Bundesliga

Reif: Bayern-Chefs stärken Kovac nicht genug!

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Der FC Bayern befindet sich im zweiten Herbst in Folge in einer gewissen sportlichen Krise. Die Ergebnisse sind nur in der Champions League ausnahmslos zufriedenstellend, die Spielweise ist es in den wenigsten Partien. Niko Kovac muss sich in Medien und von Fans wieder viel anhören. Für Marcel Reif erhält der Chefcoach zu wenig Unterstützung von den Bossen.

„Die Chefs Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic haben nur eines im Sinn, Erfolg“, schreibt der langjährige TV-Kommentator in einer Kolumne für Sport1. „Nur: Jeder hat eine eigene Sicht der Dinge.“ Vor die Mannschaft trete aber in erster Linie der Trainer, der von den unterschiedlichen Persönlichkeiten, die in der Hackordnung über ihm liegen, unterschiedliche Signale erhalte. „Ein Trainer, der mittlerweile tun und lassen kann was er will, weil er von außen so vieles zu hören bekommt, dass er eigentlich nichts mehr richtig machen kann“, wie Reif formuliert.

(Noch) Keiner wie van Gaal und Pep

In der öffentlichen Wahrnehmung bleibe Kovac auch dadurch hinter seinen Vorgängern beim FC Bayern weit zurück. „Bei Louis van Gaal oder Pep Guardiola hätte man gesagt, das dauert ein bisschen so ein Umbruch“, so Reif. „Bei Kovac sagen alle: ‚Das reicht nicht!'“ In die Riege der Trainer, die schon ob ihrer Vita eine natürliche Autorität ausstrahlen und so das Starensemble bei den Münchnern im Griff haben, gehöre Kovac noch nicht. Umso wichtiger wäre wohl, dass der Verein hinter ihm mit einer Stimme spricht. Dieses strategische Denken vermisst Reif gerade bei Hoeneß.

„Er muss groß und stark sein“

„Ein Satz wie der von Rummenigge ist völlig normal, auch wenn das als klare Kritik an Kovac aufgefasst wird. Uli Hoeneß aber sagt vieles aus dem Bauch heraus und macht sich nicht mehr den Kopf.“ Der scheidende Präsident gilt als größter Förderer von Kovac, hat ihn 2018 wohl gegen gewisse Reservationen bei Rummenigge durchgesetzt. Freilich sieht Reif auch eine Aufgabe für den Cheftrainer, sich trotz bisweilen widriger Begleitumstände zu behaupten. „Er ist der Cheftrainer bei Bayern München. Dazu muss er groß und stark sein, sich durchsetzen gegen vieles was von außen kommt und daran wachsen.“ In der Vorsaison gelang dies mit einer herausragenden Rückrunde nach dem schwachen Herbst. Dass der Double-Gewinn nicht langfristig alle Zweifel beseitigte, spricht aber auch Bände.

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