Borussia Dortmund

Piszczek erlebt seinen x-ten Frühling

on

Das 2:0 von Borussia Dortmund gegen den SC Freiburg am Samstag fiel beinahe standesgemäß. Jadon Sancho hatte seine Füße in der Nachspielzeit im Spiel, Torschütze Paco Alcacer traf als Joker. Soweit, so normal. Doch die Vorlage ging auf das Konto von Lukasz Piszczek. Der erlebt beim BVB seinen x-ten Frühling.

Die Tatsache, dass dem Außenverteidiger ein Assist gelang, ist dabei nicht sonderlich außergewöhnlich. Es war schließlich die 58. Torvorbereitung für den Polen in fast achteinhalb Jahren Dortmund, die dritte der laufenden Saison. Vielmehr geht es darum, wofür sie stellvertretend stand. Im Herbst des Jahres und seiner Karriere scheint Piszczek wie plötzlich noch einmal richtig aufzudrehen. Der 33-Jährige marschierte gegen Spielende noch mit Dynamik nach vorne, als so mancher Jungspund im Team des Tabellenführers schon mit einem knappen 1:0-Erfolg einverstanden schien.

Vize-Kapitän geht voran

Die Wucht, mit der Piszczek den Ball in der 78. Minute an die Querlatte hämmerte, war deshalb nicht nur ein Startschuss für die Schlussoffensive der Schwarzgelben. Sie war sozusagen auch ein Zeugnis seiner Willenskraft. Der Rechtsverteidiger, in (für Fußballer) hohem Alter erstmals stellvertretender Kapitän, geht wie Amtsinhaber Marco Reus vornweg. Beide haben sie Blut geleckt und leben auf dem Feld vor, was außerhalb noch keiner aussprechen mag: Dieser BVB schielt mindestens mit einem Auge auf die Meisterschaft.

Gegen Mainz erstes Tor seit Februar 2017

Für den möglichen Erfolg sind Siege wie gegen Freiburg und sieben Tage zuvor bei Mainz 05 von elementarer Bedeutung, selbst wenn die Leistungen an sich schon in wenigen Wochen kaum noch große Erinnerungen hervorrufen werden. Nicht von ungefähr war es Piszczek, der bei den Rheinhessen mit seinem ersten Tor seit Februar 2017 den Siegtreffer markierte. Der Musterprofi scheint im Saisonverlauf immer besser in Tritt zu kommen. Dabei hatte Dortmund mit Achraf Hakimi eigentlich auch deshalb einen Rechtsverteidiger geholt, um der Stammkraft die nötigen Ruhepausen geben zu können. Die Verletzung von Marcel Schmelzer machte dem einen Strich durch die Rechnung.

Alles andere als ein Bremsklotz

Dennoch blüht Piszczek dieser Tage regelrecht auf. Sein Rücktritt aus der Nationalmannschaft dürfte dabei keine kleine Rolle spielen. Der 65-fache polnische Internationale profitiert von den Länderspielpausen, in denen er sich um seinen Körper kümmern kann. Wirkte es in den Vorjahren so, als büße er seine grundsätzlich gute Athletik mit fortlaufender Dauer einer Saison merklich ein, kann Piszczek in dieser Saison sogar noch zulegen. In dieser Form ist der nach Schmelzer zweit-dienstälteste Profi im BVB-Aufgebot nicht etwa ein Bremsklotz oder Mitläufer, sondern ein echter Erfolgsgarant. Nach über 300 Spielen für die Schwarzgelben hätten ihm das, trotz seiner großen Beliebtheit unter den Anhängern, wohl die wenigsten zugetraut.

About Lars Pollmann

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.