mehr „Fingerspitzengefühl“ gewünscht. „Die Emotionen waren natürlich da, wenn du mitbekommst, dass das 1:1 Abseits war“, so der Manager. In der frühen Entstehung des Ausgleichstreffers durch Brandt hatte der Torschütze aus knapper Abseitsposition eine Vorlage für Jadon Sancho in den Strafraum gebracht. Auch wenn dies aus Sicht von Borussia Mönchengladbach das Verhalten von Rose zumindest erklärbar macht, droht ihm nun eine Sperre.

Sperre unklar

Dabei herrscht aktuell aber keine Klarheit, wie sie ausfallen und ob sie sich auch auf die Bundesliga ausweiten wird. Kartensperren für Trainer sind zwar inzwischen auch im Pokal möglich, jedoch sollen sie zumindest bei einer Ansammlung von Gelben Karten nicht in die nächste Saison übernommen werden. „Damit habe ich mich noch gar nicht auseinandergesetzt“, sagte Rose am Mittwochabend. Sofern der DFB Teamoffizielle analog zu Spielern sperrt, dürfte der Leipziger Gladbach am ehesten in der Pokalsaison 2020/21 fehlen.

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