Borussia Dortmund

Poschner: Alcacer zeigt, was in Deutschland bei Stürmern falsch läuft

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Paco Alcacer ist weiter in aller Munde. Der Leihstürmer von Borussia Dortmund traf auch bei seinem 45-minütigen Einsatz beim VfB Stuttgart am Samstag. Mit acht Toren in nur 216 Minuten Einsatzzeit hat er einen unglaublichen Lauf. Ex-Profi Gerhard Poschner weiß, was ihn so gut macht.

„Dank seiner Beweglichkeit stellt Alcacer, der mit Ausnahme einer starken Physis das komplette Stürmerpaket mitbringt, für die gegnerischen Abwehrspieler keinen Fixpunkt dar“, schreibt der 49-Jährige in einem Beitrag für den kicker. Es sei sehr schwer, als Verteidiger gegen den 25-Jährigen zu spielen. Bleiben sie nah an ihm dran reißen die Laufwege des Spaniers Löcher für die nachrückenden Dortmunder. „Lassen sie ihn allerdings ziehen, drohen sie ihn aus den Augen zu verlieren.“ Das bestraft Alcacer aktuell mit atemberaubender Regelmäßigkeit.

Zu großer Fokus auf Physis

Am Beispiel des Neuzugangs vom FC Barcelona macht Poschner eine Unwucht im deutschen Fußball fest. Bei Stürmern gehe es nach wie vor viel zu sehr um ihre Physis. Das Problem trete schon im Nachwuchsbereich zutage. Zugunsten des schnellen Erfolgs werden seiner Ansicht nach früh-entwickelte Spieler den besseren Fußballern vorgezogen. Alcacer zeige, dass auch mit einem eher kleinen Neuner sehr erfolgreich gespielt werden kann. „Es macht Spaß, mit ihm zu spielen, weil er dir entgegenkommt und dir den Ball in den Kombinationen zurückgibt, bevor er in den Strafraum startet, um dort seine Tore zu erzielen. Er wartet nicht nur darauf, dass die Bälle zu ihm kommen. Dennoch ist er ein klassischer Stürmer, der nach Toren giert.“

Kompromiss nach französischem Vorbild

Poschner empfiehlt Vereinen, die sich nicht von ihren physischen Mindestmaßen bei Angreifern trennen können, sich am französischen Vorbild zu orientieren. Der Weltmeister spielte in Russland mit Olivier Giroud als klassischem Neuner und Antoine Griezmann um ihn herum. „Es ist eine perfekte Kombination der beiden unterschiedlichen Stürmertypen, welche vielen deutschen Klubs gut zu Gesicht stünde“, so Poschner. Der frühere Mittelfeldspieler spielte zwischen 1990 und 1994 für den BVB. Zudem hat er Auslandsstationen in Italien, Spanien und Österreich in seiner sportlichen Vita.

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