Bundesliga

Rafati erklärt am Beispiel Kimmich: Deutsche Schiedsrichter mitschuldig an internationaler Schwäche

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Der deutsche Profifußball der Männer befindet sich im internationalen Vergleich seit dem Triumph bei der Weltmeisterschaft in Brasilien in eine grundsätzlich eher negativen Trend. Besonders deutlich wird dies bei den wichtigsten Klubwettbewerben. Babak Rafati gibt der Schiedsrichter-Zunft dabei eine Mitschuld.

„Wir wundern uns, warum die anderen international viel weiter sind als wir“, so der ehemalige Bundesliga-Referee gegenüber kicker meets DAZN – Der Fußball Podcast. Ein Grund für die Misere sei, dass in Deutschland „jeder Mist“ weggepfiffen werde. Der Experte veranschaulicht am Beispiel von Joshua Kimmich. „Er fällt ganz oft in internationalen Spielen, kriegt den Freistoß nicht und muss dann wie ein Maikäfer hinterherlaufen“, so Rafati. Es liege daran, dass er durch die Bundesliga und die dortige Regelauslegung der Unparteiischen darauf konditioniert sei, den Pfiff zu erwarten.

Kritik an der eigenen Körpersprache

„Wir haben in Deutschland einfach das Problem der Fehlerkultur“, sucht der 49-Jährige nach einer Erklärung. „Das ändert deine Haltung zur ganzen Sache. Du hast dann nicht diese Großzügigkeit und Toleranz.“ Sich selbst nimmt Rafati bei der Kritik nicht aus. Auch er selbst habe Spiele zu kleinlich geleitet und sich nicht getraut, die sprichwörtliche lange Leine auszupacken. Im Rückblick auf seine Laufbahn als aktiver Schiedsrichter im Profibereich würde Rafati vor allem an seiner Körpersprache Veränderungen vornehmen. „Ich habe praktisch Macht demonstrieren wollen, um mir Respekt zu verschaffen“, so der Hannoveraner. Heute plädiert er dafür, den Spielern eher auf Augenhöhe entgegen zu treten.

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