Borussia Dortmund

Neben Hütter: Wer könnte auf der BVB-Liste stehen?

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Lucien Favre steht bei Borussia Dortmund am heutigen Freitagabend und am Dienstagabend unter Beobachtung. Gegen Eintracht Frankfurt muss die Mannschaft eine Reaktion zeigen, bevor es in das Champions-League-Duell mit Paris Saint-Germain geht. Der BVB beschäftigt sich wohl bereits mit Alternativen.

Über den BVB berichtet fussball.news-Redakteur Lars Pollmann

Die Funke Mediengruppe meldete am Donnerstagabend, Adi Hütter stehe bei den Schwarzgelben auf der Liste, wenn es um mögliche Nachfolger von Favre geht. Dabei ist freilich noch offen, wann genau diese Suche betrieben werden muss. Eine Entlassung während der laufenden Saison scheint schwer vorstellbar, eine Trennung im Sommer aber durchaus denkbar. 2021 läuft dann der Vertrag des Schweizers aus, für eine Verlängerung spricht aktuell wenig. Wer könnte außer Hütter als nächster BVB-Trainer in Frage kommen? fussball.news nennt mögliche Kandidaten.

Daniel Farke, Norwich City

Mancherorts gilt der 43-jährige Teammanager des Premier-League-Aufsteigers schon länger als Favorit auf die Anstellung beim BVB. Farke bringt nach einem knapp 20-monatigen Engagement bei der zweiten Mannschaft der Schwarzgelben einen gewissen Stallgeruch mit und kennt daher Verantwortliche, Gegebenheiten und auch den ein oder anderen Spieler. Das große Thema Identifikation könnte er vermutlich besser bedienen als die meisten anderen Kandidaten. Ob Farke verfügbar ist, hängt wohl nicht zuletzt vom Ausgang des Abstiegskampfs mit Norwich ab.

Florian Kohfeldt, Werder Bremen

Ein grundsätzliches Interesse am 37-jährigen Trainer des aktuellen Tabellenvorletzten der Bundesliga wird dem BVB schon länger nachgesagt. Kohfeldt vertritt eine positive Spielidee, die gut zu den individuell besser besetzten Mannschaften der Liga passen würde. Zudem ist er ein leidenschaftlicher Übungsleiter, der womöglich die Herzen der Fans für sich gewinnen könnte. Ob er nach der aktuellen Saison bei Werder Bremen vermittelbar wäre, ist aber fraglich. Ebenso, ob er die Hanseaten im Stich ließe, obwohl die bislang so stoisch an ihm festhalten.

Jesse Marsch, RB Salzburg

Denkbar ist trotz aller philosophischer Ablehnung wohl, dass Dortmund sportliche Anleihen aus dem Red-Bull-Konglomerat wagen würde. Medien brachten in der Vergangenheit Ralf Rangnick ins Spiel, wesentlich wahrscheinlicher wäre aber eine Anfrage beim 46-jährigen Chefcoach von RB Salzburg. Marsch lernte in Leipzig unter Rangnick, beeindruckt nun als Hauptverantwortlicher in Österreich. Der BVB würde damit Erling Haaland mit seinem Ex-Trainer wiedervereinen. Die Frage ist jedoch, ob RB einen direkten Konkurrenten in der Bundesliga stärken würde. Marsch steht schließlich bis 2022 unter Vertrag, zudem ließ Salzburg schon Marco Rose gen Deutschland ziehen.

Roger Schmidt, vereinslos

Wenn der BVB einen Trainer aus der RB-Schule verpflichten will, könnte er alternativ auch zum 52-jährigen Ex-Profi greifen. Schmidt wäre theoretisch auch während der laufenden Saison zu haben, da er seit Ende Juli nicht mehr in China tätig ist. Bei Bayer Leverkusen hat er durchaus erfolgreich gearbeitet und eine Spielidee kultiviert, die auch zu Dortmund passen könnte. Allerdings scheiterte er daran, das Team dauerhaft zu stabilisieren. Und machte außerdem mit so manchem persönlichen Fauxpas auf sich aufmerksam. In dieser Gemengelage wäre es mitunter schwierig, Schmidt beim eigenen Anhang zu verkaufen.

Mauricio Pochettino, vereinslos

Viele Fans dürften von einer großen Lösung träumen. Eine Rückkehr von Jürgen Klopp ist natürlich völlig undenkbar. Der Trainer, den er im Champions-League-Finale besiegte, ist aber auf dem Markt. Frei nach dem Motto ‚Fragen kostet nichts‘ würde sich eine BVB-Anfrage an den 47-jährigen Argentinier lohnen. Wenn er nach seinem Engagement bei den Tottenham Hotspur Lust auf eine weitere Aufgabe bei einem, zumindest im europäischen Kontext, Underdog hätte, wäre Pochettino sicherlich der größte Name, den Dortmund an Land ziehen könnte.

Matthias Sammer, vereinslos

Eine ziemlich sicher noch weniger realistische Variante als Pochettino wäre eine Rückkehr des 52-jährigen BVB-Beraters auf die Trainerbank. Sammer hat in der Vergangenheit wiederholt betont, dass eine Aufgabe im operativen Tagesgeschäft für ihn nicht mehr in Frage komme. Auch beim früheren Weltklasse-Spieler gilt aber, dass eine Anfrage nicht schaden könnte. Wenn es ihn doch wieder in den Fingern zucken sollte, hätte Dortmund eine erfolgsbesessene Autoritätsperson auf der Bank, die nach innen und außen große Strahlkraft ausüben würde. Realistisch ist dies nicht, dennoch wäre eine noch tiefere Einbindung insgesamt wünschenswert. Rund um den BVB haben einige Beobachter zumindest zur Kenntnis genommen, dass Sammer inzwischen regelmäßig Spiele als Nebenmann von Klubchef Hans-Joachim Watzke verfolgt. Die Drähte sind kürzer denn je …


Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bereits 2017 mit dem BVB in Verbindung gebrachte Kandidaten wie Laurent Blanc (vereinslos), Paulo Sousa (Girondins Bordeaux) oder Giovanni van Bronckhorst (Guangzhou) könnten ebenso ein Thema werden wie weitere begehrte Coaches, etwa Erik ten Hag (Ajax) oder Ralph Hasenhüttl (FC Southampton). Oder aber Favre zieht den Kopf aus der sprichwörtlichen Schlinge.

About Lars Pollmann

Lars Pollmann begann sein Autorendasein als englischsprachiger Blogger (Bleacher Report, Yellowwallpod). Seit 2018 zählt er zur Redaktion von fussball.news. Seine Leidenschaft gehört darüber hinaus dem italienischen Fußball (vor allem Inter Mailand) sowie dem Radsport.

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