Bundesliga

VfB-Legende Müller schützt Pavard: „Nur menschlich“

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Die Kritik an Benjamin Pavard ist spätestens durch seinen individuellen Fehler zum 0:3 gegen Borussia Dortmund groß aufgeflammt. Ex-Stuttgarter Hansi Müller kann sich in die Situation des Weltmeisters hineinfühlen und zeigt Verständnis für den Franzosen.

Regionale Berichterstatter kreiden Benjamin Pavard diverse Patzer an. Sein Fehlpass vor dem 0:3 gegen Borussia Dortmund war offensichtlich – aber auch das 3:3 von Freiburgs Luca Waldschmidt, als Pavard nicht beherzt genug eingegriffen hatte, wird dem Franzosen angelastet. Teilweise wird dem 22-Jährigen Arroganz vorgeworfen, weil er sich als Weltmeister nicht mit dem Abstiegskampf ernsthaft auseinandersetzen würde. „Er hält sich sicher nicht für etwas Besseres, er ist ein bodenständiger Typ“, erklärte Hansi Müller der Bild und führte weiter aus: „Aber es ist nur menschlich, dass ihm diese Umstellung schwerfällt. Er hat wochenlang mit den Mbappés, Griezmanns und Pogbas dieser Welt gearbeitet, und beim VfB diese Qualität nun eben nicht um sich herum.“

Pavard alles andere als schlecht

Wer die Statistiken filtert, der kommt allerdings zu der Schlussfolgerung, dass Pavard weiter zu den zentralen Spielern des VfB zählt. Pavard ist in der französischen Nationalmannschaft als rechter Außenverteidiger gesetzt, wo er auch in der Offensive für Furore sorgt. In Stuttgart muss er, auch weil Teamkollegen verletzt sind oder in einem sportlichen Tief stecken, in der Innenverteidigung durchspielen. Dafür weist Pavard der Statistik nach sehr starke Werte auf. So ist er ein absoluter Fixpunkt im Aufbauspiel des VfB. Er kommt auf 629 Ballkontakte, der Top-Wert im Team – und Platz sieben unter allen Bundesliga-Spielern. Zudem besitzt Pavard eine Passgenauigkeit von 88 Prozent. Er ist in dieser Kategorie der beste VfB-Spieler. Zentral für Abwehrspieler sind auch Zweikampfwerte. Pavard gewinnt mit die meisten Zweikämpfe beim VfB (77). Nur Mario Gomez (85) und Santiago Ascibar (81) setzten sich noch öfter durch. In Sachen Kopfball-Duelle zählt er ebenfalls zu den besten Profis der Liga: 31 gewonnene Duelle sind ein Top-15-Wert.

Reschke zeigt Verständnis

Für VfB-Sportchef Michael Reschke sind die kleinen Formschwankungen und Konzentrationsschwächen von Pavard absolut nachvollziehbar. Dessen Programm seit der WM in Russland so ein großer Faktor für seine aktuelle Situation, so Reschke. „Wir wussten, dass Benji nach dieser triumphalen WM eine gewisse Zeit brauchen würde, um wieder auf sein Top-Niveau zu kommen. Aber wir sehen ihn auf einem guten Weg“, fand der 61-Jährige auch lobende Worte für seinen Spieler.

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