Bundesliga

Pornos auf dem Sprachcomputer und Taktikzettel mit elf Feldspielern – So scheiterte Klinsmann in München

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Der FC Bayern beginnt seine Rückrunde am Sonntag bei Hertha BSC. Damit kommt es zum ersten Wiedersehen des Rekordmeisters mit Jürgen Klinsmann seit dessen Entlassung als Trainer im April 2009. Seinerzeit sollte der Ex-Bundestrainer den Klub in eine moderne Ära führen. Es wurde zum Fiasko.

Sinnbildlich für das riesige Missverständnis, als das die Zeit von Klinsmann in München insgesamt gelten kann, stehen die Buddha-Statuen am Trainingsgelände. Heute weiß man längst, dass es nicht der Trainer war, der sie im christlichen Bayern aufstellen ließ, sondern ein Dekorateur. Das soll aber nicht heißen, dass es nicht andere Probleme gegeben hat. Ein wichtiger Faktor für das Scheitern des einstigen Weltklasse-Torjägers: Die Profis nahmen ihn wohl nicht so ganz ernst. Zumindest fanden die Angebote von Klinsmann bei den Bayern-Stars wenig Anklang.

Elf Feldspieler auf dem Taktikzettel?

Wie Sport Bild berichtet, ließ der Trainer seinerzeit einen Computer an der Säbener Straße einrichten, mit dem ausländische Profis Sprachübungen absolvieren sollten. Stattdessen spielten sie – als Gag – aber häufiger Pornos auf dem Gerät ab, die auf dem gesamten Trakt der Bayern-Zentrale zu hören gewesen seien. In sportlicher Hinsicht lief es für Klinsmann nicht viel besser, für Irritationen sorgte demnach wohl auch Co-Trainer Martin Vasquez. Einmal soll er auf einem Taktikzettel elf Feldspieler aufgemalt haben. Die Klinsmann-Seite dementiert gegenüber dem Magazin zwar. Doch beim FC Bayern, so der Bericht, sei man überzeugt, dass der heutige Hertha-Coach ein besserer Teammanager denn Trainer sei.

Klinsmann fühlte sich wohl sicher

Der Schwabe selbst vermisste seinerseits wohl die Rückendeckung des Klubs. Selbst bei sinnvollen Maßnahmen wie der Abschottung zum Training, heute ganz normal, stand die Vereinsführung nicht auf seiner Seite. Dennoch wähnte sich Klinsmann wohl nicht vor einem Aus. Im April 2009, nach heftigen Niederlagen gegen den VfL Wolfsburg und den FC Barcelona, reiste er des Nachts an den Tegernsee, um Uli Hoeneß zu treffen. Der rechnete mit einem Krisengespräch, doch Klinsmann wollte dem Bericht zufolge die neue Saison planen und konnte sich gar eine Vertragsverlängerung vorstellen. Hoeneß und Co. zogen wenig später die Reißleine, holten Louis van Gaal und traten eine dominante Ära ohne Klinsmann an.

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