Bundesliga

N’Dicka: Ein Rohdiamant wird zur unersetzlichen Größe

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Evan N’Dicka hat sich bei Eintracht Frankfurt schnell zu einer konstanten Größe in der Innenverteidigung entwickelt. Der 19-Jährige stand in zehn von elf Pflichtspielen in der Startelf, steigerte sich Stück für Stück und gilt schon als feste Größe in der Abwehr. Trainer Adi Hütter findet daher lobende Worte für den Franzosen.

In Bedrängnis Bälle lange nach vorne schlagen? So etwas scheint nicht auf der Agenda von Evan N’Dicka zu stehen. Der Innenverteidiger versucht auch schwierigste Situationen mit einem klaren, flachen Pass zu seinem Mitspieler zu lösen. Herausragende 87 Prozent der Zuspiele fanden in der Europa League gegen Apollon Limassol (2:0) ihren Adressaten. Selbst in den Momenten, in denen er die Mittellinie überquerte, bewahrte er die nötige Ruhe und fand das richtige Maß zwischen Sicherheit und Risiko.

N’Dicka mit toller Vorlage gegen Limassol

Adi Hütter lobte seinen „Rohdiamanten“ bereits nach der spektakulären Partie gegen Fortuna Düsseldorf (7:1). Dort habe man erstmals erkennen können, dass er sich mehr zutraue und die Pässe in die Tiefe suche. Eines dieser Zuspiele fand Luka Jovic, der alleine aufs Tor zurennen konnte, aber die Topchance vergab. Weil es dann allerdings nach Videobeweisüberprüfung Elfmeter gab und Sebastien Haller diesen verwandelte, war N’Dicka somit der vorletzte Assistgeber. Gegen Limassol ging er einen Schritt weiter und bereitete den Kopfballtreffer von Haller in der 32. Minute mit einer punktgenauen Flanke aus dem Halbfeld vor.

Hütter traut ihm große Karriere zu

„Das sind die Entwicklungsschritte, die junge Spieler machen müssen. Wenn er so weitermacht, wird sein Karriereweg nicht in Frankfurt enden“, prognostizierte Hütter bei der Pressekonferenz auf Nachfrage von fussball.news. Die Eintracht könne froh sein, „dass sie so einen jungen, talentierten geholt haben. Ich bin sehr zufrieden mit ihm.“ Allerdings musste der in Paris geborene Linksfuß, dem gegen Hannover 96 (4:1) sein erster Bundesliga- und Profitreffer gelang, zunächst Lehrgeld bezahlen.

Knackpunkt Dortmundspiel

Vor allem am dritten Spieltag bei Borussia Dortmund (1:3) stieß N’Dicka vor 80.000 Zuschauern an seine Grenzen. Er wirkte nervös, hatte keinen Zugriff auf seine Gegenspieler und wirkte phasenweise orientierungslos. „Ich habe ihm damals gesagt, dass das so nicht geht“, wurde Hütter deutlich. Doch der Verteidiger hat fleissig und hart weitertrainiert und die Ratschläge von Assistenzentrainer Christian Peintinger in der Videoanalyse angenommen. „Eine Entwicklung beginnt beim Spieler selbst“, sagte Hütter, der wohl auch mit Blick auf die noch nicht bekannte Verletzung von David Abraham, im nächsten Spiel gegen den 1. FC Nürnberg auf ihn setzen wird. Verbessern muss sich der für rund sechs Millionen Euro aus der französischen zweiten Liga verpflichtete N’Dicka vor allem noch im Zweikampfverhalten: Er entschied bislang nur 45 Prozent der direkten Duelle für sich, der Durchschnitt für Innenverteidiger liegt bei 57 Prozent. Es würde nicht wundern, wenn er auch in dieser Disziplin bald schon sattelfester wird.

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