2. Bundesliga

Pagelsdorf: Große Vergangenheit für den HSV „nicht nur Damoklesschwert“

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Der Hamburger SV hat sich am Sonntag mit Ach und Krach drei Punkte gegen den SV Wehen Wiesbaden gesichert. Und so Platz drei vor dem 1.FC Heidenheim bewahrt. Schon die Namen dieser Gegner zeugen vom Niedergang des stolzen Traditionsklubs. Frank Pagelsdorf erlebte als Trainer noch Sonnenseiten mit den Rothosen.

Der 62-Jährige ist der Übungsleiter mit der zweitlängsten Amtszeit an der Elbe und Alster. Nur der legendäre Ernst Happel war länger HSV-Trainer als Pagelsdorf. Unter seiner Führung besiegte der Hamburger SV im Jahr 2000 in der Champions League das große Juventus Turin, heuer geht es um die Rückkehr in die Bundesliga. Dennoch hält er die Situationen in mancher Hinsicht für vergleichbar. „Die Ausschläge in Hamburg sind extrem, in beide Richtungen. Der Druck in dieser Stadt und bei diesem Klub ist immer gleich groß“, urteilt er gegenüber dem kicker.

„Von Anfang an dieses Potenzial im HSV gesehen“

Der Anspruch in der Hansestadt sei natürlich ein anderer, als sich mit Heidenheim um einen Relegationsplatz zu duellieren. Wobei der direkte Aufstieg keineswegs unmöglich ist. „Doch ich sehe diese Vergangenheit nicht nur als Damoklesschwert. Denn sie macht auch die Größe dieses Klubs aus. Ich habe von Anfang an dieses Potenzial im HSV gesehen. Und das besteht immer noch“, sagt Pagelsdorf. Es dem Verein zu entlocken ist die Aufgabe von Jonas Boldt und Dieter Hecking. Dem Sportchef attestiert Pagelsdorf eine „sehr besonnene“ Außenwirkung, zudem habe er „in Leverkusen schon sehr gute Arbeit geleistet“.

„Fachlich stark, als Mensch authentisch“

Sein Hauptaugenmerk liegt freilich auf dem Chefcoach. „Hecking ist ein Trainer, der ohne Show-Effekte auskommt, der fachlich stark ist, als Mensch authentisch wirkt.“ Zudem bringt der Castrop-Rauxeler viel Erfahrung mit. Im unruhigen Umfeld des HSV sei dies „ein ganz großes Plus“. Hecking steht dabei nur bis Saisonende unter Vertrag, wenn der Aufstieg misslingt. Dennoch wagt Pagelsdorf die Prognose: „Dieter Hecking kann meinen Rekord knacken.“ Dafür müsste Hecking mindestens bis 2023 Chefcoach bleiben.

About Lars Pollmann

Lars Pollmann begann sein Autorendasein als englischsprachiger Blogger (Bleacher Report, Yellowwallpod). Seit 2018 zählt er zur Redaktion von fussball.news. Seine Leidenschaft gehört darüber hinaus dem italienischen Fußball (vor allem Inter Mailand) sowie dem Radsport.

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